Nachgefragt | Wolbergs-Affäre – Walter tritt aus SPD aus

Nachgefragt | Wolbergs-Affäre – Walter tritt aus SPD aus

Die SPD hat einen ihrer Querdenker verloren: Am 7. März 2018 schickte der Hochschullehrer und angesehene Strafrechtler Tonio Walter (47) seine Austrittserklärung und sein Parteibuch an die Zentrale der Genossen nach Berlin. Hintergrund ist u. a. die Korruptions- und Parteispendenaffäre (alle Hintergründe hierzu finden Sie online) um den vom Amt suspendierten Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (ebenfalls 47).

- Anzeige -
Egal, weswegen Wolbergs in einem bevorstehenden Prozess verurteilt werde, der Parteispenden-skandal um gestückelte Spenden bleibe (Wolbergs hatte für seinem Wahlkampf unzählige Spenden bekommen, die so aufgeteilt wurden, dass sie nicht veröffentlicht werden mussten und die Herkunft der Spenden verschleiert blieb. Sie sollen von Bauunternehmern geflossen sein, die als Gegenleistung bei städtischen Bauvorhaben bevorzugt worden sein sollen). Niemand habe diesen Vorwurf bestritten, somit sei der Verstoß gegen das Parteispendengesetz eingeräumt. Diesen habe die Regensburger SPD laut Walter „fahrlässig ermöglicht“, weil sie die Abwicklung des Wahlkampfes über Wolbergs‘ Ortsverein Stadtsüden habe abwickeln lassen, damit trage die Partei „eine Mitschuld“ an dem Spendenskandal. Der gesamte Wahlkampf sei „illegal finanziert“, davon  habe aber nicht nur Joachim Wolbergs, sondern auch jeder profitiert, der jetzt in Amt und Würden sei.

Walter im Stadtzeitungsgespräch: „Ich persönlich verstehe es auch nicht, wie im Rathaus Erleichterung darüber herrschen kann, dass der Oberbürgermeister Angeklagter in einem Strafprozess ist.“ Wolbergs Stellvertreterin Gertraud Maltz-Schwarzfischer (57) hatte sich entsprechend geäußert, nachdem das Landgericht Regensburg die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen Wolbergs zwar zugelassen, bei der rechtlichen Würdigung aber nicht auf Bestechlichkeit (gibt bis zehn Jahre Haft), sondern auf Vorteilsannahme (Strafrahmen bis drei Jahre Haft) erkannt hat. Tonio Walter war 2008 kurzzeitig OB-Kandidat des SPD-Vorstandes, als Stadthallen-Befürworter Joachim Wolbergs seine Kandidatur beleidigt zurückgezogen hatte, nachdem die Regensburger die Halle bei einem Bürgerentscheid abgelehnt hatten. Später wollte der wankelmütige Wolbergs doch wieder und die nicht minder wankelmütigen Genossen stellten ihn auf.

Mehr dazu und zum Korruptionsskandal in der April-Ausgabe der Regensburger Stadtzeitung.

 


 

Die „Nachgefragt“-Reihe

Könnte Sie auch interessieren

Magazin weitere Artikel

In & Out | August/September 2019 – Rückblick

In & Out | August/September 2019 – Rückblick

1991 erschien die erste schonungslose Abrechnung in In-&-Out-Form in der RSZ. Das erste Out kassierte übrigens OB Christa Meier, weil sich im ersten Jahr ihrer Amtszeit gar nichts in Sachen Wohnungsbau oder neues Eisstadion getan hatte.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Der Dauergast

Nachgefragt | Der Dauergast

Joachim Wolbergs hat in der Stadtzeitung mehr Schlagzeilen gemacht als jeder andere. Zuletzt mit einem großen Kampf, der ihm viel Respekt einbrachte. Doch er scheint weiter in seiner eigenen Welt zu leben.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Die Baumpaten und das ökologische Bewusstsein der Stadtzeitung

Nachgefragt | Die Baumpaten und das ökologische Bewusstsein der Stadtzeitung

Die Schönheit Regensburgs gilt es zu bewahren. Deshalb scheute die Regensburger Stadtzeitung nicht die Auseinandersetzung mit der Stadtspitze, griff sie an, als sie den Donaumarkt mit dem Museumsklotz noch hässlicher machte, als er als Parkplatz war, oder als sie die Steinerne Brücke verschandelte.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Der Abkassierer

Nachgefragt | Der Abkassierer

Ein Politiker, mit dem sich die Stadtzeitung öfter beschäftigte, ist der frühere SPD-Fraktionschef Norbert Hartl (heute 71). Hartl sitzt seit 1978 im Stadtparlament, bis zum Korruptionsprozess tat er das für die Genossen im Rathaus. er gilt nach außen als Stadtrat, den ein selbstloses Engagement im Sozialbereich antreibt. Doch so ganz selbstlos ist das alles gar nicht.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Unger, Unger immer wieder Unger!

Nachgefragt | Unger, Unger immer wieder Unger!

Ein Mann, der es auch immer wieder in die Schlagzeilen der Stadtzeitung schafft, ist Kulturreferent Klemens Unger. Denn er beweist immer wieder, dass er es nicht kann.

>> weiterlesen

Nachgefragt | 1984

Nachgefragt | 1984

Was in dem Jahr in Regensburg passierte, als die Stadtzeitung gegründet wurde.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Die Goldgräberstimmung

Nachgefragt | Die Goldgräberstimmung

Der Anfang war mit dem Erstling gemacht. Konsequent war die Mannschaft der Regensburger Stadtzeitung in ihrem Bestreben, anders zu sein als bestehende Studentenzeitungen. Frischer, frecher, freizügiger. Mit Boulevard-Geschichten, Klatsch, Frivolem und lässigem Feuilleton.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Schöne und nackte Mädchen

Nachgefragt | Schöne und nackte Mädchen

Jede Boulevardzeitung hatte ihr schönes Mädchen von Seite 1. Garniert mit mehr oder weniger sinnigen Sprüchen, war die Frau rechts oben auch in den Anfangsjahren der Stadtzeitung ein echter Hingucker. Ganz nackt war sie nie, eine blanke Brust blitzte des Öfteren vom Titelblatt. Mitunter waren die Damen aber auch komplett bekleidet, zeigten höchstens ein langes Bein.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Beamte, Busen, Paragraphen

Nachgefragt | Beamte, Busen, Paragraphen

Die Geburtsstunde der Regensburger Stadtzeitung. Mit der Sprache hat es der damals 24-jährige Peter Kittel schon immer gehabt. Flott schreiben, das konnte er. Deshalb war er auch aus dem ländlich geprägten Bayerwald zum Germanistikstudium an die Uni Regensburg gekommen.

>> weiterlesen

Nachgefragt weitere Artikel

Nachgefragt | Der Dauergast

Nachgefragt | Der Dauergast

Joachim Wolbergs hat in der Stadtzeitung mehr Schlagzeilen gemacht als jeder andere. Zuletzt mit einem großen Kampf, der ihm viel Respekt einbrachte. Doch er scheint weiter in seiner eigenen Welt zu leben.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Die Baumpaten und das ökologische Bewusstsein der Stadtzeitung

Nachgefragt | Die Baumpaten und das ökologische Bewusstsein der Stadtzeitung

Die Schönheit Regensburgs gilt es zu bewahren. Deshalb scheute die Regensburger Stadtzeitung nicht die Auseinandersetzung mit der Stadtspitze, griff sie an, als sie den Donaumarkt mit dem Museumsklotz noch hässlicher machte, als er als Parkplatz war, oder als sie die Steinerne Brücke verschandelte.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Der Abkassierer

Nachgefragt | Der Abkassierer

Ein Politiker, mit dem sich die Stadtzeitung öfter beschäftigte, ist der frühere SPD-Fraktionschef Norbert Hartl (heute 71). Hartl sitzt seit 1978 im Stadtparlament, bis zum Korruptionsprozess tat er das für die Genossen im Rathaus. er gilt nach außen als Stadtrat, den ein selbstloses Engagement im Sozialbereich antreibt. Doch so ganz selbstlos ist das alles gar nicht.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Unger, Unger immer wieder Unger!

Nachgefragt | Unger, Unger immer wieder Unger!

Ein Mann, der es auch immer wieder in die Schlagzeilen der Stadtzeitung schafft, ist Kulturreferent Klemens Unger. Denn er beweist immer wieder, dass er es nicht kann.

>> weiterlesen

Nachgefragt | 1984

Nachgefragt | 1984

Was in dem Jahr in Regensburg passierte, als die Stadtzeitung gegründet wurde.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Die Goldgräberstimmung

Nachgefragt | Die Goldgräberstimmung

Der Anfang war mit dem Erstling gemacht. Konsequent war die Mannschaft der Regensburger Stadtzeitung in ihrem Bestreben, anders zu sein als bestehende Studentenzeitungen. Frischer, frecher, freizügiger. Mit Boulevard-Geschichten, Klatsch, Frivolem und lässigem Feuilleton.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Schöne und nackte Mädchen

Nachgefragt | Schöne und nackte Mädchen

Jede Boulevardzeitung hatte ihr schönes Mädchen von Seite 1. Garniert mit mehr oder weniger sinnigen Sprüchen, war die Frau rechts oben auch in den Anfangsjahren der Stadtzeitung ein echter Hingucker. Ganz nackt war sie nie, eine blanke Brust blitzte des Öfteren vom Titelblatt. Mitunter waren die Damen aber auch komplett bekleidet, zeigten höchstens ein langes Bein.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Beamte, Busen, Paragraphen

Nachgefragt | Beamte, Busen, Paragraphen

Die Geburtsstunde der Regensburger Stadtzeitung. Mit der Sprache hat es der damals 24-jährige Peter Kittel schon immer gehabt. Flott schreiben, das konnte er. Deshalb war er auch aus dem ländlich geprägten Bayerwald zum Germanistikstudium an die Uni Regensburg gekommen.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Außen pfui, innen – naja

Nachgefragt | Außen pfui, innen – naja

Eine Annäherung ans Haus der Bayerischen Geschichte: Das neue Museum am Donaumarkt zeigt Schönes, Überraschendes und Witziges – aber auch manche Peinlichkeit

>> weiterlesen

© Regensburger Stadtzeitung