Nachgefragt | Und das wollt ihr alles zerstören!

Nachgefragt | Und das wollt ihr alles zerstören!

Die Stadtzeitung zeigt, welch schmerzhaften Eingriff in den Alleengürtel eine Stadthalle bedeuten würde

Sie ist eine der schönsten Sehenswürdigkeiten der Stadt und gewiss ihre längste, zugleich das wunderbarste Geschenk, das das Fürstenhaus den Regensburgern je gemacht hat und ganz nebenbei einer der allerersten öffentlichen Parks in Europa. Es geht um die sogenannte Fürstenallee, die die Altstadt umgibt.

Fürst Carl Anselm von Thurn und Taxis stiftete sie den Bürgern im 18. Jahrhundert. Auf eigene Kosten ließ er 1779 die vom Herzogspark im Westen der Stadt bis zum nach der  Königlichen Villa benannten Villapark im Osten durchgehenden Allee mit rund 1.500 Bäumen errichten. Der südlichste Punkt der Allee führt um das Fürstliche Schloss und den Fürstenpark herum.

Ein Park für alle Regensburger

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Jedem Regensburger wollte es der großzügige Fürst ermöglichen, in herrlicher Umgebung herumzuspazieren. Zugleich setzte er sich damit auch ein Denkmal; aus Dankbarkeit nennen die Regensburger „Fürst-Anselm-Allee“. Längst ist aus der Anlage ein richtiger Park geworden, zwischen Studentenwieserl und altem Finanzamt oder rund um das Milchschwammerl ist die Doppelbaumreihe zum großen Park geworden, dort steht auch der mächtige Obelisk, der an den großzügigen Stifter der Anlage erinnert.
In unmittelbarer Nähe das Peterskirchlein oder das Keplermonument, ein klassizistischer Rundtempel, der an den großen Wissenschaftler erinnert, der in Regensburg starb. All diese kleinen stolzen Bauwerke sind umgeben von mächtigen oder weniger mächtigen Bäumen, die zum Teil schon seit Jahrhunderten dort wachsen.

Rathausmehrheit mit SPD und Grünen will 150 Bäume fällen

Doch genau dieses Idyll will die bunte Regenbogenmehrheit im Rathaus unter der Federführung der SPD (die gestaltete einst einen Wahlkampf erfolgreich mit dem Slogan „Lieber 1000 Wohnungen als eine Stadthalle“)  jetzt zerstören. Einen neuen zentralen Busbahnhof und genau die Stadthalle, die sie jahrzehntelang ablehnten, wollen sie dort errichten. Am besten ganz schnell und heimlich und ohne echte Befragung.
Doch genau wegen dieser Vorgehensweise und weil für das geplante „Regensburger Kultur- und Kongresszentrum“ (klingt doch viel eleganter als einfach nur „Stadthalle“) und die Busdrehscheibe 150 Bäume der Fürstenallee weichen müssten, formiert sich Widerstand (die Stadtzeitung berichtete). Ein Bündnis will einen Bürgerentscheid in die Wege leiten, die Erfolgsaussichten scheinen dabei keineswegs gering, interessieren sich doch immer mehr Regensburger für die Initiative gegen den geplanten Betonklotz: Der auf der Internetseite der Stadtzeitung veröffentlichte Artikel zum geplanten Bürgerbegehren war der meistgeklickte der letzten Jahre.

Was die Stadt alles zerstören will

Mit der Volksabstimmung soll es zügig vorangehen. Das Bündnis gegen das RKK will die Eröffnung des „Marinaforums“ (dauert eine ganze Woche vom 9. bis 15. April) auf dem ehemaligen Schlachthofgelände abwarten, damit die Regensburger auch tatsächlich sehen, dass es ein neues Kongress- und Kulturzentrum ja bereits in der Stadt gibt (neben zahllosen anderen Veranstaltungsorten).
„Am 3. April haben wir den nächsten Pressetermin, um weiter auf das Bürgerbegehren aufmerksam zu machen“, sagt Bündnis-Sprecher Quirin Quansah (24, Student). Die Stadtzeitung zeigt auf den Fotos oben schon mal, welche Bäume für das neue „Tor zur Stadt“ weichen müssten. (ssm)

 


 

Die „Nachgefragt“-Reihe

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  • gepostet am: Donnerstag, 05. April 2018

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