Nachgefragt | Prestigeprojekte im Problemviertel – ist der Regensburger Osten zu retten?

Nachgefragt | Prestigeprojekte im Problemviertel – ist der Regensburger Osten zu retten?

Der Sportpark Ost – das neuste Prestigeprojekt der Stadt.

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Der Regensburger Osten soll aufgewertet werden – mit dem Sportpark Ost und dem Innovationsquartier entstehen im Regensburger Stadtosten zwei Prestigeprojekte. Im April markierte der Spatenstich den Beginn des ersten Bauabschnitts des Innovationsquartiers auf dem Areal der ehemaligen Prinz-Leopold-Kaserne – entstehen soll ein energetisch optimiertes Stadtviertel mit sozialen Wohnungen, Schule, Kitas, Gewerbe, einem eigenen Mobilitätskonzept und Grünflächen. Der Sportpark Ost mit seinem Schwimmbad und seiner Leichtathletiktrainingshalle ist erst kürzlich in Betrieb gegangen.

Gebiet schon jetzt auf dem absteigenden Ast?

Aber: Das Umfeld kann jedoch als bedenklich angesehen werden: Immer wieder ist die Gegend um den Wendehammer Dieselstraße stark vermüllt, neulich wurden dort mutmaßliche Kupferdiebe erwischt. Außerdem gibt es mehrere Flüchtlingsunterkünfte in diesem Umfeld – in den letzten Monaten gab es einen Messervorfall, einen von einem Asylbewerber verschuldeten Autounfall, eine Attacke auf einen Wachmann, außerdem kommt es an der Bushaltestelle Zeißstraße zu körperlichen Auseinandersetzungen, Alkoholkonsum und aggressiven Anmachversuchen (wir haben berichtet).

Wie sicher ist die Zeißstraße?

Deshalb wollen wir wissen: Wie sicher ist die Gegend – vor allem für unbegleitete Jungen und Mädchen, die abends vom Sportpark durch dieses Viertel laufen müssen? Was tun Stadt und Polizei, um das Sicherheitsgefühl zu stärken?

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Polizei: Zeißstraße kein Brennpunkt

Das Polizeipräsidium Oberpfalz sieht im Bereich um den Sportpark Ost keinen Brennpunkt: Es gebe hier keine verstärkte Anzahl von Delikten, zudem seien dort keine körperlichen oder sexuellen Übergriffe auf Jugendliche bekannt. Trotzdem sorge man mit regelmäßiger Präsenz sowie präventiven Maßnahmen (z. B. verstärkte Streifenfahrten im Bereich von Asylunterkünften) für ein sicheres Umfeld.

Stadt: Erhöhte Überwachung nur an Brennpunkten

Die Stadt Regensburg geht nicht auf die Sicherheitslage an diesem Ort ein, sondern schreibt, dass ihr an einem guten Sicherheitsgefühl und einer objektiv hohen Sicherheitslage im ganzen Stadtgebiet gelegen ist. Man versuche, eng mit der Polizei zusammenzuarbeiten und hohen Überwachungsdruck an Brennpunkten zu gewährleisten. Eine flächendeckende Überwachung rund um die Uhr sei aus personellen Gründen nicht möglich.

aufraumenFlüchtlinge, die Regensburg freiwillig von Müll befreien? – Das schafft Akzeptanz!
Bild: © privat

Freiwillige räumen auf?

Während Stadt und Polizei den potenziellen Brennpunkt Zeißstraße noch gar nicht auf dem Schirm haben, kommt Unterstützung von unerwarteter Seite: Seit einigen Wochen beobachten wir mutmaßliche Ankerzentrumbewohner mit Warnweste, Müllzwicker und Mülltüte, die die Zeißstraße von Müll befreien. Die Pressestelle der Stadt Regensburg bestätigt uns, dass von Zeit zu Zeit Migranten aus der Aufnahmeeinrichtung Müll aus Grünstreifen oder Parks (z. B. Ostpark) aufsammeln. Der Müll werde anschließend von der Stadt abgeholt und entsorgt. Es handle sich dabei um eine Aktion im Auftrag des Gartenamtes. Die Freiwilligenarbeit werde von der Stadt nicht vergütet. Bravo! – Das schafft Akzeptanz und kann zur besseren Integration beitragen.

Fazit

Müll, Diebe, Alkohol, Belästigung und sogar Gewalt – die Warnzeichen sind vorhanden. Dort, wo diese Probleme nicht bekämpft werden, vermehren sie sich tendenziell (Broken-Window-Theorie). Der neu eröffnete Sportpark Ost nimmt so langsam an Fahrt auf und lockt immer mehr Menschen in eine Gegend, die vorher eher gemieden wurde. Bevor das Innovationsquartier in ein paar Jahren Tausenden Menschen lebendigen Wohnraum bieten soll, werden sich auch die Stadt und die Polizei intensiv des Viertels annehmen müssen. (lnw)

 


Die „Nachgefragt“-Reihe

  • gepostet am: Montag, 11. August 2025

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