Nachgefragt: „Süddeutsche Zeitung“ weiter im Sinkflug

Nachgefragt: „Süddeutsche Zeitung“ weiter im Sinkflug

Keine Front, an der es nicht brennt

Das einstige Flaggschiff des deutschen Journalismus verliert immer mehr an Glaubwürdigkeit, Auflage und Qualität. Stattdessen gibt es allen Anschein nach seltsame Verbindungen zu abstrusen Gruppierungen von Erdogan bis zu Linksradikalen und gerade in Regensburg eine vor Fehlern strotzende Berichterstattung

Die Entscheider bei der „Süddeutschen Zeitung“ müssen vermutlich sehr verzweifelt gewesen sein. So verzweifelt, dass sie sich den Anzeigenauftrag der Union der Kammern und Börsen in der Türkei für ihre Wochenendausgabe vom 15. Juli 2017 schönredeten und das ganzseitige Inserat schalteten. Farbig, rechte Seite, teuer. Denn Anzeigen in der „SZ“, so deren Geschäftsführer Stefan Hilscher gegenüber dem Medienportal „Horizont Online“, werden veröffentlicht, wenn sie „nicht gegen den Geist der Verfassung oder sonstiges Recht und Gesetz verstoßen“. Besagte Anzeige trug die Überschrift „Sieg der Demokratie über den Terror“ und war eine Jubelorgie für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Dabei umgibt sich die „Süddeutsche“ doch immer mit dem Mäntelchen des Kämpfers für Gerechtigkeit und bescheinigt sogar in derselben Ausgabe der Türkei, sich auf einer „Schussfahrt in die Diktatur zu befinden“.

Die Anzeige erschien zum Jahrestag des niedergeschlagenen Putschversuchs vom 15. Juli 2016, mit dem Erdogan gestürzt werden sollte. Sie beschwört den „gemeinsamen Einsatz für demokratische, freiheitliche und rechtsstaatliche Gesellschaften“. Demokratisch, freiheitlich, rechtsstaatlich? In einem Land, in dem über 40.000 Menschen verhaftet wurden, weil sie Kritik am Präsidenten übten und 100.000 aus Militär und öffentlichen Ämtern entlassen wurden, weil sie Erdogan nicht genehm sind? In einem Land, in dem immer mehr demokratische Strukturen abgebaut werden sollen und deutsche Journalisten und Menschenrechtler in Einzelhaft oder in überfüllte Zellen in den Knast gesteckt werden, weil sie über die teils unglaublichen Zustände in dem NATO-Mitgliedsland berichteten?
Auch die „Süddeutsche Zeitung“ griff den Niedergang der Demokratie am Bosporus in der Vergangenheit immer wieder auf, doch wie glaubwürdig ist das alles noch nach der Anzeige, die „Spiegel“ und „Bild“ übrigens ablehnten? Für den Hamburger Journalistik-Professor Volker Lilienthal überhaupt nicht mehr. Er sagte „Horizont“, die Haltung der SZ sei „grauslig, kaum verständlich, ausweichend und selbstgerecht“. Die Anzeige erzeuge einen „schrägen Eindruck“, den sich die Redaktion vorhalten lassen müsse. Ein vernichtendes Urteil über das angeblich so seriöse und unabhängige Blatt.

„Fressen vor der Moral“?

Doch ist die offen an den Tag gelegte Einstellung der „Süddeutschen“ wirklich so überraschend? Wohl kaum – und gleichzeitig doch entlarvend. Das Fressen kommt vor der Moral, heißt es in der Dreigroschenoper von Bertolt Brecht. Und die SZ kassierte schließlich – so berichten verschiedene Medien übereinstimmend – angeblich einen sehr hohen fünfstelligen Euro-Betrag von den Türken. Da verhält man sich womöglich schon mal wie jene Anzeigenblättchen, für die die ach so integre Tageszeitung doch sonst nur Verachtung übrig hat und stellt eine ganze verkaufte Seite, so scheint es, über den sonst wie eine Standarte vor sich hergetragenen ethisch-moralisch-linkspolitischen Anspruch.
Zumal, wenn es sich um eine Zeitung handelt, deren Werbeeinahmen schon mal um 60 Prozent eingebrochen waren und bei der der Betriebsrat von 60 Millionen sprach, die vom einen auf das andere Jahr fehlten. Klar, viele Printmedien verlieren, aber bei der „Süddeutschen“ ist der seit Jahren anhaltende Niedergang dramatisch. Immer wieder – die Stadtzeitung berichtete ausführlich im Dezember 2016 (siehe auch www.regensburger-stadtzeitung.de) – gab es in den letzten Jahren Millionenverluste für den Eigentümer „Südwestdeutsche Medien Holding“, 2014 wurde der Firmenwert des Süddeutschen Verlages um 63 Millionen Euro herabgestuft.

Am Personal wird gespart, Auflage sinkt dramatisch

Folge der Verluste war unweigerlich ein Stellenabbau, über 1.000 Jobs sind beim Süddeutschen Verlag seit 2004 gestrichen worden. Das Internetportal „The European“ zitiert in diesem Zusammenhang den Konzernbetriebsrat Harald Pürzel: „Damit ist die Grenze der Qualitätsgefährdung erreicht.“
Altersteilzeit, Einstellungsstopp und Nichtbesetzen freiwerdender Stellen wurden zum vertrauten Thema, Außenredaktionen sind zum Teil nur noch Ein- oder Zweimannbetriebe. Und die Menschen, die dort arbeiten, können einfach nicht mehr leisten.
Die Folge daraus: ein enormer Auflagenschwund! Wie ebenfalls in der RSZ berichtet, ist das einstige „Leitmedium“ von einer Auflage von zu ihrer Spitzenzeit ca. 440.000 Exemplaren nun mit Stand 1. Quartal 2017 laut dem Branchendienst „meedia“ auf ca. 305.000 verkaufte Exemplare abgestürzt!

Schlampereien beginnen schon bei den einfachsten Fakten

Immer wieder liefert die „SZ“ z.B. in Regensburg Beweise dafür, dass es ihr schreibendes Personal bisweilen mit der Tiefen-Recherche nicht so genau zu nehmen scheint oder es an der Sorgfaltspflicht mangelt, die jedem Stadtzeitungsvolontär am ersten Ausbildungstag eingebläut wird: Die Fakten müssen stimmen!
Schauen wir doch z.B. mal auf den Lohnschreiber, der in Regensburg für die „SZ“-Berichterstattung zuständig ist: Der Mann berichtet am 7. Juli 2017 im Zusammenhang mit der Regensburger Korruptionsaffäre über den vom Dienst suspendierten Oberbürgermeister Joachim Wolbergs: „Die Suche nach Antworten führt in den Regensburger Osten. Hier ist Wolbergs aufgewachsen, hier hat er Abitur gemacht, war Schülersprecher am Albrecht-Altdorfer-Gymnasium.“
Stimmt. Wolbergs war Schülersprecher am Albrecht-Altdorfer-Gymnasium. Aber das steht nun mal am Minoritenweg. Aufgewachsen ist er an der Von-der-Tann-Straße. Beide Straßen befinden sich mitten in der Stadt, tragen die einzig der Altstadt vorbehaltene Postleitzahl 93047 und liegen mitnichten im „Regensburger Osten“.
Das mag Münchner Journalisten, die nicht aus der Stadt stammen, vielleicht auch gar nicht weiter interessieren, es bleibt dennoch schlichtweg falsch und nachgerade peinlich für einen  angeblich „lokalen“ Berichterstatter und für eine Zeitung, die sich in ihrer Eigenwerbung rühmt, „eine verlässliche Quelle“ zu sein und zwar „immer und überall“.

Die Blamage mit der „Heimatliebe“-Berichterstattung

Relativ zeitnah zu dieser offenbar einer mangelnder Verwurzelung in der Stadt geschuldeten Schlamperei gibt es ein weiteres Beispiel offenkundig grottenschlechter Recherche und diesmal auch nahezu unverhohlen tendenziöser Berichterstattung, das eine genauere Beleuchtung verdient.
Es geht um einen Artikel zu einem Musik-Festival „Heimatliebe“, das der Veranstaltungsservice Regensburg (VSR) vom 7. bis zum 9. Juli 2017 auf Schloss Pürkelgut ausrichtete. Unter der Überschrift „Ist diese Heimatliebe suspekt?“ fühlte sich ein nach eigenen Angaben ausgebildeter Kultur-Redakteur namens Michael Zirnstein bemüßigt, das von jungen, engagierten Mitarbeitern des VSR auf die Beine gestellte Festival offensichtlich in den Dreck zu ziehen und ihm einen rechten Anstrich zu verleihen.
Zunächst beweist er aber eindrucksvoll, dass er von den Dingen vor Ort nun wirklich überhaupt keine Ahnung hat: So schreibt er vom „Veranstaltungsservice Regensburg Peter Kittl GmbH“, (obwohl er wissen könnte, dass einer der erfolgreichsten deutschen Veranstaltungsmanager Peter Kittel heißt, dessen Name ja spätestens seit den brillant organisierten Papstbesuchen auch bundesweit ein Begriff ist), bezeichnet die Regensburger Stadtzeitung, die es schon seit über 30 Jahren unter diesem Titel gibt, als „Regensburger Stadtanzeiger“ und behauptet, Peter Kittel sei der Veranstalter des “Wintermarktes auf Schloss Thurn und Taxis“.
Pikant und möglicherweise gewisse Rückschlüsse zulassend: „Wintermarkt“ ist ein Ausdruck, der an den Sprachgebrauch der sozialistischen DDR erinnert. Denn diese wollte ihr atheistisches Weltbild u.a. durch Tilgung der Begriffe von christlich geprägten Festen wie eben z. B. Weihnachten ideologisch festigen. Allein schon deshalb ist es geradezu absurd und zeugt von kompletter Ahnungslosigkeit des Autors, ausgerechnet auf Schloss Thurn und Taxis einen solchen „Wintermarkt“ zu verorten.
Andere Redaktionen, die sich mit weitaus weniger Standesdünkel eines angeblichen „Qualitätsjournalismus‘“ umgeben, erwarten von ihren Mitgliedern eine deutlich wahrheitsgetreuere Recherche.
Allein diese erneut peinlichen Fehler an sich stellen für ein „Qualitätsmedium“ schon eine Blamage dar, doch sie sind erschreckenderweise nur die kleineren Unkorrektheiten im – das ist kein Witz – tatsächlich in der „SZ“ veröffentlichten Artikel.

Und dann mal mit der „Nazikeule“

Denn Zirnstein fährt noch andere Geschütze auf, die mit mangelnder Fachkompetenz wohl nur unzureichend erklärt wären. Er behauptet in seinem „Artikel“, dass zwei der Zugnummern der Veranstaltung „alarmiert seien“. Schließlich bediene Peter Kittel „rechte Vorurteile“. Denn: Der Verleger und Chefredakteur der RSZ hatte sich auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle kritisch über den ungebremsten Flüchtlingszustrom geäußert.
Nun hätten „Fans“ die Bands angeschrieben, ob sie denn nicht wüssten, für wen sie da spielen. Und dann kommt es: Zirnstein behauptet, die Musikbands „Moop Mama“ und „Django 3000“ hätten die Verträge nicht mit dem Veranstaltungsunternehmen von Peter Kittel, sondern mit einem Mittelsmann geschlossen. Doch diese Behauptung ist falsch und völlig aus der Luft gegriffen. Sämtliche Verträge wurden mit dem VSR geschlossen. Die Behauptung ist aber auch ehrenrührig, könnte sie doch im Umkehrschluss bedeuten, Peter Kittel würde seine Geschäftspartner bewusst täuschen.

Kleinlaute Unterlassungserklärungen

Der Stadtzeitungsverleger ließ sich diese ehrrührige und falsche Behauptung nicht gefallen. Er beauftragte den bundesweit hoch angesehenen Medienrechtler Prof. Dr. Johannes Weberling mit der Wahrung seiner Interessen. Am Landgericht Berlin erwirkte dieser gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ unverzüglich eine Einstweilige Verfügung, der Autor und die „Süddeutsche Zeitung“ gaben im Anschluss an deren Erlass noch strafbewehrte Unterlassungserklärungen bezüglich der falschen Äußerung ab. Kittel nahm es „mit sehr großer Genugtuung zur Kenntnis, dass der falschen, ehrverletzenden und geschäftsschädigenden Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung ein Riegel vorgeschoben werden konnte“.
Doch der Stadtzeitungsverleger fragte sich auch, was eigentlich Anlass für den Versuch war, die Veranstaltung zu torpedieren. Dabei kam er zu folgenden Überlegungen: „Der Artikel gegen Heimatliebe bzw. gegen mich als Person ist gespickt mit Halb- bzw. krassen Unwahrheiten. Das lässt für mich nur zwei Schlüsse zu: Entweder es mangelte dem verantwortlichen Redakteur beim Verfassen seines Artikels an journalistischer Kompetenz und er hat schlecht und schlampig gearbeitet, oder aber er handelte in voller Absicht, und der Artikel sollte mich mit falschen Fakten beim Leser bewusst diskreditieren. Beide Varianten wären eines angeblichen Qualitätsmediums wie der Süddeutschen Zeitung unwürdig.“
Autor Zirnstein übrigens behauptet trotz aller nachgewiesenen Fehler, bis auf den gerichtlich untersagten Passus sei „der Rest des Artikels vollkommen korrekt und unangreifbar“. Wenigstens diese Meinung dürfte er exklusiv haben.

Radikal statt liberal?

Möglicherweise steckt aber hinter der Berichterstattung der „SZ“ gegen Peter Kittel eine neue, verzweifelt um Leser aus dem weit linken politischen Lager ringende Strategie. Es ist kein Geheimnis, dass der Regensburger Hauptberichterstatter des Blattes sich auffallend oft einer linksradikalen Internet-Zeitung als Quelle bedient.
Auch Zirnsteins Quellenverweise nähren den Verdacht, die linksliberale „Süddeutsche“ könnte von linksradikalen Gruppierungen als Erfüllungsgehilfe missbraucht worden sein. Zwar behauptet er, Anlass für die Geschichte zum Heimatliebe-Festival sei ein „Informant, den wir aus Gründen des Quellenschutzes nicht offenbaren“.
Wer dieser „Informant“ sein dürfte, scheint aber möglicherweise nicht schwer zu erraten zu sein. Denn Zirnstein hatte bei seiner ersten Anfrage an den Veranstaltungsservice doch ausdrücklich ein Schreiben des „Antifaschistischen Bundes Regensburg“ als Hintergrund seiner Recherchen genannt. Es scheint also, als sei der „Kultur-Redakteur“ einfach auf den Zug der „Antifa“ aufgesprungen.
Ein wirklich Großer des Journalismus, der langjährige Tagesthemen-Anchorman Hanns-Joachim Friedrichs, wird gerne mit einem berühmten Satz zitiert. „Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache.“ Der Verlag sollte diese Maxime vielleicht zum Anlass nehmen, seinem „Kulturredakteur“ Michael Zirnstein hier eine gewisse Fortbildung zu spendieren.

Erneutes Beispiel für Qualitätsverlust

Peter Kittel wird bei dieser anscheinenden oder vielleicht auch nur scheinbaren Nähe der Zeitung zu den Linksextremen hellhörig. Er sagt: „Ich halte es – auch angesichts der jüngsten Ereignisse in Hamburg – für höchst bedenklich, wenn ein Redakteur der angeblichen „Qualitätszeitung“ SZ ausgerechnet ein dubioses Pamphlet der Regensburger Antifa bzw. Anita F. sowie persönliche Diffamierungen eines linksradikalen Bloggers gegen meine Person als Quellen benutzt, um sich über die – übrigens ausgesprochen erfolgreich und friedlich verlaufene - Veranstaltung „Heimatliebe“ auszulassen. Dass dieser Redakteur es dabei offensichtlich auch mit der Wahrheit nicht sonderlich genau nimmt, macht mich sehr misstrauisch.“
Der Image-Schaden für die „Süddeutsche“ scheint einmal mehr sehr groß: So berichteten u. a. die auflagenstarken Medien Mittelbayerische Zeitung und Wochenblatt ausführlich.
Vor diesem Hintergrund sei ein weiterer Werbeslogan der „Süddeutschen Zeitung“ zitiert: „Eine Welt voller Informationen braucht Nachrichten, denen man vertrauen kann. Wir geben Orientierung. Denken muss jeder selbst.“ Eine Aussage, der sich die Regensburger Stadtzeitung hinsichtlich des zweifellos vorhandenen Glaubwürdigkeitsverlustes der SZ nach diesen Berichterstattungen vorbehaltslos anschließt.  (hk)

 


 

Die „Nachgefragt“-Reihe

Hintergrund

Nachdem Michael Zirnstein gegenüber Peter Kittel eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben hatte, in der Zirnstein erklärt
... es bei Meidung einer für jeden Fall der schuldhaften Zuwiderhandlung vom Unterlassungsgläubiger zu bestimmenden Vertragsstrafe, die ggf. vom zuständigen Gericht zu überprüfen ist, zu unterlassen, zu behaupten und/oder behaupten zu lassen, und/oder zu verbreiten, und/oder verbreiten zu lassen:
„die Musikbands „Moop Mama“ und „Django 3000“ hätten den Vertrag bezüglich ihrer Teilnahme am Festival „Heimatliebe“ vom 7. bis 9. Juli 2017 auf Schloss Pürkelgut nicht mit dem Veranstaltungsunternehmen des Antragstellers, sondern mit einem Mittelsmann geschlossen.“
wie geschehen am 30.06.2017, ...
führte die Regensburger Stadtzeitung folgendes Interview mit ihm:

RSZ: Herr Zirnstein, sind Sie ein ausgebildeter Journalist?
Zirnstein: Ja.
RSZ: Welche Position bzw. Funktion haben Sie bei der Süddeutschen Zeitung?
Zirnstein: Kultur-Redakteur.
RSZ: Als Auslöser Ihrer Recherche über das Musikfestival „Heimatleibe“ gaben Sie uns gegenüber ein Schreiben der      linksradikalen Regensburger ANTIFA-Gruppe an, das diese an die an diesem Festival teilnehmenden Bands              verschickt hat. In Ihrem Artikel verschweigen Sie aber diesen Kontext. Warum?
Zirnstein: Den Anlass für den Artikel gab uns ein Informant, den wir wegen des Quellenschutzes selbstverständlich nicht offenbaren. Zum späteren öffentlichen Schreiben der Antifa an die engagierten Künstler habe ich Sie befragt, weil ich wissen wollte, wie Sie dazu Stellung beziehen. Wen man schließlich in einem Artikel zitiert oder nicht, liegt im Ermessen der Redaktion.
RSZ: In welcher Beziehung stehen Sie persönlich zu der linksradikalen Bewegung ANTIFA?
Zirnstein: In keiner.
RSZ: Ist Ihnen der weltanschauliche Unterschied zwischen einem „Weihnachtsmarkt“ und einem „Wintermarkt“ geläufig?
Zirnstein: Im Zusammenhang mit diesem Interview verstehe ich die Frage nicht.
RSZ: Sie kolportieren aus dem Zusammenhang gerissene Zitate einer Satirerubrik der Regensburger Stadtzeitung, schreiben aber von dem „Regensburger Stadtanzeiger“. Kann es also sein, dass Sie das Blatt, aus dem Sie angebliche Inhalte zitieren, gar nicht selbst kennen, sondern sich beim Verfassen Ihres Artikels auf unüberprüfte Zutragungen Dritter gestützt haben?
Zirnstein: Als ich „Regensburger Stadtanzeiger“ statt „Regensburger Stadtzeitung“ geschrieben habe, ist mir ein Flüchtigkeitsfehler unterlaufen. Natürlich liegen uns Ihre unrühmlichen Pegidanahen Zitate aus Ihrer Stadtzeitung im Original vor.
RSZ:  Sie haben in Ihrem Artikel objektiv falsche Behauptungen aufgestellt, deren Weiterverbreitung zwischenzeitlich mit einer vom Berliner Landgericht erlassenen Einstweiligen Verfügung juristisch gestoppt wurde. Halten Sie es für möglich, dass die Verbreitung von objektiv falschen Tatsachenbehauptungen den Ruf der Süddeutschen Zeitung nachhaltig beschädigen könnte?
Zirnstein: Jetzt darf ich um journalistische Genauigkeit bitten. Es wurde eine Behauptung verboten. Der Rest des Artikels ist vollkommen korrekt und unangreifbar. Er ist in aktueller Version für jeden nachlesbar. Lassen Sie doch den Leser entscheiden, ob dieser eine Fehler die Glaubwürdigkeit des Berichts (über die Ressentiments einiger angefragter Künstler gegen Ihr Konzert), des Autors oder gar der ganzen Zeitung gefährdet. Ich glaube es nicht.
RSZ: Herr Zirnstein, wir danken Ihnen für dieses Gespräch!

Bilder

1. Bild: SZ
2. Bild: Tolles Line-Up und beste Stimmung beim Heimatliebe-Festival.
3. Bild & 4. Bild: Einstweilige Verfügung

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