Nachgefragt | Tatort Eisenbahn – Ein deutschlandweites Problem

Nachgefragt | Tatort Eisenbahn – Ein deutschlandweites Problem

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Bei Kaiserslautern wird ein Zugbegleiter von einem Fahrgast totgeprügelt. Und das, weil der Fahrgast wegen fehlenden Tickets des Zuges verwiesen werden sollte. Der Vorfall sorgt deutschlandweit für Entsetzen, doch eigentlich ist das nur die Spitze des Eisbergs. Schon seit Jahren scheinen Vermüllung, Vandalismus und Aggressivität an der Tagesordnung zu sein, aber getan wurde dagegen bisher nichts. Wir haben mit Pendlern und Zugbegleitern gesprochen, die von erschreckenden Vorfällen in ihrem Alltag berichten.

Aggressiver Araber im Zug

Ein Leser (Name der Redaktion bekannt), der beruflich häufig mit dem Zug in der ersten Klasse pendelt, wendet sich an uns, fassungslos von seinem Erlebnis: An einer Haltestelle sei ein offensichtlich arabischstämmiger Mann zwischen 25 und 30 Jahren zugestiegen und habe sich in die erste Klasse gesetzt. Nach geraumer Zeit sei er von einer Zugbegleiterin höflich kontrolliert worden. Der Mann habe gesagt, sie solle verschwinden. Also habe sie ihm noch einmal freundlich erklärt, dass er in der ersten Klasse sitze und ihr bitte das Ticket vorzeigen solle. Der Mann habe daraufhin angefangen zu schreien: „Verschwinde, du deutsche Schlampe, sonst passiert dir was!“ Die Frau habe ihn noch einmal um sein Ticket gebeten, aber die Antwort war ähnlich. Dann sei sie gegangen. Der Leser habe mit sich gerungen, sich einzumischen, doch habe es unterlassen, weil er sich vor einem physischen Angriff – möglicherweise mit einem Messer – gefürchtet habe. Der Leser sei nach zwei Haltestellen an seinem Zielbahnhof angekommen und habe nicht mehr beobachten können, wie die Sache ausgegangen sei.

Systematisches Schwarzfahren

Ähnliches habe der Leser schon oft erlebt. Einmal hätten sich weibliche Teenager, die sich lautstark auf Arabisch unterhalten haben, in die erste Klasse gesetzt. Per Handy hätten sich die Gruppen gegenseitig darüber informiert, ob und wo gerade kontrolliert werde. Wenige Minuten, nachdem die Mädchen ausgestiegen seien, war dann der Zugbegleiter zum Kontrollieren da – das System funktioniere. Der Leser sagt, eigentlich zahle er den fast dreifachen Preis für die erste Klasse, um seine Ruhe zu haben. Stattdessen seien solche Erlebnisse an der Tagesordnung.

Zugbegleiter sind aufgebracht

Auch mit einigen Zugbegleitern haben wir gesprochen, die ebenso anonym bleiben möchten: Immer mehr Ausländer würden ohne Fahrtickets fahren. Mittlerweile würden sich die Zugbegleiter auf keine Diskussionen mehr einlassen, sondern direkt die Polizei rufen, weil solche Gespräche erfahrungsgemäß oft eskalieren würden. Vor allem bei Dunkelheit fühle man sich bedroht. So seien z.B. Schreckschusspistolen von osteuropäischen Banden gefunden worden, die täuschend echt ausgesehen haben sollen. Vandalismus und Vermüllung durch Betrunkene und Drogenkonsumenten seien an der Tagesordnung. Ein solcher Mann habe z.B. auf einem Sitz seinen Darm entleert. Vor allem für Zugbegleiterinnen sei die Ticketkontrolle gefährlich, denn besonders Männer aus bestimmten Kulturkreisen würden Frauen nicht ernst nehmen.

Kein neues Phänomen

Die Zugbegleiter sind zornig, denn die Probleme seien seit etwa zehn Jahren zu beobachten – seit drei bis vier Jahren seien sie besonders schlimm. Bisher sei nichts dagegen unternommen worden. Erst jetzt, wo es zum Äußersten gekommen sei, würden Medien und Politik auf das Thema aufspringen – davor habe man es totgeschwiegen. Ein Zugbegleiter meint: Dass so etwas früher oder später passieren musste, sei eigentlich klar gewesen. (lnw)

 


 

Lesen Sie auch:

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Die „Nachgefragt“-Reihe

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  • gepostet am: Donnerstag, 12. Februar 2026

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