Nachgefragt | Müllghetto Dieselstraße – Wir ziehen Bilanz

Nachgefragt | Müllghetto Dieselstraße – Wir ziehen Bilanz

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Seit mehr als fünf Jahren schon weisen wir auf die Müllsituation in der Regensburger Dieselstraße hin. Besonders anziehend für eine schnelle kostenlose Müllentsorgung: der Wendehammer. Die Stadt hat hin und wieder gezeigt, dass sie aufräumen kann, wenn sie will – leider meistens nur auf unsere explizite Aufforderung hin. In den letzten Monaten wurden verschiedene Müllbanditen auf frischer Tat ertappt und der Polizei angezeigt. Hat das geholfen?

Kupferdiebstahl: Ermittlung verläuft im Sand

Ende Juli letzten Jahres stellte ein Jagdhund mutmaßliche Kupferdiebe. Anlieger zeigten sie an. Die Polizei ermittelte einen Tatverdächtigen mit slawischem und einen mit arabischem Akzent – letztendlich konnten die sichergestellten Kupferkabel aber keinem Diebstahl zugeordnet werden.

Einbruchsserie: ungelöst

Anfang 2026 kam es zu Einbrüchen ins Schloss Pürkelgut. Dort wurden beim liebevoll und aufwändig sanierten Wasserschloss wüste Beschädigungen verursacht und in einem Nebengebäude des Schlossbesitzers Werkzeuge entwendet. An einem eingeschlagenen Fenster fand man Blutspuren. Außerdem: Unmittelbar vor den Einbrüchen tauchten zwei junge Osteuropäerinnen auf den Überwachungsvideos auf, die kurz vor den Einbrüchen das Gelände ausgekundschaftet haben sollen. Doch diese Hinweise haben bislang nicht zur Ermittlung von tatverdächtigen Personen geführt, so die Polizei.

Dunkelhäutiger Müllbandit: muss zahlen

Mitte März 2026 warfen zwei dunkelhäutige Männer am helllichten Tag ihren Müll aus ihrem weißen Lieferwagen am Wendehammer direkt ins Gebüsch. Ein Anwohner dokumentierte alles mit Handy und Dashcam – auch die Gesichter der Müllbanditen und das Nummernschild. Tatsächlich konnte gegen eine der beiden Personen, nämlich den Fahrzeughalter, einen „57-jährigen Deutschen“, so die Polizei, ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet werden. Ihn erwartet wahrscheinlich, so die Stadt Regensburg, eine Geldbuße nach den einschlägigen Ziffern des Bayerischen Bußgeldkatalogs „Umweltschutz“.

Griechischer Müll: in Bearbeitung

Schließlich hat ein Anwohner Mitte April Müllsäcke mit Quittungen, die Hinweise auf eine griechische Imbissbude im Stadtosten enthielten, im Gebüsch beim Wendehammer vorgefunden. Die Stadt schreibt auf Anfrage: „Aus datenschutzrechtlichen Gründen kann hierzu keine Auskunft erteilt werden. Allgemein kann aber mitgeteilt werden, dass Anzeigen bzw. Hinweise auf illegale Müllablagerungen vom Umweltamt immer ernst genommen werden. Sobald ein Verdächtiger ermittelt wird, wird von Seiten des Umweltamtes sodann ein Antrag auf Einleitung eines Ordnungswidrigkeitenverfahrens beim Rechtsamt gestellt. Das Verfahren wird dort geführt. Die Bußgeldhöhe richtet sich nach dem Bußgeldkatalog Umweltschutz, Teil 2, Kapitel 1, Sachbereich Abfallentsorgung und wird vom Rechtsamt festgelegt.“

Bilanz

Von vier Ermittlungen gegen Müllbanditen und Kleinkriminelle, die in und an der Dieselstraße ihr Unwesen treiben, wurden zwei eingestellt, eine ist noch in Bearbeitung und eine verlief erfolgreich. Auf die erwischten und überführten Täter warten nun Geldstrafen in gut fünfstelliger Höhe. Zu verdanken sind die ersten Erfolge aber nicht den Behörden, sondern der Initiative, Aufmerksamkeit und Detektivarbeit von Anwohnern und Privatpersonen, ohne die in den letzten fünf Jahren kaum etwas passiert wäre. Jetzt sind die Regensburger Bürger gefragt, Müll und auch Schmierereien selbst zu dokumentieren, anzuzeigen und gegebenenfalls die Regensburger Stadtzeitung zu informieren und mit Fotos oder anderem Beweismaterial zu versorgen, bis sich Stadt und Polizei – wie auch im Zusammenhang mit dem Angstraum Bahnhof Regensburg geschehen – dem medialen Druck beugen und endlich selbst aktiv werden. (lnw)

 


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