Jubiläum | Als der Papst kam

Jubiläum | Als der Papst kam

Highlight: Auf dem Islinger Feld hielt der Papst einen Gottesdienst vor rund 260.000 Gläubigen.

 

Ein Höhepunkt des Stadtlebens: 2006 besuchte Benedikt XVI. die Domstadt, in der er einst lehrte. Peter Kittel wurde vom Bistum zum verantwortlichen Planungsbeauftragten ernannt. Die Herausforderung wurde zum erfolgreichsten Auftrag des Veranstaltungsservices. Auch nach 13 Jahren blicken Kittel und seine Mitarbeiter voller Stolz zurück.

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Im September 2006 kehrte Benedikt XVI. in jene Stadt zurück, die ihm Heimat wurde, als er noch Joseph Ratzinger war. 1969 war der 42-Jährige zum Ordinarius für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Universität ernannt worden, 1976 wurde er gar Vizepräsident der Hochschule, ehe er 1977 zum Erzbischof von München und Freising und schließlich zum Kardinal ernannt wurde. Er blieb Honorarprofessor der Universität Regensburg, bis ihn Papst Johannes Paul II. zum Präfekten der Katholischen Glaubenskongregation in Rom und zum Präsidenten der Päpstlichen Bibelkommission und der Internationalen Theologenkommission bestimmte. Das Oberhaupt der katholischen Kirche hatte auch als Priester gewirkt, in St. Josef Ziegetsdorf und in St. Paul. 1970 hatte sich Ratzinger mit seinem Bruder, dem Domkapellmeister Georg Ratzinger, ein Haus in Pentling gebaut, das längst Wallfahrtsort geworden ist. Die Gemeinde hat dem Papst die Ehrenbürgerwürde verliehen, auch Regensburg unternahm 2006 den gleichen Schritt. In das Pentlinger Haus zog sich Benedikt XVI. mit seinem Bruder zurück, als ihm während seines Regensburg-Besuches ein privater Tag zuteil wurde.

Bei der Rückkehr nach Regensburg wurde dem Heiligen Vater ein herzlicher Empfang bereitet. Bei seiner Ankunft säumten zig Tausende die Straßen. Zur Heiligen Messe auf dem Islinger Feld – dem Höhepunkt der Pastoralreise – strömten 260.000 Pilgerinnen und Pilger aus aller Welt herbei und feierten bei strahlendem Sonnenschein einen ergreifenden Gottesdienst, der weltweit von mehr als 300 Millionen Gläubigen mitverfolgt wurde.

Das im Südosten der Stadt gelegene Islinger Feld war für die Messe umgebaut worden. Auf dem ehemaligen Rübenacker mit einer Fläche von über 130 Fußballfeldern (660.000 Quadratmeter) wurde für das Großereignis in sechs Monaten die Infrastruktur einer Kleinstadt geschaffen, später in drei Wochen zurückgebaut. Während des Papstbesuches war die Fläche als Sicherheitszone ausgewiesen, die Autobahn wurde komplett für den Verkehr gesperrt und in einen riesigen Busparkplatz umgewandelt – eine logistische Meisterleistung.

Papst Plan
Der Planungsaufwand für das Islinger Feld war gewaltig: Dieser Plan zeigt den Ort der Papstmesse in seiner logistischen Gliederung. Jedes Kästchen dieser „Schachbrett-Struktur“ markiert ein sog. „Pilgerfeld“ und hatte die Ausmaße von einem halben Fußballplatz.

Heute erinnert ein 16 Meter hohes Kreuz aus Stahl und Holz an den unvergesslichen 12. September 2006.

Der Papst wirkte aber nicht nur auf dem Islinger Feld. Benedikt XVI. hielt eine vieldiskutierte Vorlesung an der Universität, feierte einen Gottesdienst im Dom und trug sich in das Goldene Buch der Stadt ein. Seine Verbundenheit mit der Stadt und ihren Besonderheiten dokumentierte der Papst aber auch auf höchst menschliche Weise: Er ließ sich eigens eine frische Tellersulz aus der Küche des Spitalgartens in das Priesterseminar kommen.

Für den von Peter Kittel generalstabsmäßig vorbereiteten und mit über 10.000 freiwilligen Helfern völlig reibungslos durchgeführten Papstbesuch erhielten die Verantwortlichen höchstes Lob vom päpstlichen Reisemarschall Dr. Alberto Gasparri.

11 Papst und Planungsbeauftragter: Benedikt XVI. trifft Peter Kittel.

Für die gesamte Region gilt der Besuch von Papst Benedikt XVI. als das Jahrtausendereignis.

Für den Veranstaltungsservice Peter Kittel sollte es nicht die letzte Gelegenheit sein, eine Reise des Heiligen Vaters zu organisieren. Auch die Marienvesper des Papstes auf dem thüringischen Eichsfeld mit 90.000 Besuchern wurde 2011 unter der Federführung von Peter Kittel gefeiert. Er war als Krisenmanager eingesprungen, als die Veranstaltung zu scheitern drohte und führte sie zu einem so großen Erfolg, dass der Vatikan ihr eine eigene Briefmarke widmete.

Die „Thüringer Allgemeine“ schrieb über Kittel im Vorfeld der Veranstaltung ein ganzseitiges Portrait, das sie „Oh, Bayer, hilf“ nannte und in dem sie von dem „bodenständigen Mann aus dem Bayerischen Wald“ schwärmte. In Büchern zur Marienvesper wurden Peter Kittel und seinem Team ganze Kapitel gewidmet. (ssm)

 


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