Nachgefragt | Wer holt die Roller ins Trockene? – E-Scooter in Regensburg

Nachgefragt | Wer holt die Roller ins Trockene? – E-Scooter in Regensburg

Bildunterschrift: Die Roller werden zur Aufladung oder zur Wartung abgeholt.

 

E-Scooter. Diese elektrischen Dinger auf zwei Rädern. Die von heute auf morgen in jeder größeren Stadt zu finden sind. Die die modische Alternative zum Fahrrad sein wollen. Die man über sein Smartphone ausleihen kann, um schnell und spontan irgendwohin zu kommen. Die überall in Regensburg rumstehen oder auch mal im Graben liegen. Aber wer holt sie wieder aus dem Graben, wenn sie dort landen sollten? Was passiert im Hintergrund? Ist das auch etwas für die Offline-Minderheit unter uns? Wir haben bei Bird nachgefragt, einem der E-Scooter-Verleiher in Regensburg.

Roller werden regelmäßig abgeholt

Werden die Akkus ausgetauscht oder geladen? Das wollten wir wissen. Bird antwortet: „Wir verwenden in unseren Fahrzeugen ausschließlich Batterien, die sich zwar in einer unserer Werkstätten austauschen lassen, etwa bei einem Defekt, jedoch nicht im laufenden Betrieb getauscht werden können.“ Die Temperatur und Feuchtigkeit werde laut Bird in Echtzeit gemessen; bei Anomalien werde das Bird-Betriebsteam benachrichtigt und das ganze Fahrzeug eingesammelt. Wir fragen: Werden die Roller vor Ort aufgeladen? Die Antwort ist: „Nein, sie werden von unserem Partner eingesammelt und in ein Service Center gebracht.“ Wie oft werden die E-Scooter aufgeladen? „Unsere Fahrzeuge werden von unserem Fuhrparkleiter regelmäßig aufgeladen und gewartet“, kommentiert Bird. Wir wollen es näher wissen, aber Bird kann keine genaue Aussage treffen: „Wie oft ein Fahrzeug aufgeladen werden muss, kommt auf die Nutzung des E-Scooters an.“

Keine Roller in den Parkverbotszonen

Wo dürfen die Scooter denn stehen und wo nicht? Bird erklärt: „Die E-Scooter können in den meisten Teilen von Regensburg abgestellt werden. Jedoch gibt es sogenannte Parkverbotszonen, in denen es nicht möglich ist, den Mietvertrag vor Betriebsbeginn um ein Gewässer herum abzuschließen. Dies gilt auch für andere sensible Bereiche innerhalb der Stadt wie Parks, Grünanlagen und Fußgängerzonen, in denen das Parken nicht erwünscht ist. Zudem überwachen wir geparkte Scooter in der Nähe von Gefahrenbereichen äußerst streng und entfernen sie aktiv, um sicherzustellen, dass die Geräte nicht an Orten abgestellt werden, wo sie zu einem Problem werden können.“

Regensburg umrundet Erde sieben Mal

Wie viele Menschen nutzen die E-Scooter am Tag in Regensburg? Bird entgegnet: „Auch wenn wir unsere exakten Daten nicht weitergeben können, können wir sagen, dass unsere Regensburger Fahrer*innen, wenn wir alle Fahrten im Jahr 2021 zusammenzählen würden, die Erde mehr als 7 Mal umrundet hätten!“ Wir fragen: Werden die E-Scooter regelmäßig oder eher spontan genutzt? Bird führt aus: „Das Verhalten der Fahrer*innen ist vielfältig, wir beobachten sehr regelmäßige Nutzung, insbesondere unter jenen Regensburgern, die einen Ride Pass, also eine Art Zeitpaket, aktiviert haben, um autofrei multimodal von A nach B zu kommen. Gleichzeitig gibt es auch viele Nutzer, die unsere Scooter situativ nutzen.“

Vandalismus

Werden die Scooter oft beschädigt? Bird meint hierzu: „Bis auf einige Einzelfälle bewegt sich die Anzahl der Fälle von Vandalismus an unseren Fahrzeugen in Regensburg insgesamt auf einem sehr niedrigen Niveau [...]. Auch wenn Vandalismus die Ausnahme ist, unternimmt Bird in Zusammenarbeit mit den Städten eine Reihe von proaktiven Schritten, um den sicheren und verantwortungsvollen Umgang der Nutzer mit unseren Scootern zu unterstützen. Hierzu gehören beispielsweise Sicherheitstutorials, regelmäßige In-App-Benachrichtigungen oder unser spezielles Safe-Start-Feature, durch welches Menschen gezwungen sind, in der Nacht durch die Eingabe eines Schlüsselwortes nachzuweisen, dass sie in der Lage sind, das Fahrzeug sicher zu bedienen und so verantwortungsvolles Fahren zu fördern.“

Sensor erkennt, ob Scooter umgekippt ist

Und wenn die Roller doch einmal im Graben landen? Bird erläutert: „Die Fahrzeuge werden von unserem Bodenpersonal geortet, welches auch für die regelmäßige Wartung unserer Fahrzeuge verantwortlich ist. Die Scooter verfügen über eine Sensorik, die das Umkippen eines Scooters erkennen kann. Signale umgefallener Fahrzeuge führen nicht zu gesonderten Einsätzen des Bodenpersonals, werden jedoch in den Kontrollen des Bodenpersonals berücksichtigt. Wir verfügen außerdem über unterschiedliche Kontaktmöglichkeiten (E-Mail, Telefon sowie eine Beschwerde Funktion in der App, die auch ohne Benutzerkonto verwendet werden kann), die zur Meldung von falsch geparkten oder umgefallenen Scootern verwendet werden können. Sobald eine Meldung bei uns eingeht, wenden wir uns direkt an das Personal vor Ort, das den Scooter schnellstmöglich, in der Regel innerhalb weniger Stunden, einsammelt und/oder umparkt. Sollten sich Beschwerden in einem bestimmten Gebiet der Stadt häufen, erhöhen wir die Sichtkontrollen.“

Fahrt nicht umsonst

Wie viel kostet die Fahrt mit einem einem Bird-Scooter? Bird schreibt: „Die Standardkonditionen beim Mietvorgang betragen 1 Euro für die Freischaltung und 20 Cent/Minute. Darüber hinaus bieten wir gerade für Vielfahrer weitere attraktive Tarifmodelle an, um so auch einer täglichen Nutzung Rechnung zu tragen. Durch unsere enge Partnerschaft mit dem RVV in Regensburg bieten wir zudem verbilligte Tarife für Nutzer der RVV Job-Tickets sowie Jahres- und Ökoabos.“ Welche Bezahlmethoden gibt es? Bird schließt ab: „Nutzer*innen können in der App ihre Kreditkarte oder PayPal als Bezahloption hinterlegen.“

Überall verfügbar, umweltfreundlich, leicht zu bedienen – ob der E-Scooter nun das Nahverkehrsmittel der Zukunft ist, kann jeder für sich selbst entscheiden. Da die Zukunft aber online stattfinden soll, braucht man dazu zumindest ein Smartphone und PayPal oder Kreditkarte. Aber das gute alte Fahrrad ist ja auch nicht unpraktisch. (lnw)

 

2 Bird RegensburgDie Bird-E-Scooter haben 2021 mehr als sieben Mal die Erde umrundet.
© Bird

 


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© Regensburger Stadtzeitung