Nachgefragt | Kuriose Loks vor Regensburg

Nachgefragt | Kuriose Loks vor Regensburg

Schon seit Monaten stehen auf den Abstellgleisen zwischen dem Regensburger Hauptbahnhof und Prüfening (etwa auf Höhe des HUK-Gebäudes) alte Rangierloks und Waggons in allen Regenbogenfarben. Was sind das für Loks? Wer hat sie da hingestellt und warum? Die RSZ wollte diesem kuriosen Anblick auf den Grund gehen.

Kommunikationsdesaster bei der Bahn

Ansprechpartner ist die Pressestelle der Bahn. Dort werden diese Informationen anscheinend wie ein Staatsgeheimnis gehütet. Nach vielen versandeten Anfragen konnten wir in Erfahrung bringen, dass das Gleis durch eine externe Firma genutzt wird und die Bahn keine Ahnung hat, was mit den Fahrzeugen darauf passiert. Wer hat Ahnung? Sachdienliche Hinweise an die Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder über das Kontaktformular. Wir bleiben dran! (lnw)

 

Rangierloks Bild 2Skurril: Die alten Rangierloks stehen schon länger vor dem Regensburger Bahnhof.
© Lukas N. Wuttke
Rangierloks 2Bunte Waggons ohne ersichtlichen Sinn und Zweck. Besitzer: Irgendeine externe Firma.
© Lukas N. Wuttke

 

Nachdreh vom 26.04.2022

Wir sind noch einmal der Frage nach den Loks und Waggons vor dem Regensburger Bahnhof nachgegangen. Stadtzeitungsleser konnten uns schnell weiterhelfen. Ein hilfsbereiter Leser erklärt: „Eigentümer der Fahrzeuge ist die Firma NOBEG Reinold Eisenbahndienstleistungen, Furth i.Wald. Die Rangierloks gehörten ursprünglich der DB, kamen über verschiedene Privatbahnen dann zur Firma NOBEG, die sie hier abgestellt hat. Die Lok in der unteren Reihe Mitte ist einsatzfähig und verrichtet immer wieder Rangieraufgaben in Ostbayern an verschiedenen Orten. Die anderen Fahrzeuge sind aktuell wohl für die Aufarbeitung vorgesehen oder teilweise Ersatzteilspender. Das Äußere mag vll teilweise über die ‚inneren Werte‘ (die bei der Auswahl zum Kauf ja sicher ausschlaggeben waren) hinwegtäuschen.“

Punkt. Das wäre es eigentlich schon gewesen. Doch wir fragen bei der Firma NOBEG weitere Informationen an – und stechen in ein Wespennest. Der Chef des Eisenbahnunternehmens Kurt Reinold antwortet uns ruppig: „Am 11.04 um 18 Uhr eine Mail zu verschicken, mit der Bitte doch bis 13.04. 12 Uhr spätestens zu Antworten, ist schon sehr anmaßend. Als wenn man nichts besseres zu tun hätte. Vor allem, da Ihnen meine Kontaktdaten von der Deutschen Bahn AG GB DB Netz nachweislich schon seit Ende März vorliegen.“ Weiterhin schreibt der NOBEG-Chef: „Und wenn ich auf der Homepage der sog. Stadt 'Zeitung' schon lese 'Kommunikationsdesaster bei der Bahn ' - merkt man, dass dies mit sachlichem Jornalismus wenigt zu tun hat. Ihr 'Kommunikationsdesaster' nennt man BUNDESDATENSCHUTZGESETZ sowie Datenschutzgrundverordnung - beides sollte Ihnen eigentlich bekannt sein und ebenfalls durch Sie angewendet und umgesetzt werden.“

Wir korrigieren ihn höflich: „Von Ihren ‚nachweislich seit Ende März [vorliegenden]‘ Kontaktdaten fehlt bei uns bis heute jede Spur; ein Bahnsprecher wollte sie erfragen, doch eine Rückmeldung kam nie. Dass die Pressestelle der Bahn Presseanfragen wieder und wieder unter den Tisch fallen lässt, ist das ‚Kommunikationsdesaster bei der Bahn‘ und nicht dem Datenschutz geschuldet. Die von Ihnen angeführten 42 Stunden zur Beantwortung einer simplen und sehr überschaubaren Presseanfrage sind im Journalismus ein sehr langer Zeitraum. Wenn alle Subunternehmen der Bahn so langsam arbeiten, erklären sich uns die regelmäßigen Verspätungen durchaus schlüssig.“

Die Antworten des NOBEG-Chefs auf unsere Anmerkungen sind noch emotionaler und wiederholen sich. Schwamm drüber.

Aber warum stehen die Loks jetzt da, wo sie stehen? Was soll mit ihnen passieren? Abseits dieses Geplänkels liefert uns NOBEG einige Informationen: „Die Fahrzeuge parken dort - Sie warten auf den nächsten Einsatz, werden gewartet oder sind langfristig abgestellt z. B. wegen dem Warten auf verfügbare Ersatzteile. Eine Lok ist ein sog. Ersatzteilspender für die anderen, wenn gerade etwas benötigt werden sollte uvm. Die Waggons dienen als Lager sowie Umkleide- und Sozialräume für die Mitarbeiter wie Lokführer und Werkstattpersonal, die dort arbeiten. Auch werden an den Fahrzeugen für Bahnpersonale fachliche Ausbildungen durchgeführt und die unterschiedlichen Ausstattungen/Eigenschaften der Fahrzeuge dienen somit als Praxisobjekt zur Anschauung.“ Weiterhin schreibt NOBEG: „Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2021 stehen die Fahrzeuge dort und vmtl auch noch das ganze Jahr. Dabei kommt mal wieder ein Fahrzeug dazu oder eines geht weg. Je nach dem wann und wo wir arbeiten und welche Fahrzeuge wo benötigen werden etc.“ Das ist die Geschichte hinter den bunten Loks. Und die lustige Geschichte hinter der Geschichte. (lnw)

 


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