Nachgefragt | Nach Stadtzeitungsbericht: Dieselstraße endlich müllfrei

Nachgefragt | Nach Stadtzeitungsbericht: Dieselstraße endlich müllfrei

Bildunterschrift: Die Stadt wird endlich aktiv und lässt einen ganzen Haufen Müll sammeln und entfernen.

 

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Im letzten Monat konfrontierte die RSZ die Stadt Regensburg mit ihrer Untätigkeit im „Müllviertel“ Dieselstraße. Mit Erfolg, wie sich schnell zeigte! Unmittelbar nach Erscheinen des Artikels (Rechtsfreie Räume in Regensburg: Das Müll-Ghetto Dieselstraße, RSZ Nr 03/2021) entsandte die Stadt einen Müllentsorgungstrupp, um dort nach Jahren der Tatenlosigkeit endlich wieder erträgliche Verhältnisse herzustellen. Und das war höchste Zeit! Rückblick: In unmittelbarer Nähe zur dort angesiedelten großen Asylunterkunft in der Dieselstraße: Müll, Schutt und Dreck so weit das Auge reicht. Ein Zustand, den viele Bürger – wie sich herausstellte zu Unrecht – miteinander verknüpften. Kontraproduktiv für alle städtischen Integrationsbemühungen! Denn jeder Umweltsünder – gleich welcher Nationalität – fand in der Dieselstraße offenbar einen rechtsfreien Raum, um seinen gesamten Unrat nebst alten Reifen oder gleich der ganzen Karre dort unbehelligt abzuladen. Und niemanden schien dies bei der Stadt zu interessieren. Doch gerade so politisch brisante Orte erfordern intensive Kontrolle. Die RSZ hat die Missstände erkannt und berichtete. Davon aufgeschreckt, reagierte die Stadt ungewohnt schnell: Ein Sondertrupp der Straßenreinigung rückte an. Mehrere Tage dauerte die Reinigungsaktion, an deren Ende riesige Mengen Müll zusammengetragen und entsorgt wurden. Und nebenbei wird ein Umweltdesaster in letzter Minute abgewendet: Denn die städtischen Entsorger entdeckten bei ihrer Räumaktion auch eine größere Mengen Altöl, das aus lecken Kanistern und diversen Schrottkarren bereits teilweise in den Boden gelangt ist und ihn kontaminierte. Das Umweltamt wurde eingeschaltet, verseuchtes Erdreich abgetragen. Nochmal gutgegangen dank hartnäckiger Recherche der Stadtzeitung.

3Der meiste Müll in der Dieselstraße wurde von der Stadt entfernt. Jetzt stehen nur noch geklaute Einkaufswägen direkt vor der Asylunterkunft.
© Lukas N. Wuttke

Doch die RSZ fürchtet, das könnte eine einmalige Aktion gewesen sein. Deshalb fragen wir bei der Pressestelle der Stadt nach, wie es um die Zukunft der Dieselstraße in Sachen Kontrolle bestellt sein wird. „Die Reinigung der Dieselstraße wird für den gewidmeten und an die Straßenreinigung angeschlossenen Bereich gemäß der Reinigungsklasse 2 gereinigt (3x die Woche). Illegale Ablagerungen werden durch die Müllabfuhr entfernt.“ So die Pressestelle der Stadt Regensburg. Na also, geht doch.

2Die RSZ sagt den Umweltsündern den Kampf an und sorgte am „Wendehammer“ zusammen mit Freiwilligen für Ordnung.
© Lukas N. Wuttke

Dann ist da aber auch noch der sog. „Wendehammer“ am Ende der Dieselstraße. Der ist laut Stadt in Privatbesitz und daher von regelmäßiger Reinigung seitens der Stadt ausgenommen. Die RSZ wird nun selbst aktiv: Sie organisiert Freiwillige und befreit mit deren Hilfe in einigen mehrstündigen Aufräumaktionen auch diesen Bereich von Müll und Unrat. Wer der eigentliche Besitzer ist, will die Stadt aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht preisgeben. „Der Eigentümer des benachbarten Grundstücks wurde Mitte Januar 2021 und noch einmal im März 2021 zur Beseitigung der Sperrmüllablagerungen aufgefordert.“ Immerhin: Jetzt verweisen rote Schilder darauf, dass dort illegale Müllablagerungen verboten sind und Zuwiderhandlungen strafrechtlich verfolgt werden. (lnw)


Zum Dieselstraße-Artikel vom letzten Monat

Zum Artikel „‚So ein scheiß Durcheinander!‘ – Ein Stimmungsbild beim Regensburger Impfzentrum“

Zum Artikel „Corona-Dult 2021: Erst der Rasen, dann der Mensch“


Die „Nachgefragt“-Reihe

  • gepostet am: Donnerstag, 01. April 2021

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