Nachgefragt | Umweltzerstörung im Dienste von IKEA?

Nachgefragt | Umweltzerstörung im Dienste von IKEA?

Bildunterschrift: Achtlosigkeit nimmt den Karpaten nicht nur die Bäume, sondern führt auch zu Verschlammung und Flutkatastrophen.

 

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Die Regensburger Stadtzeitung recherchiert zu Vorwürfen der Umweltzerstörung und des potenziellen Raubbaus in den Karpaten Osteuropas. Auch das schwedische Möbelunternehmen IKEA soll aus diesen Gebieten Holz bezogen haben. Passen die bemerkenswerten Nachhaltigkeitsziele des Konzerns in die Unternehmensrealität?

Jeder kennt sie und so gut wie jeder hat sie: billige Möbelstücke des schwedischen Konzerns IKEA. Das Unternehmen setzt seit Jahrzehnten Maßstäbe und bedient jeden Geschmack. In einer Gesellschaft, in der Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein immer größer geschrieben werden, verspricht auch IKEA, dass die Holzgewinnung nur minimalen Einfluss auf die Umwelt hat. Und das als einer der größten Holzverbraucher der Welt. Die Reporter der Regensburger Stadtzeitung nehmen das IKEA-Versprechen genauer unter die Lupe.

IKEAs Nachhaltigkeitsstrategie auf dem Prüfstand

Jährlich veröffentlicht das schwedische Unternehmen Nachhaltigkeitsberichte. Auf den ersten Blick überzeugen diese von den außerordentlichen Umweltzielen des Konzerns. IKEA arbeitet mit einem eigenen Verhaltenskodex, dem sogenannten IWAY. Er „umreißt Kriterien für Lieferanten, die forstwirtschaftlich nutzbare Materialien verwenden.“ Hier setzten die Schweden neben den eigenen Standards auch auf die Zusammenarbeit unter dem FSC-Siegel (Forest Stewardship Council). Das Siegel ist ein Interessensverband aus Wirtschaftsvertretern, Gewerkschaften, Umweltorganisationen und Menschenrechtsorganisationen, die Unternehmen im Bereich Forstwirtschaft kontrollieren. IKEA veröffentlich diese Informationen sehr transparent auf seinem Internetauftritt und reagiert ausführlich auf die Anfrage der Regensburger Stadtzeitung: „IKEA ist der Meinung, dass die Zertifizierung durch den Forest Stewardship Council derzeit das beste verfügbare Instrument zur Überprüfung der legalen und verantwortungsvollen Holzbeschaffung ist und daher das einzige Zertifizierungssystem, das unsere Kriterien für nachhaltigere Quellen erfüllt.“ Umweltschutzorganisationen wie beispielsweise Greenpeace distanzieren sich jedoch von diesem System: Die Kompromisse, die aus wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Interessen entstehen, seien für die Umweltschützer nicht ausreichend. Profitsteigerung und der Einfluss wirtschaftlicher Ziele stehen dem Umweltschutz entgegen. Auch die Reporter der Regensburger Stadtzeitung haben sich gefragt, wie die billigen Waren, Massenkonsum und Wegwerfgesellschaft mit Umweltschutz und Nachhaltigkeit vereinbar sind. Und sie sind fündig geworden.

IEKA Bild
IKEA: Was steckt hinter dem Nachhaltigkeitsversprechen wirklich?
© Lukas N. Wuttke

Potenziell mafiöse Strukturen bei der illegalen Holzgewinnung in den Karpaten Osteuropas

Die Reise beginnt in den Karpaten Rumäniens und der Ukraine. Der ZDF-Dokumentation „planet:e: Fast Furniture“ (15.11.2020) zufolge hat sich zwischen 2014 und 2017 die Rodungsmasse in den 100.000 Hektar Natur- und Urwald der rumänischen Karpaten verdoppelt. Auch in der Ukraine steigen die Zahlen der gerodeten Holzmassen exponentiell. Viele Hektar Wald in diesen Gebieten sind FSC-zertifiziert. Allerdings erläutern die Dokumentation sowie unzählige weitere Reportagen und Berichte, inwieweit systematisch Regeln zum Schutze des Waldes von den örtlichen Betrieben umgangen werden. Die Betriebe scheinen sich illegale Abholzungserlaubnisse von den zuständigen Forstbetrieben eingeholt zu haben, oftmals unter dem Deckmantel, kranke Bäume zu fällen, um Lebensraum zu erhalten. Augenzeugenberichten zufolge sind auch die Rodungsgrenzen überschritten worden. Das Geschäft mit dem Holz ist in der Ukraine und Rumänien ein lukrativer Markt und reicht von den kleinen Waldunternehmen bis hin in hohe Kreise. Korruption muss hierbei nicht lange gesucht werden, wie das ZDF berichtet. Die hohen Holznachfragen unterstützen das mafiöse System.

Zerstörung der europäischen Urwälder

Die Bilder des ZDF, aber auch anderer Medien zeigen die Verwüstung der Karpaten. Der Lebensraum von Bären, Füchsen, Luchsen und seltenen Vogelarten wird zerstört, auf Schon- und Brutzeiten keine Rücksicht genommen. Die Waldarbeiten und das rücksichtslose Verhalten gegenüber der Umwelt führen zur Verschlammung der Waldbäche und -flüsse und sind mitunter Grund für Fluten in den Urwäldern Osteuropas. Flora und Fauna leiden unter der Hand des Massenkonsumguts Möbel.

IKEA BarZerstört Raubbau an den letzten Urwäldern Europas den Lebensraum vom Aussterben bedrohter Tiere?

IKEAs Einfluss und die Qualität des FSC-Siegels

Während der Recherche wird oft IKEA und eine mögliche Beteiligung des Konzerns an den Rodungen benannt. Die Regensburger Stadtzeitung hat sich direkt an den Konzern gewandt. IKEA bekommt von seinen Lieferanten 19 Millionen Kubikmeter Rundholz-Äquivalent für seine Einrichtungsgegenstände und Verpackungen. „Mehr als 98 % des für IKEA-Produkte verwendeten Holzes stammt aus nachhaltigen Quellen (FSC-zertifiziertes oder recyceltes Holz).“ Auf die Frage, ob IKEA Strukturen hat, um illegaler Holzbeschaffung entgegenzuwirken, antwortet das Unternehmen sehr ausführlich: „Das IKEA-Prüfsystem wurde so konzipiert, dass es regelmäßig überprüft und angepasst wird […]. Nach einem einheitlichen Verfahren wird IKEA häufig von zuständigen Behörden auf der ganzen Welt kontrolliert, um die Legalität von Holz zu überprüfen.“ Diese Kontrollen beinhalten beispielsweise den eigenen IKEA-Verhaltenskodex IWAY, der alle Lieferanten verpflichtet, Materialien zu verwenden, die „nur aus Wäldern stammen, die legal bewirtschaftet werden“; Holzbeschaffungspläne der Lieferanten, die IKEA kontrolliert; eine Schutzmaßnahme durch ein internes „spezialisiertes, globales Holzbeschaffungs- und Forstwirtschaftsteam […], das jährlich ca. 200 globale Kontrollen in den Holzeinschlagsgebieten durchführt“; und auch die Kontrolle unabhängiger Dritter wie beispielsweise auch des FSC als „zusätzliche Sicherheitsmaßnahme“. Die detaillierte Aufstellung und Beantwortung der Fragen erweckt den Eindruck, dass IKEA in Zusammenarbeit mit verschiedenen Mechanismen alles daran setzt, Ressourcen zu schonen und die Flora und Fauna zu schützen. „Die Position von IKEA zu illegal geschlagenem Holz ist ganz klar: Wir akzeptieren es nicht.“ Des Weiteren wird versichert, dass das Holz aus Wäldern stammt, „die in Übereinstimmung mit den nationalen Forststandards bewirtschaftet und abgeholzt werden und FSC-zertifiziert sind.“

In Regensburg ist man sich einig: Das Misstrauen gegen IKEA wächst

Dennoch sprechen die Bilder der ZDF-Dokumentation für sich. Ist es möglich so viele Kontrollmechanismen einzuführen und durchzusetzen und dennoch die riesige Nachfrage an Holz und die Umsatzsteigerungen zu decken? Immerhin ist Deutschland mit 23 Milliarden Euro einer der umsatzstärksten Absatzmärkte für Einrichtungsprodukte. Wie kann man Lebensraum von Tier und Umwelt schützen, wenn man durch legale und möglichweise illegale Rodungen den Wald zerstört? Schließlich umgehen Forstunternehmen in Rumänien und der Ukraine nachweislich Vorschriften und roden illegal die Wälder. IKEA mag Strukturen haben, um Illegalität entgegenzuwirken, aber eine Garantie gibt es nicht.

IKEA Stumpfe
Im Namen des Konsums: Billige Möbel und Wegwerfgesellschaft steigern die Holznachfrage. Teils illegale Rodungen sind die Folge.

Nick Heubeck hat der Regensburger Stadtzeitung stellvertretend für Fridays for Future mitgeteilt, dass viele Unternehmen mit dem Zeitgeist der Umweltgerechtigkeit gehen und ihre Werbetrommeln mit grünen Slogans verzieren. „Die meisten Konzerne lügen sich ihr Geschäftsmodell damit grün und verwirren die Verbraucher:innen gezielt“, so Heubeck. Er fordert staatliche Regulierungen, damit für den Verbraucher am Ende ersichtlich sein kann, welchen Einfluss ihr Einkauf auf die Umwelt hat.

Unsere Reporter haben sich auch auf die Straßen Regensburgs begeben: Nur einer der Befragten besitzt keine IKEA Möbel. Der Rest stattete einen Großteil der eigenen vier Wände mit Stücken aus dem schwedischen Möbelhaus aus. Auf die Frage, ob hinter IKEAs grünem Image eine mögliche Umweltlüge steht, ist sich die Mehrheit einig: Nachhaltigkeitsversprechen und Massenkonsum passen kaum zusammen. Die erschwinglichen Möbel aus der Fabrik IKEA in Kombination mit einem bemerkenswerten Nachhaltigkeitsversprechen steigern die Nachfrage. Mehr Holz wird zur Produktion benötigt. Die Regensburger sehen IKEA in der Verantwortung, Nachhaltigkeit nicht nur zu vermarkten, sondern auch transparent für den Verbraucher darzustellen. Die Mehrheit ist sich eindeutig einig. IKEA hat einen „grünen Anstrich und nur wenig dahinter“.

Fazit: Note Mangelhaft

Nach ausführlicher Recherche, dem Feedback der Bevölkerung, Fridays for Future und der Stellungnahme des IKEA-Konzerns, kann die Regensburger Stadtzeitung ein eindeutiges Ergebnis im Realitätscheck Nachhaltigkeitsversprechen fällen: Note Mangelhaft. Das schwedische Unternehmen hat mit seiner gut durchdachten Antwort bei der Stadtzeitung weniger den Eindruck erweckt, als würden sie alles für die Umwelt tun. Vielmehr scheint es, als würde sich der Möbelriese aus der Verantwortung stehlen wollen. Es wurde keine Stellung zu den unzähligen Berichten über eine mögliche Beteiligung IKEAs am teils illegalen Raubbau der rumänischen und ukrainischen Karpaten bezogen, sondern in großen Worten beschrieben, was alles getan wird, um dem grünen Anschein gerecht zu werden. Die Stadtzeitung stimmt der Regensburger Bevölkerung zu: IKEA nutzt die umweltbewussten Strömungen unserer Gesellschaft, um sich in diesem Licht zu spiegeln. Nach der Recherche der Stadtzeitung zeigt sich eine andere Realität: IKEAs Statement scheint auf den ersten Blick ausführlich die Umweltpolitik des Konzerns zu beleuchten. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, es ist nicht faktengebunden und beantwortet nicht die Kernfrage der Recherche: Wie passen die erschwinglichen, nachhaltigen IKEA-Massenprodukte mit den Nachhaltigkeitszielen des Konzern in Bezug auf die Holzwirtschaft zusammen? Eins steht für die Regensburger Stadtzeitung fest: Die massenhafte legale und womöglich illegale Abholzung des Urwalds in den Karpaten, einen der letzten großen Urwälder des Planeten, stehen in keinem Verhältnis zum Versuch, Nachhaltigkeit und ein grünes Image zu verbreiten. (pt/lnw)

 


Was denkt Regensburg?

  • Michael Kreißl, 36 Jahre, Beamter, Regensburg
  • Stefan Holzapfel, 21 Jahre, Student, Regensburg
  • Antonia Ostermeier, 21 Jahre, Studentin, Regensburg
  • Sarah Muhr (li.), 33 Jahre, Kaufmännische Angestellte, Regensburg und Sophie Muhr, 14 Jahre, Schülerin, Regensburg
  • Adrian Spiegel, 26 Jahre, Student, Regensburg
  • Gudrun Baumgartner, 56 Jahre, Physiotherapeutin, Regensburg
  • Michael Kreißl, 36 Jahre, Beamter, Regensburg

    (Foto: © Lukas N. Wuttke)  

    Wie viele IKEA-Möbel haben Sie?
    Fünf.

    Wie oft kaufen Sie dort ein?
    Einmal im Jahr.

    Warum kaufen Sie dort ein?
    Es ist praktisch, günstig und man sieht die Möbel häufig bei anderen und weiß, wie sie aufgebaut aussehen.

    Glauben Sie, dass IKEA so umweltbewusst ist, wie es scheint?
    Nein, diese Maßnahmen sieht der Endverbraucher ja direkt. Was wirklich schädlich ist, sind die Holzgewinnungsmethoden in Osteuropa. In diesem Bereich denke ich nicht, dass sich etwas ändert.
    Ich habe schon häufiger über die Holzgewinnungsmethoden gelesen oder einen Beitrag im Fernsehen gesehen. Natürlich habe ich mir Gedanken gemacht. Es ist ja auch logisch: so viel geben die Wälder Nordeuropas nicht her, dass alle versorgt werden können.

    Sind Nachhaltigkeit und Wegwerfmöbel vereinbar?
    Das hängt auch vom Material der Möbel ab. Wünschenswert wäre, dass man Material lange nutzt. Meiner Meinung nach sind Nachhaltigkeit und Wegwerfmöbel in einem sehr geringen Maß vereinbar. Den Fokus auf Secondhandgeschäft legen, wäre sinnvoll.

    Was halten Sie von IKEA?
    Grüner Anstrich und nur wenig dahinter.

  • Stefan Holzapfel, 21 Jahre, Student, Regensburg

    (Foto: © Lukas N. Wuttke)  

    Wie viele IKEA-Möbel haben Sie?
    Sechs.

    Wie oft kaufen Sie dort ein?
    Zum Essen oft; zum Einkaufen einmal jährlich.

    Warum kaufen Sie dort ein?
    Weil man bei IKEA essen kann, sich zurechtfindet und die Marke kennt.

    Glauben Sie, dass IKEA so umweltbewusst ist, wie es scheint?
    Ich denke, dass es eine Marketingstrategie ist. Es hängt viel mit dem Image zusammen. Auch mit den Preisen haben sie sich entwickelt. Besseres Image verlangt bessere Preise.

    Sind Nachhaltigkeit und Wegwerfmöbel vereinbar?
    Man kann seine alten Möbel abgeben. Das wird dann günstiger für den neuen Einkauf.

    Was halten Sie von IKEA?
    Für junge Leute ist es eine gute Alternative für die erste Wohnung. Aber wenn man Geld hat, sollte man nicht mehr hingehen. Man muss es ja immer mit sich selbst ausmachen, auf welche Werte man achtet und auf welche nicht.

  • Antonia Ostermeier, 21 Jahre, Studentin, Regensburg

    (Foto: © Lukas N. Wuttke)  

    Wie viele IKEA-Möbel haben Sie?
    Keine.

    Wie oft kaufen Sie dort ein?
    Ich war erst zweimal bei IKEA und habe Pflanzen gekauft.

    Glauben Sie, dass IKEA so umweltbewusst ist, wie es scheint?
    Das ist eine schwierige Frage: Ich denke an die Werbung, in der es heißt: „IKEA macht Bettwäsche aus Holz“. Da stellt sich das Unternehmen sehr umweltfreundlich dar. Ich stelle mir die Frage, wie viel dahinter steckt, wenn man es schon so plakativ als Aushängeschild benutzt.

    Sind Nachhaltigkeit und Wegwerfmöbel vereinbar?
    Ich würde es nicht komplett ausschließen. Aber es braucht ganz genaue Richtlinien. Ich glaube, dass sich daran selten gehalten wird. Für kleine Unternehmen wäre es vielleicht realistischer.

    Was halten Sie von IKEA?
    Für mich ist IKEA ein Geschäft, durch das man schlendert, weil die dort ausgestellten Waren schön anzusehen sind. Ich, für mich gesprochen, werde dort allerdings keine Möbel kaufen. Zum einen bin ich kein Freund von Massenproduktionen und zum anderen war mir unterbewusst immer klar, dass IKEA nicht so umweltbewusst ist, wie es scheint. Ich würde eher auf kleine Familienbetriebe zurückgreifen.

  • Sarah Muhr (li.), 33 Jahre, Kaufmännische Angestellte, Regensburg und Sophie Muhr, 14 Jahre, Schülerin, Regensburg

    (Foto: © Lukas N. Wuttke)  

    Wie viele IKEA-Möbel haben Sie?
    Die neue Wohnung ist komplett mit IKEA eingerichtet.

    Warum kaufen Sie dort ein?
    Die Möbel sind günstig und schön.

    Wie passen für Sie ökologisch, billig und guter Ruf zusammen?
    Alles ist aus Pappe und man kann den Verpackungsmüll bei IKEA wieder zurückgeben.

    Glauben Sie, dass IKEA so umweltbewusst ist, wie es scheint?
    Ich kann es mir nicht vorstellen. Die Preise sind niedrig. Das widerspricht dem Nachhaltigkeitsgedanken. Da fragt man sich, wo sie die Materialien für die Möbel herbekommen.

    Sind Nachhaltigkeit und Wegwerfmöbel vereinbar?
    Nachhaltigkeit und Wegwerfmöbel sind gar nicht vereinbar. Bei uns war es so: Wir sind ausgezogen und hatten nichts. Deshalb haben wir dort eingekauft.

    Was halten Sie von IKEA?
    Jetzt stehe ich IKEA kritisch gegenüber nach allem, was erzählt wurde. Es gibt niemanden, der nichts von IKEA hat. Studenten kaufen trotzdem bei IKEA. Also müsste das Unternehmen etwas besser machen.

  • Adrian Spiegel, 26 Jahre, Student, Regensburg

    (Foto: © Lukas N. Wuttke)  

    Wie viele IKEA-Möbel haben Sie?
    Ungefähr fünfzig, also so ziemlich alles.

    Wie oft kaufen Sie dort ein?
    Einmal im Monat.

    Warum kaufen Sie dort ein?
    Für mich stimmt dort das Preis-/Leistungsverhältnis. Ich mag das Preismodell von IKEA. Es gibt keine Rabattschlachten. Wenn ich mir einen Tisch für 600 € kaufe, möchte ich nicht, dass er zwei Wochen später 400€ kostet.

    Wie passen für Sie ökologisch, billig und guter Ruf zusammen?
    Hierzu fällt mir die Knut-Aktion ein. Man kann seinen Weihnachtsbau abgeben und bekommt Geld zurück.
    IKEA ist kein Ramsch, deshalb ist es wohl nachhaltig. Nachhaltig ist das, was sich hält. Und wenn ein Möbelstück vom Schreiner nicht bezahlbar ist, muss man auf den Preis achten.

    Glauben Sie, dass IKEA so umweltbewusst ist, wie es scheint?
    IKEA sagt nicht, dass das Unternehmen das „Tesla“ der Möbelindustrie ist. Sie wissen genau, dass sie gewisse Preisspannen bedienen müssen. Sie könnten deutlich besser sein, aber dann müssten sie wohl auch deutlich teurer werden.

    Sind Nachhaltigkeit und Wegwerfmöbel vereinbar?
    Im Kleinen macht IKEA das auch mit sogenannten Limited Editions. Sie erzeugen so eine künstliche Verknappung. Die Produkte sind dann sehr teuer und die Kunden rennen ihnen regelmäßig die Bude ein.

    Was halten Sie von IKEA?
    IKEA ist unser favorisiertes Möbelhaus. Sie schreiben es sich nicht auf die Fahne, dass sie das umweltbewussteste Unternehmen sind. Insofern finde ich es schon ehrlich.

  • Gudrun Baumgartner, 56 Jahre, Physiotherapeutin, Regensburg

    (Foto: © Lukas N. Wuttke)  

    Wie viele IKEA-Möbel haben Sie?
    Zwölf.

    Wie oft kaufen Sie dort ein?
    Ich kaufe höchstens einmal im Jahr ein, schließlich habe ich ja jetzt alles.

    Warum kaufen Sie dort ein?
    Ich find die Sachen praktisch und günstig.

    Glauben Sie, dass IKEA so umweltbewusst ist, wie es scheint?
    Wenn ich ehrlich bin, kann ich es nicht beurteilen. Ich kaufe eben nicht gerne ein. Ich besitze meine Möbel seit Jahrzehnten, deshalb beschäftige ich mich nicht mit diesem Thema.

    Sind Nachhaltigkeit und Wegwerfmöbel vereinbar?
    Nein, weil es sich absolut widerspricht. Ich selbst bin schon sehr nachhaltig – und wenn ich jetzt so etwas weiß und höre, werde ich es mir das nächste Mal überlegen, ob ich dort einkaufe.

    Was halten Sie von IKEA?
    Nachdem ich das jetzt weiß, werde ich keine Möbel mehr dort kaufen.

  • Michael Kreißl, 36 Jahre, Beamter, Regensburg
  • Stefan Holzapfel, 21 Jahre, Student, Regensburg
  • Antonia Ostermeier, 21 Jahre, Studentin, Regensburg
  • Sarah Muhr (li.), 33 Jahre, Kaufmännische Angestellte, Regensburg und Sophie Muhr, 14 Jahre, Schülerin, Regensburg
  • Adrian Spiegel, 26 Jahre, Student, Regensburg
  • Gudrun Baumgartner, 56 Jahre, Physiotherapeutin, Regensburg


Zum Artikel „Peinliche Lobeshymne auf Stefan Aigner rückt Regensburger Almanach ins Zwielicht“

Zum Artikel „Nach Stadtzeitungsbericht: Stadt bessert Impf- und Testzentrum nach“

Zum Artikel „Trostpreis dezentrale Dult“


Die „Nachgefragt“-Reihe

  • gepostet am: Freitag, 30. April 2021

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