Aus bayerischen Polizeiberichten | Schlag gegen mutmaßliche Schleuserbande

Aus bayerischen Polizeiberichten | Schlag gegen mutmaßliche Schleuserbande

Pressemitteilung der Bundespolizeidirektion München vom 29.07.2026. Der Text wurde von der Regensburger Stadtzeitung nicht verändert.

Staatsanwaltschaft Traunstein und Bundespolizei gelingt Schlag gegen mutmaßliche Schleuserbande - bei Durchsuchungen in Tschechien insgesamt vier Beschuldigte festgenommen

- Anzeige -
Traunstein/Freilassing (ots) Der Spezialabteilung der Staatsanwaltschaft Traunstein zur Bekämpfung der grenzüberschreitenden und organisierten Kriminalität nach dem "Traunsteiner Modell" und der Bundespolizeiinspektion Freilassing ist am Dienstag, den 21.07.2026, ein Schlag gegen die organisierte Schleuserkriminalität gelungen: Vier mutmaßliche Mitglieder einer international agierenden Schleuserorganisation konnten in den frühen Morgenstunden in einer länderübergreifend koordinierten Aktion festgenommen werden. Einheiten der tschechischen Polizei für organisierte Kriminalität sowie unterstellte Observationseinheiten, unter Begleitung von Ermittlern aus Deutschland und Lettland sowie von der ermittelnden Traunsteiner Staatsanwältin vor Ort, durchsuchten insgesamt sieben Wohnungen und Geschäftsräume im Raum Prag. Dabei wurden drei Europäische Haftbefehle vollzogen und eine weitere Person vorläufig festgenommen. Zudem wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Anfang Mai wurde bereits ein weiteres mutmaßliches Mitglied der Schleuserorganisation in Deutschland festgenommen und in Untersuchungshaft gebracht, als er in dem anderen Deliktsbereich "Call-Center-Betrug" als Abholer der Tatbeute nach Schockanrufen agiert haben soll. Er steht im Verdacht, sich gegenüber ahnungslosen Senioren als falscher Polizeibeamter ausgegeben zu haben.

Die umfangreichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Traunstein mit ihrer Spezialabteilung zur Bekämpfung der grenzüberschreitenden und organisierten Kriminalität nach dem "Traunsteiner Modell" und der Bundespolizeiinspektion Freilassing begannen im Frühsommer 2024. Es besteht der dringende Verdacht, dass die Bandenmitglieder Schleusungen in völlig überfüllten Kleintransportern und Pkw durchführten, bei denen sie das Leben und die Gesundheit der ungesichert geschleusten Personen gefährdeten. Insgesamt soll die Bande im Zeitraum Februar 2024 bis Februar 2026 mindestens 32 Schleusungsfahrten professionell organisiert und durchgeführt haben, bei denen 349 Drittstaatsangehörige - darunter auch Kinder - geschleust worden sein sollen.

Bei dem bereits im Mai in Untersuchungshaft genommenen 27-jährigen Mann handelt es sich um einen ungarischen Staatsangehörigen, welcher im Zeitraum von Anfang April bis Anfang Mai 2026 in mehreren Fällen als Abholer bei Schockanrufen tätig gewesen sein und dabei einen hohen Schaden verursacht haben soll. Die drei für Deutschland mittels Europäischem Haftbefehl Festgenommenen sollen zeitnah nach Deutschland ausgeliefert werden. Bei einem weiteren vorläufig festgenommenen und später wieder auf freien Fuß gesetzten Beschuldigten besteht der Verdacht, dass er als Bandenmitglied die Fahrzeuge beschafft hat. Gegen ihn laufen Ermittlungen der lettischen Strafverfolgungsbehörden. Im Rahmen des Ermittlungsverfahrens wurde unter Führung der deutschen Behörden im Sommer 2025 ein sogenanntes "Joint Investigation Team" (JIT), bestehend aus Eurojust, Europol, Deutschland, Tschechien und Lettland, gebildet, welches internationale grenzüberschreitende Ermittlungen für die Strafverfolgungsbehörden erleichtert und entbürokratisiert. Hierbei ermittelten die beteiligten Länder mit Unterstützung von Europol seit August 2025 in enger Absprache und mit verdeckten Ermittlungsmaßnahmen in Tschechien und Deutschland.

Nach sorgfältiger Planung der tschechischen Behörden, auf deren Staatsgebiet die operativen Maßnahmen vollzogen wurden, kam es am 21.07.2026 koordiniert und zeitgleich an vier unterschiedlichen Orten im Raum Prag zu den Festnahmen. Zur Sicherstellung der Ergreifung wurden Spezialkräfte für Observation und technische Überwachung der tschechischen Polizei eingesetzt. Insgesamt waren dadurch rund 150 Polizeibeamte und Ermittler im Einsatz. Nachfolgend wurden sieben Objekte in und um Prag durchsucht.

Der Ermittlungserfolg war in dieser Form nur möglich, da die Spezialabteilung der Staatsanwaltschaft Traunstein nach dem "Traunsteiner Modell" von Anfang an sämtliche bundesweiten und grenzüberschreitenden Erkenntnisse bündelte, die internationale Zusammenarbeit im Rahmen des JIT forcierte und das Ermittlungsverfahren gegen alle Beschuldigten mit Wohnort im Ausland einheitlich mit der Bundespolizei Freilassing führte. Die sehr gute Kooperation zwischen Staatsanwaltschaft, Bundespolizei und den tschechischen Polizeibeamten trug maßgeblich zum Gelingen der koordinierten Aktion am 21.07.2026 bei.

Die Ermittlungen zu möglichen weiteren Straftaten der mutmaßlichen Schleuserbande - insbesondere auch in Bezug auf Verbindungen zu Callcenter-Betrügereien - und zum Verbleib des Schleuserlohns laufen weiter. Die Staatsanwaltschaft Traunstein und die Bundespolizeiinspektion Freilassing betonen, dass gegen kriminelle Schleuserorganisationen auch weiterhin hart und unnachgiebig vorgegangen wird und keine Mühen gescheut werden, um die kriminellen Organisationen zu zerschlagen. Schleuser haben mit harten Strafen zu rechnen. Gleiches gilt für Schockanrufer und andere Täter aus dem Bereich "Call-Center-Betrug".

Es wird darauf hingewiesen, dass bis zum Vorliegen einer rechtskräftigen Verurteilung für die Be-schuldigten die Unschuldsvermutung gilt.

Hintergrund:

Das sogenannte "Traunsteiner Modell" zur Bekämpfung der grenzüberschreitenden und organisierten Kriminalität wurde 2018 bei der Staatsanwaltschaft Traunstein und in den Folgejahren nach und nach bei allen grenznahen bayerischen Staatsanwaltschaften eingeführt. Die jeweiligen Spezialabteilungen arbeiten bei der Verfolgung von international agierenden Schleuserbanden, Drogen- und Waffenhändlern nicht nur eng mit den ausländischen Polizei- und Justizbehörden zusammen, sondern auch mit Eurojust und Europol. Ziel ist es, durch eine Spezialisierung, Intensivierung und Koordinierung internationaler Ermittlungen erfolgreich Strukturermittlungen zur Ergreifung und Überführung der Hintermänner durchzuführen. Mittlerweile gelingt es, in mehr als der Hälfte aller Schleusungsdelikte Hinterleute oder weitere Täter und weitere Schleuserfahrten der Täter zu ermitteln und strafrechtlich zu ahnden.

  • gepostet am: Sonntag, 09. August 2026

Magazin weitere Artikel

Aus bayerischen Polizeiberichten | Schlag gegen mutmaßliche Schleuserbande

Aus bayerischen Polizeiberichten | Schlag gegen mutmaßliche Schleuserbande

Der Staatsanwaltschaft Traunstein und der Bundespolizeiinspektion Freilassing ist am Dienstag ein Schlag gegen die organisierte Schleuserkriminalität gelungen.

>> weiterlesen

Meldung | Aiwanger:

Meldung | Aiwanger: "Wer immer strengere CO2-Ziele vorgibt, muss auch dafür sorgen, dass sie in der Realität erreichbar sind"

Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger hat MAN Truck & Bus in München besucht.

>> weiterlesen

Aus bayerischen Polizeiberichten | Erfolgreiche Grenzkontrollen

Aus bayerischen Polizeiberichten | Erfolgreiche Grenzkontrollen

Am vergangenen Wochenende verzeichnete die Bundespolizeiinspektion Freilassing bei Grenzkontrollen erneut zahlreiche Fahndungstreffer.

>> weiterlesen

Aus bayerischen Polizeiberichten | Schleuser gefasst

Aus bayerischen Polizeiberichten | Schleuser gefasst

Die Bundespolizei hat Sonntagnachtan der B2 nahe Mittenwald einen mutmaßlichen Schleuser gefasst.

>> weiterlesen

Mehr Klartext wagen! | Ceuta – ein Lehrbeispiel?

Mehr Klartext wagen! | Ceuta – ein Lehrbeispiel?

Die Invasion von Ceuta konnte schon nach wenigen Tagen zurückgedrängt werden. Die Strategie: Null Willkommenskultur, null Versorgung, null Geld.

>> weiterlesen

REWAG-Nacht in Blau

REWAG-Nacht in Blau

31.07. und 01.08.2026, Stadtpark

Daumen halten für das Wetter zur REWAG-Nächte-Sonderausgabe anlässlich des 50jährigen Firmenjubiläums! Dieses Mal nicht, weil Regen befürchtet wird, sondern die nächste große Hitzewelle.

>> weiterlesen

Meldung | Die alte Stieleiche bleibt

Meldung | Die alte Stieleiche bleibt

Das Amtsgericht Regensburg hat die Fällung der geschützten Stieleiche am Rennplatz gestoppt und die Genehmigungspraxis des Regensburger Umweltamts ungewöhnlich deutlich kritisiert.

>> weiterlesen

Mehr Klartext wagen! | Friedrich, uns graut vor Dir!

Mehr Klartext wagen! | Friedrich, uns graut vor Dir!

Er wollte Schluss machen mit dem linken Irrsinn in Deutschland, versprach keine Neuverschuldung, tönte vollmundig, dass er die AfD halbieren werde.

>> weiterlesen

Aus bayerischen Polizeiberichten | München: Alkoholisierter somalischer Ladendieb belästigt mehrere Menschen

Aus bayerischen Polizeiberichten | München: Alkoholisierter somalischer Ladendieb belästigt mehrere Menschen

Ein 28-Jähriger hat am 24. Juni am Hauptbahnhof München mehrere Reisende belästigt.

>> weiterlesen

Polizeiberichte weitere Artikel

Der Staatsanwaltschaft Traunstein und der Bundespolizeiinspektion Freilassing ist am Dienstag ein Schlag gegen die organisierte Schleuserkriminalität gelungen.

>> weiterlesen

Am vergangenen Wochenende verzeichnete die Bundespolizeiinspektion Freilassing bei Grenzkontrollen erneut zahlreiche Fahndungstreffer.

>> weiterlesen

Die Bundespolizei hat Sonntagnachtan der B2 nahe Mittenwald einen mutmaßlichen Schleuser gefasst.

>> weiterlesen

Ein 28-Jähriger hat am 24. Juni am Hauptbahnhof München mehrere Reisende belästigt.

>> weiterlesen

Die Bundespolizei hat am Donnerstag einen per Haftbefehl gesuchten 52 jährigen türkischen Staatsangehörigen im Terminal 1 festgenommen.

>> weiterlesen

Am Freitagabend kam es am Haltepunkt Schwaig zu einer Körperverletzung zum Nachteil einer Frau.

>> weiterlesen

Ein 31-jähriger Bulgare und ein 37-jähriger Polen wollten am Wochenende mit Zügen in die Bundesrepublik einreisen und wurden einer Grenzkontrolle unterzogen.

>> weiterlesen

Für vier Reisende endete die Einreise nach Deutschland in den vergangenen Tagen nicht am eigentlichen Zielort, sondern in einer Justizvollzugsanstalt.

>> weiterlesen

Am Sonntag informierte die Leitstelle der Agilis-Bahn die Bundespolizei über ein Graffito an einem abgestellten Zug.

>> weiterlesen

© Regensburger Stadtzeitung