Nachgefragt | Irreguläre Migration – Die Mutter aller Probleme?

Nachgefragt | Irreguläre Migration – Die Mutter aller Probleme?

- Anzeige -
In der Maximilianstraße in Regensburg verkaufen Migranten als Drogendealer am helllichten Tag ihre Ware – und das mit unbekümmerter Aufdringlichkeit (wir haben berichtet). Dort, wo Kinderfeste gefeiert werden und Schüler auf ihrem Nachhauseweg alleine unterwegs sind, scheinen sich mafiös organisierte Dealerbanden etabliert zu haben. Polizei und Stadt reagieren weitgehend hilflos.

Wie in einem Brennglas zeigt sich am Mikrokosmos Maxstraße das bundesdeutsche Stadtbild-Problem: Rechtsfreie Räume, in denen Menschen kriminell aktiv werden, die gar nicht in Deutschland sein dürften. Die Unfähigkeit des Staates, diese Menschen außer Landes zu bringen. Die Duldung der Straftaten durch Nichtverfolgen und eine offenbar zahnlose Justiz. Zudem die finanzielle Unterstützung irregulärer Migranten. Die Integration scheitert in Deutschland, weil nicht genug Menschen vorhanden sind, die Integrationsarbeit leisten können oder wollen – die Kommunen gehen in die Knie. Die Folge: Die Bürger verlieren das Vertrauen in das System und den Rechtsstaat. Das verstärkt die radikalen Ränder.

Was ist irreguläre Migration?

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) erklärt: Irreguläre Migration sei die Einreise von Personen ohne Visum oder Aufenthaltserlaubnis. Diese Personen würden grundsätzlich keine staatlichen Leistungen erhalten und hätten keinen Zugang zum Arbeitsmarkt. Gleiches gelte für Personen, die nach Auslaufen eines Visums oder Titels in Deutschland verbleiben. Aber: Wenn diese Personen nach der Einreise um Asyl ersuchen, würden Sie während des Verfahrens eine Aufenthaltsgestattung erhalten und hätten somit Anspruch auf Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG). Wenn keine der vier Schutzformen vorliegt (1. Asylberechtigung nach dem Grundgesetz, 2. Flüchtlingsschutz nach der Genfer Flüchtlingskonvention, 3. subsidiärer Schutz oder 4. ein Abschiebungsverbot), müssten diese irregulären Migranten theoretisch wieder abgeschoben werden. Aber klappt das?

- Anzeige -

Zu wenige Abschiebungen?

Laut Bundesministerium des Innern (BMI) lag die Zahl der Rückführungen im Jahr 2025 bei 22.787. Um alle ausreisepflichtigen Ausländer (ca. 230.000, davon ca. 190.000 geduldet) abzuschieben, bräuchte man bei dieser Geschwindigkeit etwa zehn Jahre. Freiwillige Rückkehrer, die mit Bundesgeld ausreisen, gab es laut Tagesschau 16.576. Währenddessen wurden im Jahr 2025 von der Bundespolizei 62.526 unerlaubte Einreisen erfasst (2024: 83.572; 2023: 127.549). Die Dunkelziffer ist logischerweise noch höher. Dieses Missverhältnis von unerlaubten Einreisen und Rückführungen konnte die Bundesregierung bisher nicht auflösen.

Ausgaben

Die Ausgaben des Bundes für illegale Migranten sind nicht zuverlässig zu ermitteln und werden wie ein Staatsgeheimnis behandelt. Für Flüchtlinge allgemein geben Bund, Länder und Kommunen grob geschätzt pro Jahr 40 Milliarden Euro aus (wir haben berichtet). Nicht gerechnet sind dabei Kosten für die Sicherheitsdienste, Arztkosten, Rechtsberatung usw.

Kriminalität

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) wird jeden Herbst vom Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlicht. Sie gibt keinen Aufschluss über kriminelle irreguläre Migranten, sondern nur über nichtdeutsche Tatverdächtige im Allgemeinen. Im Jahr 2024 wurden 696.873 nichtdeutsche und 1.270.858 deutsche Tatverdächtige registriert (ohne ausländerrechtliche Verstöße). Umgerechnet auf die Bevölkerung schreibt das BKA: „Von 100.000 deutschen Einwohnern werden statistisch 1.878 Deutsche ab acht Jahren straffällig“ und „von 100.000 nichtdeutschen Einwohnern werden statistisch 5.091 Nichtdeutsche ab acht Jahren straffällig“. Das BKA erklärt, dass die nichtdeutsche Bevölkerung einen höheren Anteil an jungen Menschen und Männern als die deutsche Bevölkerung hat, weshalb die Kriminalitätsbelastung bei der nichtdeutschen Bevölkerung größer ist. Außerdem sei davon auszugehen, dass vor allem Schutzsuchende multiple Risikofaktoren für (Gewalt)-Kriminalität, wie beispielsweise unsichere Zukunftsperspektiven und Armut, aufweisen. (Zur Transparenz: Die PKS umfasst nur Straftaten, von denen die Polizei Kenntnis hat. Straftaten Nichtdeutscher werden häufiger angezeigt, wenn sie „migrantisch“ oder „fremd“ aussehen.)

- Anzeige -

Gefängnisse: 38 % ausländische Staatsangehörige

Wir wollen wissen, wie viele irreguläre Migranten im Jahr 2025 in deutschen Gefängnissen einsaßen. Darüber liegen dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) auf Anfrage jedoch keine Erkenntnisse vor. Man verweist uns auf den Statistischen Bericht „Strafvollzug“ des Statistischen Bundesamts, wo wir Zahlen zu Strafgefangene und Sicherungsverwahrte mit deutscher bzw. ausländischer Staatsangehörigkeit finden: 2025 saßen 27.094 Deutsche und 16.877 Ausländer in deutschen Gefängnissen ein. Das sind 38 % Ausländer, während diese Gruppe nur etwa 17 % der gesamtdeutschen Bevölkerung ausmacht.

Flüchtlingsheime als kriminelle Rekrutierungsbüros?

Laut unseren Informationen kommt es vor, dass kriminelle Banden Flüchtlingsunterkünfte zur Rekrutierung benutzen. Wir konfrontieren das Bundeskriminalamt (BKA) damit und bitten um Hinweise, Beispiele oder Statistiken. Dem BKA liegen jedoch keine Informationen im Sinne der Fragestellung vor.

Vertrauen hinüber?

Ausländerkriminalität ist keine rechtsextreme Phantasie, sondern ein gesamtdeutsches Problem, das auch von den politisch gemäßigten Kräften erkannt, kommuniziert und nachhaltig angegangen werden muss, um das Vertrauen der Bürger in das System und den Rechtsstaat wiederherzustellen. Immer noch leben 230.000 ausreisepflichtige Menschen in Deutschland – teilweise unterstützt durch staatliche Mittel. Um alle außer Landes zu bringen, müssten für ein ganzes Jahr jeden Tag zwei mit Migranten vollgepackte Linienjets mit insgesamt mehr als 600 Sitzplätzen von deutschen Flughäfen abheben. Wie realistisch dies ist, mag jeder unserer Leser selbst beantworten. (lnw)

 


 

Lesen Sie auch:

Bayern muss sparen – Migration kostet, 20.05.2025

Wie viel kostet Deutschland die Flüchtlingskrise?, 14.11.2024

Trojanisches Pferd: Sicherheitsbericht – Rückblick auf 2024, 28.03.2025

 


Die „Nachgefragt“-Reihe

  • Tags:
  • gepostet am: Dienstag, 03. Februar 2026

Magazin weitere Artikel

Nachgefragt | Irreguläre Migration – Die Mutter aller Probleme?

Nachgefragt | Irreguläre Migration – Die Mutter aller Probleme?

In der Maximilianstraße in Regensburg verkaufen Migranten als Drogendealer am helllichten Tag ihre Ware  ein gesamtdeutsches Problem?

>> weiterlesen

Nachgefragt | Schockschlag-Affäre: Zu Unrecht Denunzierter Polizeibeamter endgültig freigesprochen

Nachgefragt | Schockschlag-Affäre: Zu Unrecht Denunzierter Polizeibeamter endgültig freigesprochen

Bei einem Verhör versucht ein irakischer Drogendealer sein Handy zu zerbrechen. Mit einem „Schockschlag“ kann ein Kripobeamter dies verhindern.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Es geschieht am helllichten Tag: Dealermafia hat Maxstraße fest im Griff

Nachgefragt | Es geschieht am helllichten Tag: Dealermafia hat Maxstraße fest im Griff

Dealer, Spritzen und Urin: Die Maximilianstraße in Regensburg hat sich spätestens im letzten Jahr zu einem kriminellen Brennpunkt entwickelt.

>> weiterlesen

Aus bayerischen Polizeiberichten | Vier ukrainische Ladendiebinnen gestellt

Aus bayerischen Polizeiberichten | Vier ukrainische Ladendiebinnen gestellt

In einem Drogeriemarkt in der Regensburger Innenstadt entwendeten am frühen Samstagnachmittag vier Frauen hochwertiges Parfüm.

>> weiterlesen

Aus bayerischen Polizeiberichten | Schlägerei in der Obermünsterstraße Regensburg

Aus bayerischen Polizeiberichten | Schlägerei in der Obermünsterstraße Regensburg

Am Freitag kam es gegen 03:30 Uhr zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen in der Obermünsterstraße in Regensburg.

>> weiterlesen

Aus bayerischen Polizeiberichten | Syrischer Schwarzfahrer mit Kokain in der Jacke

Aus bayerischen Polizeiberichten | Syrischer Schwarzfahrer mit Kokain in der Jacke

Am Donnerstag hat die Bundespolizei bei einem 19-jährigen Syrer ein Plastikröhrchen mit Kokain beschlagnahmt. Der Mann war mit drei Freunden im Zug ohne Fahrschein von Nürnberg nach Regensburg unterwegs.

>> weiterlesen

Aus bayerischen Polizeiberichten | Regensburg: Südländische Betrüger sprühen mit Pfefferspray

Aus bayerischen Polizeiberichten | Regensburg: Südländische Betrüger sprühen mit Pfefferspray

Am Montag haben zwei bisher unbekannte Täter am Hauptbahnhof Regensburg zwei Männer mit Pfefferspray besprüht, körperlich angegriffen, bedroht und betrogen.

>> weiterlesen

Aus bayerischen Polizeiberichten | Fahndung: Versuchte Vergewaltigung durch Nordafrikaner in Regensburg

Aus bayerischen Polizeiberichten | Fahndung: Versuchte Vergewaltigung durch Nordafrikaner in Regensburg

In der Weingasse in Regensburg kam es am frühen Morgen des 2. Januar 2025 zu einem Sexualdelikt. Jetzt wurde eine Belohnung in Höhe von 3.000 Euro ausgelobt.

>> weiterlesen

Aus bayerischen Polizeiberichten | Regensburg: Syrer begeht sexuellen Übergriff

Aus bayerischen Polizeiberichten | Regensburg: Syrer begeht sexuellen Übergriff

Am Montag hat sich gegen 19:30 Uhr auf dem Pendlerparkplatz an der Schillerwiese ein Vorfall ereignet, bei dem eine 23-jährige Frau angab, Opfer eines sexuellen Übergriffs geworden zu sein.

>> weiterlesen

Nachgefragt weitere Artikel

Nachgefragt | Irreguläre Migration – Die Mutter aller Probleme?

Nachgefragt | Irreguläre Migration – Die Mutter aller Probleme?

In der Maximilianstraße in Regensburg verkaufen Migranten als Drogendealer am helllichten Tag ihre Ware  ein gesamtdeutsches Problem?

>> weiterlesen

Nachgefragt | Schockschlag-Affäre: Zu Unrecht Denunzierter Polizeibeamter endgültig freigesprochen

Nachgefragt | Schockschlag-Affäre: Zu Unrecht Denunzierter Polizeibeamter endgültig freigesprochen

Bei einem Verhör versucht ein irakischer Drogendealer sein Handy zu zerbrechen. Mit einem „Schockschlag“ kann ein Kripobeamter dies verhindern.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Es geschieht am helllichten Tag: Dealermafia hat Maxstraße fest im Griff

Nachgefragt | Es geschieht am helllichten Tag: Dealermafia hat Maxstraße fest im Griff

Dealer, Spritzen und Urin: Die Maximilianstraße in Regensburg hat sich spätestens im letzten Jahr zu einem kriminellen Brennpunkt entwickelt.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Linksextremisten-Demo gegen Fürstin Gloria – Regensburger OB und „Sea Eye“ distanzieren sich nicht von Verfassungsfeinden

Nachgefragt | Linksextremisten-Demo gegen Fürstin Gloria – Regensburger OB und „Sea Eye“ distanzieren sich nicht von Verfassungsfeinden

Vor Schloss St. Emmeram soll demonstriert werden. Neben demokatiefeindlichen und mitunter gewaltbereiten Gruppierungen will auch „Sea Eye“ teilnehmen.

>> weiterlesen

Nachgefragt | 100-jährige Eiche soll gefällt werden – wird jetzt geklagt?

Nachgefragt | 100-jährige Eiche soll gefällt werden – wird jetzt geklagt?

Ein Grundstückseigentümer will eine mächtige, alte Eiche fällen. Aber nur die eine Hälfte des Baumes gehört ihm.

>> weiterlesen

Nachgefragt | OB-Kandidatin Freudenstein zeigt klare Kante gegen Angstraum Bahnhof und Schmierer

Nachgefragt | OB-Kandidatin Freudenstein zeigt klare Kante gegen Angstraum Bahnhof und Schmierer

Die Oberbürgermeisterkandidatin der CSU, Dr. Astrid Freudenstein, zeigt auf ihren Social-Media-Kanälen klare Kante gegen Schmierer und das Unsicherheitsgefühl am Bahnhof.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Update: Doch kein Steuergeld für „Sea-Eye“

Nachgefragt | Update: Doch kein Steuergeld für „Sea-Eye“

Nach heftiger Stadtratsdebatte wurde die 30.000-€-Spende an „Sea-Eye“ aus dem Haushaltsplan gestrichen.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Judenfeindliche Parolen auf Geisel-Demo

Nachgefragt | Judenfeindliche Parolen auf Geisel-Demo

Vor ein paar Wochen kam es in Regensburg zu einem Schweigemarsch für die von der Hamas genommenen israelischen Geiseln, bei der antisemitische Parolen gerufen wurden.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Brennpunkt Maxstraße Regensburg – Elternbeirat Phuc Huynh im Interview

Nachgefragt | Brennpunkt Maxstraße Regensburg – Elternbeirat Phuc Huynh im Interview

Der Elternbeirat einer nahegelegenen Grundschule, Phuc Huynh, über die Missstände in Maxstraße und Umgebung.

>> weiterlesen

© Regensburger Stadtzeitung