Nachgefragt | Es geschieht am helllichten Tag: Dealermafia hat Maxstraße fest im Griff

Nachgefragt | Es geschieht am helllichten Tag: Dealermafia hat Maxstraße fest im Griff

Die Maxstraße ist zum Drogenumschlagplatz geworden.


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Dealer, Spritzen und Urin: Die Maximilianstraße in Regensburg hat sich spätestens im letzten Jahr zu einem kriminellen Brennpunkt entwickelt. Durch ihre Lage gilt die Straße als Tor zur Altstadt. Aber dort, wo Kinderfeste gefeiert werden und Schüler auf ihrem Nachhauseweg alleine unterwegs sind, scheinen jetzt die Drogenbanden krimineller Migranten zu regieren. Ist die ehemalige Prachtstraße noch zu retten oder haben Polizei und Kommunaler Ordnungsservice schon komplett die Kontrolle verloren? Ein faktisch rechtsfreier Raum mitten in Regensburg?

 

Drogenhandel als normales Tagesgeschäft

 

Donnerstag, 22.01.2026, 10 Uhr morgens: Ein Stadtzeitungs-Informant, der anonym bleiben möchte, weil er um seine Sicherheit fürchtet, wird in der Maxstraße in gebrochenem Deutsch angesprochen mit den Worten: „Hey, was brauchst Du?“. Er ist irritiert und lehnt ab. Aus sicherer Distanz beobachtet er die Situation genauer:

Drei Männer mit arabischem Aussehen und Akzent, ungefähr zwischen 18 und 25 Jahren, sprechen vor dem „Max Döner“ Passanten offensiv an und geben bei abgeschlossenem Geschäft offenbar Drogen heraus. Drei weitere Männer – wohl die „Späher“ – stehen an der Kreuzung „Grasgasse“ / „Am Königshof“ Schmiere. Ein paar Meter weiter, vor dem Café „UrbanCoffee“, sitzen mehrere ältere Männer (etwa über 50, ebenfalls arabisches Aussehen) und sammeln das mutmaßliche Drogengeld ein.

Der Informant ist entsetzt. Wie kann es sein, dass migrantische Drogendealerbanden mit offensichtlich mafiösen Strukturen am helllichten Tage und für Jedermann offensichtlich und doch scheinbar unbemerkt von Polizei und Kommunalem Ordnungsservice in der Regensburger Innenstadt Drogen verkaufen können? Wir haben nachgefragt.

 

Polizei: 154 Tunesier abgeschoben

 

Das Polizeipräsidium Oberpfalz gibt auf Anfrage zu: Im begrenzten Umfang sei es zu einer Verlagerung von Straftaten in Richtung Maximilianstraße gekommen. Der Schwerpunkt des polizeilichen Einsatzgeschehens und der Straftaten liege jedoch weiterhin im Umfeld des Hauptbahnhofs. Mit Gewerbetreibenden und Anwohnern der Maxstraße sei man im Gespräch. Uniformierte und zivile Polizeikräfte sowie die Sicherheitswacht seien dort verstärkt präsent. Einige Drogenkonsumenten wie auch -dealer habe man bereits stellen können. Seit Einrichtung der Arbeitsgruppe „Gemeinsam stark für Regensburg“ gegen Ende 2023 seien 164 Untersuchungshaftbefehle erwirkt und vollzogen worden, davon 144 Haftbefehle gegen tunesische Staatsangehörige. Durch die Zentrale Ausländerbehörde seien (Stand: November 2025) insgesamt 154 Tunesier in ihr Heimatland zurückgeführt worden.

Soweit die Stellungnahme der Polizei. Immerhin: Ein paar Erfolge im Kampf gegen die Intensivtäter scheint es zu geben. Gemessen an der aktuellen Sicherheitslage in der Maxstraße sind das aber doch wohl eher Tropfen auf einen glühend heißen Stein. Angesichts der offensichtlichen Masse an Kriminellen unterm Strich doch beklagenswert wenige Abschiebungen und Inhaftierungen. Für effektiveres Vorgehen gegen kriminelle Migranten und eine Drogenmafia, die sich in der Maxstraße etabliert zu haben scheint, bräuchte es die Mithilfe von Politik und Justiz, die die Polizei jedoch oft genug im Regen stehen lassen. Das frustriert die Bevölkerung – und die Polizeibeamten selbst.

 

Stadt: Ist Aufgabe der Polizei

 

Wir wenden uns an die Stadt Regensburg. Hier sagt man uns: Der Kommunale Ordnungsservice (KOS) der Stadt bestreife täglich eine große Anzahl von Örtlichkeiten im gesamten Stadtgebiet – auch die Maximilianstraße. Die Vollzugsbediensteten des KOS seien befugt, alle erforderlichen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr anzuordnen, Personalien festzustellen und Platzverweise zu erteilen. Ordnungswidrigkeiten ahnde man konsequent. Die Verfolgung des Drogenhandels sei aber eine zentrale Aufgabe der Polizei.

Die Stadt Regensburg scheint die Verantwortung weiterzuschieben. Wie es dazu kommen kann, dass Drogenbanden an einem gewöhnlichen Donnerstagmorgen in einer geschäftigen Straße unbehelligt Drogen verkaufen können, kann man uns nicht beantworten.

 

Phuc Huynh: Mehr Videoüberwachung!

 

Mitte des letzten Jahres sprach der Elternbeirat einer nahegelegenen Grundschule, Phuc Huynh, die schlechte Sicherheitslage in Maxstraße und Umgebung bei WELT TV offen an und hat damit einen wichtigen öffentlichen Diskurs angestoßen: Dealer verkaufen harte Drogen, Eltern finden Spritzen auf dem Spielplatz und in den Büschen, Kinder können nicht mehr alleine von der Schule heimlaufen (wir haben mehrfach berichtet). Was hat sich seitdem getan? Wir haben ihn gefragt:

11 © privat

Phuc Huynh: „Leider gab es seit der Berichterstattung keine nachhaltige Veränderung. Das grundlegende Problem ist nach wie vor präsent. Die Polizei hat dankenswerterweise die Frequenz ihrer Präsenz erhöht, zumindest konnte ich das so beobachten. Dass eine 24-Stunden-Rundumüberwachung durch Beamte faktisch nicht möglich ist, ist mir bewusst. Aktuell ist es aufgrund der Jahreszeit natürlich etwas ruhiger in der Maximilianstraße, aber die Dealer stehen immer noch an den bekannten Punkten und verkaufen ihre Drogen. Ich bin der Meinung, dass eine Videoüberwachung am Eingang der Maximilianstraße sowie in der Seitengasse Richtung IHK notwendig ist, da sich hier die Hotspots befinden. Eine temporäre Videoüberwachung sollte auf kommunaler Ebene doch möglich sein, um die Lage nachhaltig zu beruhigen.“

Nun müsste die Politik handeln. Die Kommunalwahlen rücken immer näher, also haben wir die Regensburger Oberbürgermeister-Kandidatinnen und -Kandidaten gefragt, was sie gegen die Drogenkriminalität in der Maxstraße tun würden. Lediglich zwei davon haben Unsinn geantwortet. Den anderen scheint das Thema offenbar nicht wichtig genug.

 

CSU

 

11 Bild: © privat

Dr. Astrid Freudenstein: „Es ist wichtig, dass in der Maxstraße sowohl zivile als auch uniformierte Sicherheitskräfte im Einsatz sind – seitens der Stadt gibt es dafür den Kommunalen Ordnungsservice, der durch private Sicherheitsdienste verstärkt werden kann. Die ohnehin billig wirkenden Plastik ummantelten Bäume in diesem Bereich dienen häufig als Drogenversteck und sollten ersetzt werden. Es ist auch zu überlegen, ob die Ausländerbehörde der Stadt Regensburg in der Maximilianstraße gut untergebracht ist. Verstärkte Videoüberwachung sollte dort, wo es rechtlich möglich ist, zum Einsatz kommen.“

 

Freie Wähler

 

Michael Schien: „Um dieses offensichtliche Problem in den Griff zu bekommen, sind aus meiner Sicht folgende Maßnahmen zwingend notwendig:

11 © FULLHAUS GmbH

1. Ausbau des Kommunalen Ordnungsservices zur verstärkten Bestreifung der im Altstadtgebiet liegenden Kriminalitätsschwerpunkte
2. Verstärkte bzw. dauerhafte Polizeipräsenz durch eine eigene Altstadtwache und weiterhin konsequente Strafverfolgung durch die Justiz
3. Verbesserung der Beleuchtung und Prüfung von Videoüberwachung (siehe Hauptbahnhof)
4. Steigerung der Präventionsmaßnahmen, um das Abrutschen junger Menschen in die Drogenabhängigkeit und Kriminalität zu verhindern
5. Klare Problembenennung und Bekanntmachung der erreichten Fortschritte durch die Politik“

 

Stadt und Polizei wie blind

 

Trotz des Aufwands, den die Stadt und die Polizei laut eigener Aussage betreiben, um die Maxstraße wieder sicherer zu machen, können Drogenbanden dort anscheinend ungehindert schalten und walten, wie sie wollen – und das zum Schaden der Anwohner, der Gewerbetreibenden, der Menschen, die die Maxstraße einfach nur passieren, um in die Altstadt zu gelangen, der Kinder, die von der Schule nach Hause laufen – und Regensburgs als Welterbestadt mit Hunderttausenden von Touristen. Für die Polizei sollte es doch eigentlich ein Leichtes sein, die offen agierenden Dealerbanden mit massivem Einsatz von Spezialkräften und auch von Zivilstreifen regelrecht auseinanderzunehmen. Auch der Kommunale Ordnungsservice könnte hier endlich mal gegen sein Image angehen, gegenüber harmlosen Wirten gerne martialisch auf „dicke Hose“ zu machen, vor den eigentlichen Gefährdern von Sicherheit und Ordnung indes eher kleinlaut zu kuschen. Wie es weitergeht, werden die Kommunalwahlen am 8. März entscheiden. (lnw)

 


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