Nachgefragt | Wie viel kostet Deutschland die Flüchtlingskrise?

Nachgefragt | Wie viel kostet Deutschland die Flüchtlingskrise?

Cowboy-Club Regensburg: Sind die goldenen Jahre vorüber?

- Anzeige -
Neuwahlen stehen bevor. Noch immer ist das Thema Migration in aller Munde. Dem Bund ist es immer noch nicht gelungen, legale Migranten schnell und unkompliziert in Arbeit zu bringen, um die Steuerlast zu verringern. Ebenso hat man bis jetzt versäumt, illegale Migranten und solche ohne Bleibeperspektive konsequent abzuschieben. Dass die Flüchtlingskrise seit 2015 gewaltige Summen deutscher Steuergelder verschlungen hat, ist kein Geheimnis. Doch wie viel Geld wurde genau ausgegeben? Wir haben nachgefragt – und sind auf einige Hindernisse gestoßen.

Was zahlt der Bund?

Wir fragen den Bund. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge verweist uns auf Bundestagsdrucksachen, welchen wir Zahlen zu den Bundesausgaben im Kontext Flucht und Migration entnehmen: Im Schnitt 24 Milliarden pro Jahr. Doch mit den Zahlen gibt es Probleme – das Bundesamt schreibt: „Flüchtlingsbezogene Belastungen sind weder in funktionaler noch gruppierungsmäßiger Abgrenzung ein Merkmal im Bundeshaushalt, auf dessen Grundlage eine präzise Datenabfrage im Bundeshaushalt möglich ist. Bei einer Vielzahl von Titeln im Bundeshaushalt sind mehrere Maßnahmen veranschlagt. Zudem kommen zahlreiche Maßnahmen nicht ausschließlich Flüchtlingen zugute. Eine Aufschlüsselung nach Personengruppen ist anhand des Bundeshaushalts nicht möglich.“

Welche Ausgaben gibt es noch?

Nicht alle Ausgaben im Kontext Flucht und Migration sind in den vom Bundesamt erhaltenen Zahlen enthalten, denn „ die Ausgaben der Länder, Gemeinden, Gemeindeverbände und Sozialversicherungen [fallen] nicht in die Zuständigkeit des Bundes“, so das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Aber wie hoch sind diese weiteren Ausgaben?

Das Beamtenmikado beginnt

Wir fragen die Länder. Die erste Anfrage geht an das jeweilige Landesinnenministerium. Von dort aus werden wir größtenteils zu dem jeweiligen Ministerium für Migration weitergeleitet. Von da aus verweist man uns teils an das jeweilige Ministerium für Finanzen; in einem Fall schickt man uns sogar wieder zum Innenministerium zurück. Manche Ministerien antworten uns gar nicht.

- Anzeige -

Was zahlen die Länder?

Die Antworten fallen unterschiedlich aus. Die Zahlen, die wir erhalten, sind meist untereinander nicht vergleichbar: In diesem Bundesland gibt man uns die Kosten für die Aufnahme, Unterbringung und Integration, in jenem Bundesland nur die Kosten für die Unterbringung. Hier gibt man uns simple Zahlen, da verweist man uns auf eine Drucksache, die wir zeitaufwändig nach den richtigen Zahlen durchsuchen müssen. Manchmal gibt es keine Zahlen für 2015, manchmal gibt man uns nur die Zahlen für die letzten drei Jahre, oft bekommen wir gar keine Zahlen mit einem Vermerk wie „leider sind Ihre Fragen aufgrund unterschiedlicher Akteure und mittelbarer und unmittelbarer Kostenstrukturen nicht zu beantworten“. Aufgrund des vorliegenden Zahlenmaterials wären pro Bundesland und pro Jahr etwa 1 bis 2,5 Milliarden realistisch.

Was zahlen die Kommunen?

Welche Kosten die Kommunen im Zusammenhang mit Flucht und Migration selbst tragen, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Das Thüringer Landesverwaltungsamt schreibt zum Beispiel: „Kommunen können im Zusammenhang mit Flucht und Migration Kosten haben, die nicht vom Bund oder Land übernommen werden. Zur Kostenhöhe wenden Sie sich bitte direkt an die Pressestellen der einzelnen Gebietskörperschaften.“ Um also die vollständigen Kosten der Flüchtlingskrise seit 2015 ermitteln zu können, müsste man theoretisch alle Kommunen einzeln anschreiben – eine irrsinnige Aufgabe.

Was hat die Flüchtlingskrise also bisher gekostet?

Die genauen Kosten der Flüchtlingskrise kennt niemand so genau. Der Bund gab im Schnitt 24 Milliarden Euro pro Jahr für Flucht und Migration aus. Mit diesem Geld wurden die Bundesländer zum Teil bezuschusst. Pro Bundesland und Jahr kann man grob von mindestens einer Milliarde ausgehen – je nach Größe des Bundeslandes. Wie viel die Kommunen zusätzlich ausgegeben haben, steht in den Sternen. Um sich einer endgültigen Zahl auch nur anzunähern, müssten möglicherweise nicht berücksichtigte Kosten für Security in den Aufnahmeeinrichtungen, Personal in den Sozialbehörden und anderen Behörden, Kosten für öffentliche Verkehrsmittel, für Impfungen und medizinische Versorgung etc. pp. eingerechnet werden. Grob überschlagen könnte die Flüchtlingskrise seit 2015 somit zwischen 400 und 800 Milliarden gekostet haben – das Jahr 2024 nicht eingerechnet. Tendenz der jährlichen Kosten für Flucht und Migration: steigend. Dieses Geld fehlt jetzt an allen Ecken und Enden, um unsere marode Infrastruktur, die waffentechnisch ausgeblutete Bundeswehr, das notleidende Bildungssystem, das schwer in Schieflage geratene Gesundheitswesen usw. usw. wieder auf Vordermann zu bringen. (lnw)

 


Die „Nachgefragt“-Reihe

  • Tags:
  • gepostet am: Donnerstag, 14. November 2024

Magazin weitere Artikel

Profile & Parolen | Nils Kreutinger

Profile & Parolen | Nils Kreutinger

Ab 16. März 2026 taucht ein neues Gesicht in Lansing – dem beschaulichen Dorf aus der BR-Familienserie „Dahoam is Dahoam“ – auf. Charly Bauer, gespielt von Nils Kreutinger, will sehr zum Leidwesen seines Bruders Philipp (gespielt von Philipp Schneider) in der Nähe der Familie einen Neuanfang starten. Philipp befürchtet, dass sein Bruder in Lansing nur Ärger machen wird …

>> weiterlesen

In & Out | Was war los im Februar?

In & Out | Was war los im Februar?

Der Regensburger Fasching liegt hinter uns – falls man den bisweilen eher unfreiwillig komischen Kommunalwahlkampf nicht als seine Verlängerung begreift.

>> weiterlesen

Aus bayerischen Polizeiberichten | Super-Recognizer erkennt gesuchten tunesischen Dieb am Regensburger Bahnhof

Aus bayerischen Polizeiberichten | Super-Recognizer erkennt gesuchten tunesischen Dieb am Regensburger Bahnhof

Am Samstag hat ein Super-Recognizer der Bundespolizeiinspektion Waldmünchen einen Mann erkannt, der wegen Diebstahls gesucht wurde.

>> weiterlesen

Aus bayerischen Polizeiberichten | Passau: Fahndung nach flüchtigem Syrer

Aus bayerischen Polizeiberichten | Passau: Fahndung nach flüchtigem Syrer

Vergangenen Freitag flüchtete eine männliche Person nach einer richterlichen Vorführung. Die Fahndungsmaßnahmen dauern an.

>> weiterlesen

Aus bayerischen Polizeiberichten | Aktionstag zur Bekämpfung von Hasspostings

Aus bayerischen Polizeiberichten | Aktionstag zur Bekämpfung von Hasspostings

Im Rahmen des bundesweiten Aktionstags zur Bekämpfung von Hasspostings hat die Kriminalpolizei Regensburg am 25. Februar 2026 gezielte Ermittlungen gegen zwei Männer im Alter von 36 und 48 Jahren durchgeführt.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Drogenhotspot Maxstraße – geht Regensburg das Problem endlich an?

Nachgefragt | Drogenhotspot Maxstraße – geht Regensburg das Problem endlich an?

Die Maximilianstraße in Regensburg – ein Drogenhotspot selbst an helllichtem Tag. Auch die MZ hat sich des Themas inzwischen angenommen.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Kommunalwahl am 8. März: Schicksalswahl für unsere Stadt

Nachgefragt | Kommunalwahl am 8. März: Schicksalswahl für unsere Stadt

Regensburg steht vor gewaltigen Problemen – kann die Kommunalwahl Abhilfe schaffen?

>> weiterlesen

Mehr Klartext wagen! | Darüber lacht ganz Bayern: Regensburg verbietet „Lumumba“ auf dem städtischen Christkindlmarkt wegen Rassismus-Vorwürfen

Mehr Klartext wagen! | Darüber lacht ganz Bayern: Regensburg verbietet „Lumumba“ auf dem städtischen Christkindlmarkt wegen Rassismus-Vorwürfen

Die Stadt Regensburg hat auf Initiative des sog. ‚Ausländerbeirats’ beschlossen, auf ihrem Christkindlmarkt am Neupfarrplatz den Getränkenamen „Lumumba“ (heißer Kakao mit einem Schuss Rum) künftig zu verbieten.

>> weiterlesen

Requiem in d-Moll op. 9 von Maurice Duruflé

Requiem in d-Moll op. 9 von Maurice Duruflé

15.03., Stadtpfarrkirche St. Anton, 16:00

Maurice Duruflés Requiem in d-Moll op. 9 ist eine intime, zugleich kraftvolle Vertonung der lateinischen Totenmesse. In einer sparsamen, fast meditativen Klangwelt verbindet Duruflé gregorianische Melodien mit impressionistischen Klangnuancen, getragen von klarer Stimmführung und virtuosem Orgelspiel.

>> weiterlesen

Nachgefragt weitere Artikel

Nachgefragt | Drogenhotspot Maxstraße – geht Regensburg das Problem endlich an?

Nachgefragt | Drogenhotspot Maxstraße – geht Regensburg das Problem endlich an?

Die Maximilianstraße in Regensburg – ein Drogenhotspot selbst an helllichtem Tag. Auch die MZ hat sich des Themas inzwischen angenommen.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Kommunalwahl am 8. März: Schicksalswahl für unsere Stadt

Nachgefragt | Kommunalwahl am 8. März: Schicksalswahl für unsere Stadt

Regensburg steht vor gewaltigen Problemen – kann die Kommunalwahl Abhilfe schaffen?

>> weiterlesen

Nachgefragt | Update: Dealermafia hat Maxstraße weiter fest im Griff

Nachgefragt | Update: Dealermafia hat Maxstraße weiter fest im Griff

Vor wenigen Wochen haben wir über am helllichten Tag in der Maximilianstraße Regensburg operierende Dealerbanden berichtet. Reagiert jetzt die Polizei?

>> weiterlesen

Nachgefragt | Kriminalität verlagert sich: Tagsäufer machen Schwarze-Bären-Straße unsicher

Nachgefragt | Kriminalität verlagert sich: Tagsäufer machen Schwarze-Bären-Straße unsicher

Nachdem sich das Augenmerk der Polizei weitgehend auf den Bahnhofsbereich richtet, scheint sich die Kriminalität wie ein Krebsgeschwür über die Maximilianstraße und das Diskothekenviertel immer weiter in die Innenstadt auszubreiten.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Tatort Eisenbahn – Ein deutschlandweites Problem

Nachgefragt | Tatort Eisenbahn – Ein deutschlandweites Problem

Schon seit Jahren scheinen Vermüllung, Vandalismus und Aggressivität in Zügen an der Tagesordnung zu sein, aber getan wurde dagegen bisher nichts.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Liebevoll saniertes Wasserschloss Pürkelgut Opfer von Einbruchsserie und hemmungslosem Vandalismus

Nachgefragt | Liebevoll saniertes Wasserschloss Pürkelgut Opfer von Einbruchsserie und hemmungslosem Vandalismus

Die Dieselstraße ist schon seit einigen Jahren das Sorgenkind des Regensburger Stadtostens. Mittlerweile sind auch Einbrecher hier unterwegs.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Update: 30.000 € Stadt-Geld gehen jetzt doch an Sea-Eye

Nachgefragt | Update: 30.000 € Stadt-Geld gehen jetzt doch an Sea-Eye

Nach langem Hin- und Her: Jetzt spendet die Stadt Regensburg doch 30.000 € an die Seenotrettungsorganisation Sea-Eye.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Schockschlag-Affäre: Ehemalige Praktikantin jetzt beim BKA – Staatsanwaltschaft bezieht Stellung

Nachgefragt | Schockschlag-Affäre: Ehemalige Praktikantin jetzt beim BKA – Staatsanwaltschaft bezieht Stellung

Unser Artikel zum Thema hat unsere Leser stark bewegt. Wurde gegen die Praktikantin ein Ermittlungsverfahren eingeleitet?

>> weiterlesen

Nachgefragt | Irreguläre Migration – Die Mutter aller Probleme?

Nachgefragt | Irreguläre Migration – Die Mutter aller Probleme?

In der Maximilianstraße in Regensburg verkaufen Migranten als Drogendealer am helllichten Tag ihre Ware  ein gesamtdeutsches Problem?

>> weiterlesen

© Regensburger Stadtzeitung