Nachgefragt | Schockschlag-Affäre: Zu Unrecht Denunzierter Polizeibeamter endgültig freigesprochen

Nachgefragt | Schockschlag-Affäre: Zu Unrecht Denunzierter Polizeibeamter endgültig freigesprochen

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Bei einem Verhör soll ein irakischer Drogendealer sein Handy entsperren, versucht es stattdessen aber zu zerbrechen. Mit einem sogenannten „Schockschlag“ kann der verhörende Kripobeamte dies verhindern. Eine junge Polizeipraktikantin will jedoch mehrere Schläge gesehen haben – der Fall landet vor Gericht. Nun wurde der Beamte rechtskräftig freigesprochen.

Was ist passiert?

Nach einer Messerstecherei zwischen Migrantengruppen im Rahmen eines Drogendeals in Regensburg kommt es im Sommer 2023 zu Festnahmen (wir haben berichtet). Das Verhör eines des versuchten Mordes verdächtigten Irakers durch einen Kripobeamten läuft anders als geplant: Als der Tatverdächtigte sein Handy – ein wichtiges Beweismittel – zerstören will, schreitet der Beamte mutmaßlich mit einem sog. „Schockschlag“ ein, um das Beweismittel zu retten. Eine Polizeipraktikantin beobachtet den Vorfall teilweise, hat nach eigenen Angaben nicht nur einen, sondern mehrere Schläge gesehen, und zeigt den Beamten bei der Dienstaufsicht an. Gegen ihn erlässt daraufhin die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl von 90 Tagessätzen. Der Beamte wehrt sich dagegen und es kommt zu einem Prozess vor dem Regensburger Amtsgericht.

Freispruch

Mitte 2025 wird der Kripobeamte freigesprochen (wir haben berichtet). In Aussagen des Irakers selbst und eines Kollegen des Beamten sei nur von einem Schlag die Rede, nicht von mehreren. Die Praktikantin habe den Vorfall außerdem nur teilweise beobachten können und habe ihn anders wahrgenommen. Der Schlag des Beamten sei somit bei einem versuchten Tötungsdelikt zur Sicherung des Beweismittels gerechtfertigt gewesen.

Berufung zurückgezogen

Wie die Mittelbayerische Zeitung (MZ) nun berichtet, sei die Staatsanwaltschaft gegen das Urteil in Berufung gegangen, habe diese nun aber wieder zurückgezogen – somit sei das Urteil rechtskräftig. Die internen Ermittlungen haben den Beamten laut seinem Verteidiger gesundheitlich schwer mitgenommen. (lnw)

 


Die „Nachgefragt“-Reihe

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  • gepostet am: Donnerstag, 29. Januar 2026

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