Mehr Klartext wagen! | Darüber lacht ganz Bayern: Regensburg verbietet „Lumumba“ auf dem städtischen Christkindlmarkt wegen Rassismus-Vorwürfen

Mehr Klartext wagen! | Darüber lacht ganz Bayern: Regensburg verbietet „Lumumba“ auf dem städtischen Christkindlmarkt wegen Rassismus-Vorwürfen

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Wie die Mittelbayerische Zeitung berichtet, hat die Stadt Regensburg auf Initiative des sog. ‚Ausländerbeirats’ beschlossen, auf ihrem Christkindlmarkt am Neupfarrplatz den Getränkenamen „Lumumba“ (heißer Kakao mit einem Schuss Rum) künftig zu verbieten. Der Vorwurf: Im Getränkenamen schlummert übelster Rassismus. Da reibt sich der normale Regensburger verwundert die Augen und glaubt zunächst an einen verspäteten Faschingsscherz. Denn während sich viele Frauen nicht mehr alleine auf die Straße trauen, die Geschäftsleute in der Innenstadt ums Überleben kämpfen und z.B. die Regensburger Maximilianstraße allem Anschein nach zu einem rechtsfreien Raum für migrantische Dealerbanden zu verkommen droht, wird von der aktuellen Stadtspitze offenbar die größte Gefahr auf den Getränketafeln ihrer weihnachtlichen Glühweinstände verortet.

Natürlich kann jeder immer und überall Rassismus wittern und diesen anprangern, wenn es ihm und seinem ideologischen Sendungstrieb irgendwie guttut. Aber wer glaubt, mit dem Umbenennen eines seit Jahrzehnten gebräuchlichen Getränks ein gesellschaftspolitisches Leuchtfeuer im Kollektivbewusstsein der Bevölkerung zu entzünden, der überschätzt die Macht von alkoholhaltigen Heißgetränken doch irgendwie erheblich. Ganz im Gegenteil: Wenn politische Symbolpolitik zum Selbstzweck wird, wirkt sie weniger wie ernsthafte Auseinandersetzung mit einem real existierenden Problem, sondern mehr wie eine Karikatur ihrer selbst.

Man fragt sich unwillkürlich, was als Nächstes kommt. Wird das „Drei-Mohren-Cafe“ zwangsgeschlossen? Darf der „Schwarzfahrer“ bald nur noch „Beförderungsleistungserschleicher*in“ genannt werden? Kettet man Wirte, die noch ein „Zigeunerschnitzel“ auf ihrer Speisekarte anbieten, vor dem Rathaus an den mittelalterlichen Prager? Der blinde Eifer, mit dem hier sprachliche Reinheit betrieben wird, ist jedenfalls eher unfreiwillig komisch, als volkserzieherisch wirkungsvoll.

Und während man bei der städtischen „Sprechpolizei“ emsig an politisch korrekten Produktbezeichnungen feilt, dürfte man sich beim „Romantischen Weihnachtsmarkt auf Schloss Thurn und Taxis“ vermutlich ziemlich amüsiert und entspannt zurücklehnen. Dort setzt man traditionell auf Atmosphäre, Handwerk und historischen Charme – und wird sich kaum dazu berufen fühlen, die vielfältigen Getränkeangebote der Schausteller vorauseilend auf ideologische Linientreue zu prüfen.

Am Ende bleibt der Eindruck, dass hier die bedauernswerte städtische Verwaltung von ihrer politischen Spitze zu moralingesäuertem Aktionismus getrieben wurde und nun mal wieder viel Spot und Häme erdulden muss. Und während die Besucher eigentlich nur einen heißen Kakao mit Schuss wollen, serviert man ihnen stattdessen künftig am Neupfarrplatz eine fade Lektion in vorauseilender Sprachhygiene.

Doch es gibt Hoffnung, dass auch dieser Unsinn bald ein Ende hat: Am 8. März sind Kommunalwahlen. Schwer zu glauben, dass die Regensburger Wähler in ihrer Mehrheit solchen und anderen Blödsinn noch länger ertragen wollen. Dann kann sich eine Verwaltung auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist und so einen Wandel vom Bürgerschreck zu Bürgernähe endlich wieder hinbekommen.

Darauf ein Prost – natürlich mit einem doppelten Lumumba! (red.)

 


 

Lesen Sie auch:

Wer benennt unsere Straßen um? – Ein Regensburger Streitthema, 07.04.2023

 


Die „Nachgefragt“-Reihe

  • gepostet am: Sonntag, 22. Februar 2026

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