Nachgefragt | Darum brauchen wir die Dorfwirtshäuser!

- Anzeige -
Die Zahlen sind erschreckend: In den letzten 25 Jahren hat über ein Drittel der Dorfwirtshäuser für immer zugesperrt! In rund 150 Gemeinden in Bayern gibt es überhaupt keine Gastronomie mehr. Dabei ist doch das Wirtshaus Kulturgut oberster Kategorie und fest verwurzelt in der bayerischen Tradition! Kirche, Wirtshaus, Fußballplatz, so lautete über Jahrzehnte hinweg das Sonntagsprogramm nicht weniger Familien auf dem Land. Und auch unter der Woche bleibt die Dorfwirtschaft Nachrichtenbörse der Bevölkerung, an den Stammtischen treffen Rote auf Schwarze, Gspickte auf Kleinhäusler, Alleinstehende auf Großfamilien, alteingesessene Bauern auf Neu-Siedler. Dort werden Entscheidungen ausgekartelt, Geschäfte mit Handschlag gemacht, dort wird gefeiert und getrauert. In Bayern werden politische Entscheidungen regelmäßig in Wirtshäusern vorbesprochen. Man rutscht zusammen, das Wirtshaus ist nicht besetzt, wenn an jedem Tisch nur einer oder zwei hocken. Um diese Tradition beneiden uns die Menschen schon ab Franken; vielleicht geht es Bayern auch deshalb so gut, weil man sich auf dem neutralen Boden des Wirtshauses trifft, um unangenehme Dinge in angenehmer Atmosphäre zu regeln. Wirtshäuser sind aber auch weiche Standortfaktoren bei Unternehmen, ohne Wirtschaft gibt es keinen zentralen Treffpunkt im Ort und nicht selten auch keinen Tourismus. Hinzu kommt der Wirtschaftsfaktor: Fünf Prozent der Erwerbstätigen in Bayern arbeiten direkt oder indirekt in der Gastronomie, zehn Prozent der Auszubildenden absolvieren dort ihre Lehre. Sie erwirtschaften weit über 15 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr. Da ist es natürlich besonders wichtig, das Dorfwirtshaus zu stärken. Im Gastrogewerbe wäre deshalb ein   flexibleres Arbeitszeitgesetz nötig – dass die Leute dann arbeiten können, wenn sie gebraucht werden und es statt einer täglichen Höchstarbeitszeit eine wöchentliche gibt. Und gleiche Wettbewerbsbedingungen für die Wirte: Sie müssen 19 Prozent Mehrwertsteuer fordern und abführen, Hoteliers beispielsweise nur sieben. Schließlich wäre weniger Bürokratie vielleicht auch hilfreich: Warum muss ein Wirt alles dokumentieren, der Verein auf seinem Festl aber gar nichts? Und schließlich gibt es noch einen wichtigen Grund, warum die Dorfwirtshäuser bleiben müssen: Dort gibt es noch die echte, unverfälschte bayerische Küche, die in der Stadt nicht unbedingt überall zu  finden ist. Und hinter manchem Dorfwirtshaus steht sogar noch eine eigene Brauerei. All das dürfen wir nicht sterben lassen, deshalb: Rein in die Dorfwirtshäuser! (ssm)


Die „Nachgefragt“-Reihe

Magazin weitere Artikel

Nachgefragt | Dieselstraße immer noch müllfrei?

Nachgefragt | Dieselstraße immer noch müllfrei?

Anfang dieses Jahres hat sich die Regensburger Stadtzeitung der zur inoffiziellen Müllhalde verkommenen Dieselstraße gewidmet. Nach dem Bericht sichert die Stadt die regelmäßige Reinigung zu. Was ist aus diesem Versprechen geworden?

>> weiterlesen

Regensburger Werkstätten fertigen 600 Holzträger zum Jubiläum

Regensburger Werkstätten fertigen 600 Holzträger zum Jubiläum

Lebenshilfe-Mitarbeiter produzieren nachhaltige Sixpacks.

>> weiterlesen

Spendenübergabe der Hans und Sofie Kneitinger Stiftung – 25.000 € an  St. Leonhard

Spendenübergabe der Hans und Sofie Kneitinger Stiftung – 25.000 € an St. Leonhard

Die Pandemie hat das Sozialpädagogische Zentrum vor eine besondere Herausforderung hinsichtlich Homeschooling und Digitalisierung gestellt. Dort kommt der finanzielle Segen gut an.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Der Hundestrand am Pielmühler Wehr: Vermüllung als Verwaltungsprinzip?

Nachgefragt | Der Hundestrand am Pielmühler Wehr: Vermüllung als Verwaltungsprinzip?

Der sogenannte Hundestrand am Pielmühler Wehr. Beliebter Treffpunkt für Hundebesitzer, Badegäste, Grillfans, Partyvolk – und bisweilen temporäre Müllhalde. Vor allem im Sommer. Denn: Es gibt keinerlei Mülleimer. Der Dreck bleibt liegen. Das Wasserwirtschaftsamt Regensburg und die Gemeinde Zeitlarn schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu.

>> weiterlesen

Redaktionsbär | Dezember 2021

Redaktionsbär | Dezember 2021

Der Winter ist da! Der erste Schnee ist schon gefallen!

>> weiterlesen

PEEP‘le | Dezember/Januar 2021/22

PEEP‘le | Dezember/Januar 2021/22

Die RSZ nimmt Sie jeden Monat mit auf eine Reise ins Herzen des Stadtlebens. Bekannte Gesichter. Was war los in Regensburg?

>> weiterlesen

Redaktionsbär | November 2021

Redaktionsbär | November 2021

Dieses Mal stellte unser Redaktionsbär seine Couch vor einem ganz bestimmten Gebäude im Westenviertel auf.

>> weiterlesen

PEEP‘le | November 2021

PEEP‘le | November 2021

Die RSZ nimmt Sie jeden Monat mit auf eine Reise ins Herzen des Stadtlebens. Bekannte Gesichter. Was war los in Regensburg?

>> weiterlesen

In & Out | November 2021

In & Out | November 2021

Die In-&-Out-Liste der RSZ gefährdet Ihre Gesundheit! Meiden Sie Wertungen mit satirischem Inhalt – Sie könnten ihn womöglich nicht erkennen! Magenbeschwerden und Zornausbrüche sind die unvermeidbare Folge!

>> weiterlesen

Nachgefragt weitere Artikel

Nachgefragt | Dieselstraße immer noch müllfrei?

Nachgefragt | Dieselstraße immer noch müllfrei?

Anfang dieses Jahres hat sich die Regensburger Stadtzeitung der zur inoffiziellen Müllhalde verkommenen Dieselstraße gewidmet. Nach dem Bericht sichert die Stadt die regelmäßige Reinigung zu. Was ist aus diesem Versprechen geworden?

>> weiterlesen

Nachgefragt | Der Hundestrand am Pielmühler Wehr: Vermüllung als Verwaltungsprinzip?

Nachgefragt | Der Hundestrand am Pielmühler Wehr: Vermüllung als Verwaltungsprinzip?

Der sogenannte Hundestrand am Pielmühler Wehr. Beliebter Treffpunkt für Hundebesitzer, Badegäste, Grillfans, Partyvolk – und bisweilen temporäre Müllhalde. Vor allem im Sommer. Denn: Es gibt keinerlei Mülleimer. Der Dreck bleibt liegen. Das Wasserwirtschaftsamt Regensburg und die Gemeinde Zeitlarn schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Das „Kreutzer‘s beim Puff“ – Stationen einer Erfolgsgeschichte

Nachgefragt | Das „Kreutzer‘s beim Puff“ – Stationen einer Erfolgsgeschichte

Frühjahr 2011. Das Regensburger Hafengebiet. Ausgerechnet hier eröffnete Matthias Kreutzer ein Restaurant. Die meisten waren skeptisch.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Der stille Tod von Russlands Wäldern

Nachgefragt | Der stille Tod von Russlands Wäldern

Die Regensburger Stadtzeitung hat bereits im Mai über IKEAs Mitverantwortung an illegalen Rodungen in den Karpaten Osteuropas berichtet. Nun hat sich die ARD am 15.07.2021 im Format „Kontraste“ mit weiteren fragwürdigen Aktivitäten in russischen Wäldern auseinandergesetzt.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Der Hundestrand am Pielmühler Wehr: Beamtenmikado contra Umweltschutz

Nachgefragt | Der Hundestrand am Pielmühler Wehr: Beamtenmikado contra Umweltschutz

Am sogenannten Hundestrand am Pielmühler Wehr sind die Ortsansässigen gerne. Und natürlich fällt dabei Müll an – der dann oftmals einfach so liegen bleibt. Denn: Es gibt dort auf dem gesamten weitläufigen Gelände keinen einzigen Mülleimer.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Regensburger Unterwelten August/September 2021

Nachgefragt | Regensburger Unterwelten August/September 2021

Auch in dieser Ausgabe geht die Stadtzeitung für die Rubrik „Regensburger Unterwelten“ einem besonderen Relikt der Stadtgeschichte nach.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Regensburg erwacht aus der Corona-Agonie

Nachgefragt | Regensburg erwacht aus der Corona-Agonie

Nach dem coronabedingten langen Winterschlaf sinken endlich wieder die Inzidenzen. Die Stadtzeitung hat sich umgehört, was sich alles tut und getan hat.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Regensburger Unterwelten Juli 2021

Nachgefragt | Regensburger Unterwelten Juli 2021

Die Regensburger Stadtzeitung folgt mysteriösen Spuren in den Untergrund. Unsere Reporter haben auch in diesem Monat die Altstadt und Umgebung nach geheimnisvollen Orten durchkämmt!

>> weiterlesen

Nachgefragt | Regensburger Unterwelten Juni 2021

Nachgefragt | Regensburger Unterwelten Juni 2021

Folgen Sie der Regensburger Stadtzeitung auf einer Reise in Regensburgs Untergrund. Monatlich wird ein entsprechendes Suchbild veröffentlicht.

>> weiterlesen

© Regensburger Stadtzeitung