Regensburger Unterwelten | Was zum Teufel ist das für ein Stollen?

Regensburger Unterwelten | Was zum Teufel ist das für ein Stollen?

In der Nähe des Pfaffensteiner Tunnels befindet sich ein geheimnisvoller Stollen.


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Etwa 100 m westlich vom Südeingang des Pfaffensteiner Tunnels befindet sich der Eingang zu einem kleinen Stollen. Das Gitter, das ihn verschließt, steht offen. Der Stollen ist etwa einen Meter hoch und nicht ganz so breit. Vor dem Eingang liegt eine Kinderschaufel. Wenn man hineinschaut, liegt da ein Schraubenzieher. Wenn man hineingeht oder besser: -kriecht, endet der Stollen schon nach wenigen Metern. Einmal biegt man links ab, dann rechts. Da sieht es so aus, als hätte man den Stollen zugeschüttet. Welchen Zweck hat der Stollen einmal erfüllt? Stellt er eine Gefahr dar? Warum wurde er zugeschüttet? Wir haben nachgefragt.

Eiskeller oder Quellfassung?

Die Stadt Regensburg verweist uns an die Autobahndirektion, auf deren Grundstück sich der Stollen befindet. Sie schreibt: „Der von Ihnen beschriebene Stollen ist kein Bestandteil der Autobahn und vermutlich auch wesentlich älter als die Autobahn. Er liegt zufällig auf einem Grundstück der Autobahn. Der kurze Stollen stellt keine Gefahr für Dritte oder spielende Kinder dar. Die örtliche Autobahnmeisterei wird das Tor des Stollens aber dennoch wieder durch ein Schloss verschließen. Informationen zu dem historischen Hintergrund des Stollens und den Gründen für eine Abmauerung liegen der Autobahn nicht vor. Wir können hier nur Mutmaßungen anstellen. Im Umfeld gibt es Eiskeller. Für einen Eiskeller ist der Boden aber zu aufwendig mit Steinen versehen. Auch eine ehemalige Quellfassung wäre möglich. Vielleicht gibt es einen örtlichen Heimatforschungsverein oder einen Heimatforscher, der mehr über die geschichtlichen Hintergründe weiß.“

  • Der etwa einen Meter hohe Eingang zum Stollen steht offen.

    Der etwa einen Meter hohe Eingang zum Stollen steht offen.

    © lnw
  • Nach drei Metern biegt der Gang nach links ab.

    Nach drei Metern biegt der Gang nach links ab.

    © lnw

    Bier-Lagerkeller?

    Also fragen wir beim Heimatpfleger der Stadt Regensburg an. Aber auch er weiß nichts über den Schacht und kann uns nicht weiterhelfen: Ein „Eingang in einen (Bier-)Lagerkeller wäre möglich, es gibt allerdings meines Wissens nach kein Kellerkataster. Eventuell könnte jemand vom Heimatverein Stadtamhof mehr dazu wissen.“

    • Nach einem weiteren Meter biegt der Gang nach rechts ab.

      Nach einem weiteren Meter biegt der Gang nach rechts ab.

      © lnw
    • Hinter der Biegung ist kein Weiterkommen möglich.

      Hinter der Biegung ist kein Weiterkommen möglich.

      © lnw

      Keine Unterlagen vorhanden

      Der Heimatverein Stadtamhof schreibt schließlich: „Ich habe bzgl. des Schachts mit meinen Denkmalpflegern gesprochen. Die waren ebenso überfragt, es sind auch keine Unterlagen dazu bei uns vorhanden.“

      • Eine blaue Schaufel – spielen hier Kinder?

        Eine blaue Schaufel – spielen hier Kinder?

        © lnw
      • Ein Schraubenzieher – hat man so das Gitter geöffnet?

        Ein Schraubenzieher – hat man so das Gitter geöffnet?

        © lnw

        Lost Place bleibt verloren

        Weiter haben uns unsere Recherchen bisher nicht gebracht. Von offizieller Stelle gibt es keine Hinweise auf den ursprünglichen Zweck des Stollens. Welche Informationen finden sich im Regensburger Kollektivgedächtnis? Einsendungen unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Hinweise, die zur Aufklärung dieses Lokalmysteriums beitragen, werden belohnt. (lnw)

        • Über diesen Waldweg kommt man zum mysteriösen Stollen.

          Über diesen Waldweg kommt man zum mysteriösen Stollen.

          © lnw
        • Folgt man dem Waldweg, gelangt man zum Pfaffensteiner Tunnel.

          Folgt man dem Waldweg, gelangt man zum Pfaffensteiner Tunnel.

          © lnw

           

          Zur Auflösung: „Was zum Teufel ist das für ein Stollen?“

           


          Die „Nachgefragt“-Reihe

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