Im Proberaum mit | Young Fast Running Man

Im Proberaum mit | Young Fast Running Man

Wie ein junger Vogel

- Anzeige -
Auch auf seinem zweiten Album mit dem Titel „Young Bird”* ist es die Akustikgitarre, die sich wie ein roter Faden durch die Songs von Young Fast Running Man hindurchzieht. Wie ein junger Vogel auf seinem Flug über wechselnde Landschaften wird der Zuhörer auf eine Reise durch verschiedene Klänge und Stilrichtungen geschickt, wobei Einflüsse durch die Urväter des 60er-Jahre-Bluesrocks wie Eric Clapton oder Peter Green und Folk-Songwriter-Größen wie Nick Drake oder Mark Lanegan stets fest in den Liedern des in München lebenden Künstlers Fabian Hertrich aka Young Fast Running Man verwurzelt bleiben.

Keine Musik für junge Leute und nichts, womit man Erfolg haben könnte? Möchte man meinen, stimmt aber so (zum Glück) nicht! Gemeinsam mit seiner Liveband „The Young Birds”, bestehend unter anderem aus den regional bekannten Musikern Michael „Air” Hofmann (Drums bei Radio Haze, T. G. Copperfield), Michael „Karlos” Karl (Bass u. a. bei. T. G. Copperfield) sowie Gabriel Hertrich (Leadgitarre, Mandoline), und Ella Priesnitz (Backing Vocals), hat er schon auf einer Vielzahl von Festival- und Clubbühnen gestanden und darüber hinaus auch Support-Shows für namhafte Künstler wie etwa Canned Heat gespielt.

Wie es der Albumtitel „Young Bird“* und der Künstlername schon andeuten, sind es jugendliche Neugierde, Entdeckungsdrang und ein großer Wunsch nach Freiheit und Selbstbehauptung, die YFRM, wie sich Young Fast Running Man der Einfachheit halber oftmals abkürzt, antreibt. Das Lösen von Normen, Vorurteilen und alltäglichen Zwängen sowie das Verlangen nach Ungebundenheit in einer immer hektischeren und unzufriedenen Gesellschaft.

Die inhaltlich wichtigsten Ankerpunkte bilden zum einen die Natur in ihrer unverkennbaren Schönheit und zum anderen Menschen, die ihn auf besondere Art und Weise geprägt haben. So widmet sich der gebürtige Landshuter auch in mehreren Songs seinen niederbayerischen Wurzeln. Vielleicht fühlt sich am Ende ja nur der frei, der seine Wurzeln kennt und auch in höchsten Höhen stets auf diese zurückblicken kann. So heißt es im Titeltrack „Young Bird“: „Time you need, time to be found / roots beneath you, forever bound.“

- Anzeige -

Bescheidenheit und der Sinn für Ästhetik in der Einfachheit sind aber nicht nur Themen seiner Erzählungen, sondern werden auch in die musikalischen Arrangements integriert. Young Fast Running Man lässt sich Zeit, seine Songs aufzubauen, er findet den Mut zu leisen Klängen und Gefühl, ohne dabei kitschig oder pathetisch zu wirken. Im Gegenteil spricht aus seiner Musik eine innere Ruhe und Stärke, die man heutzutage nicht mehr oft findet. Was aber nicht heißt, dass es nicht auch mal rockig zugehen darf!

  • © Armin Thalhammer

    Musik weitere Artikel

    Absage: WeinMusikFest und Jazzweekend

    Der Freistaat Bayern gab am 15. April bekannt, dass aufgrund der Corona-Pandemie Großveranstaltungen in Bayern bis Ende August untersagt werden.

    >> weiterlesen

    CD-Kritik | Sinan-G – Gangstas Paradise

    CD-Kritik | Sinan-G – Gangstas Paradise

    Das Beste zuerst: Auf „Gangstas Paradise“ finden sich zum Glück nur acht Tracks. Trotzdem schafft es Sinan G auf dieser kurzen Spielzeit spielend einfach, ein Gefühl von Monotonie und Langeweile zu erzeugen.

    >> weiterlesen

    CD-Kritik | Anti-Flag – 20/20 Vision

    CD-Kritik | Anti-Flag – 20/20 Vision

    Keine Frage: Anti-Flag haben richtig gute Punkrock-Songs geschrieben („911 for Peace“, „Turncoat“) und damit schon lange einen Legendenstatus inne. Sie werden ebenfalls nicht müde, in kurzen Abständen neue Alben herauszubringen, die an Energie und Wut nicht abnehmen.

    >> weiterlesen

    CD-Kritik | Kadavar – For the Dead Travel Fast

    CD-Kritik | Kadavar – For the Dead Travel Fast

    Jepp, Kadavar machen immer noch knurrenden und kratzenden Retrorock. Und zwar so gut wie sonst niemand in Deutschland, wenn nicht gar in ganz Europa.

    >> weiterlesen

    CD-Kritik | Justin Bieber – Changes

    CD-Kritik | Justin Bieber – Changes

    Auf „Changes“ herrscht zuerst einmal eine erdrückende Eintönigkeit und Harmlosigkeit vor. Dynamik: 0. Anpassung an den Zeitgeist: 100! Grundgerüst aus R-‘n‘-B- und Trapbeats, Synthiechords und gelangweilt coolem Neo-Soul-Gesang.

    >> weiterlesen

    CD-Kritik | Heinz Rudolf Kunze – Der Wahrheit die Ehre

    CD-Kritik | Heinz Rudolf Kunze – Der Wahrheit die Ehre

    Heinz Rudolf Kunze wird nicht umsonst als „Professor Deutschrock“ bezeichnet. Schließlich steht er seit mehreren Jahrzehnten für seine ganz eigene intellektuelle und leicht spießige Art von Songwriting.

    >> weiterlesen

    CD-Kritik | La Roux – Supervision

    CD-Kritik | La Roux – Supervision

    Vor über 10 Jahren hatte La Roux mit „Bulletproof“ einen Megahit, der damals kraftvoll und erfrischend die Charts stürmte. Seitdem hat man nicht mehr viel von der britischen Künstlerin gehört, obwohl sie noch 2014 ein weiteres Album herausgebracht hat.

    >> weiterlesen

    Im Proberaum mit | Megasuri

    Im Proberaum mit | Megasuri

    18.03.2020, Degginger, 20.15 Uhr

    „Korsette sind eng, sie zwicken und machen alles, nur keinen Spaß“, antworten Megasuri auf die Frage nach der Einordnung ihrer Musik.

    >> weiterlesen

    CD-Kritik | SSIO – Messios

    CD-Kritik | SSIO – Messios

    SSIO ist zurück. Der Bonner Straßenrapper mit dem ganz speziellen Humor bringt mit „Messios“ sein drittes Studioalbum heraus und beglückt seine Fans wieder mit schlitzohrigen One-Linern auf wuchtigen Beats.

    >> weiterlesen

    CD-Kritik | The Cure – Anniversary 1978–2018 Live in Hyde Park

    CD-Kritik | The Cure – Anniversary 1978–2018 Live in Hyde Park

    Mit „Anniversary 1978–2018 Live in Hyde Park“ setzen sich The Cure selbst ein herausragendes Denkmal in Form eines Livealbums (inklusive Konzertfilm).

    >> weiterlesen

    CD-Kritik | Mac Miller – Circles

    CD-Kritik | Mac Miller – Circles

    Nicht von allen geliebt, aber von vielen geschätzt, war Mac Miller sicher einer der prägendsten und faszinierendsten Rapper der 10er Jahre. Nach seinem unerwartet frühem Tod 2018 (er wurde nur 26 Jahre alt) erschien nun mit „Circles“ das erste Posthum veröffentlichte Album.

    >> weiterlesen

    CD-Kritik | Katja Krasavice – Boss Bitch

    CD-Kritik | Katja Krasavice – Boss Bitch

    Wie um alles in der Welt kann DAS Nummer 1 der offiziellen deutschen Album Charts sein?

    >> weiterlesen

    Im Proberaum mit weitere Artikel

    Im Proberaum mit | Megasuri

    Im Proberaum mit | Megasuri

    18.03.2020, Degginger, 20.15 Uhr

    „Korsette sind eng, sie zwicken und machen alles, nur keinen Spaß“, antworten Megasuri auf die Frage nach der Einordnung ihrer Musik.

    >> weiterlesen

    Im Proberaum mit | Songs from her[e]!

    Im Proberaum mit | Songs from her[e]!

    18.03.2020, Degginger, 20.15 Uhr

    „Songs from her[e]!“ ist eigentlich keine Band, sondern ein loser Zusammenschluss verschiedener Musikerinnen aus ganz Bayern, die gemeinsam mehr Sichtbarkeit für sich und ihre Sache erreichen wollen.

    >> weiterlesen

    Im Proberaum mit | Seda

    Im Proberaum mit | Seda

    08.12., Degginger, 19.30 Uhr

    Die Karriere von Seda (der türkische Name bedeutet treffenderweise in etwa „Stimme“) ist noch recht jung, aber schon jetzt wird ihr seitens der Presse großer Erfolg prophezeit unter anderem aufgrund ihrer „grandiosen Gesangstechnik und einer tief bewegenden Soulstimme“ (Bayerischer Rundfunk).

    >> weiterlesen

    Im Proberaum mit | Sketches on Duality

    Im Proberaum mit | Sketches on Duality

    17.11.2019, Degginger, 19.30 Uhr

    Sketches on Duality aus Wien machen eine ambitionierte Mischung aus Hip-Hop, Jazz und Spoken Word und erinnern dabei an progressive Künstler wie Anderson .Paak, Hiatus Kaiyote, Kendrick Lamar, Flying Lotus oder The Roots.

    >> weiterlesen

    Im Proberaum mit | Surv

    Im Proberaum mit | Surv

    Surv – das klingt schon entspannt und lässig, und – weil es mit V statt mit F geschrieben – auch ein bisschen speziell. Genauso ist es auch, das neue so benannte Musikprojekt der beiden Brüder Jannis und Luca Hönick aus Regensburg.

    >> weiterlesen

    Im Proberaum mit | Hannah & Falco

    Im Proberaum mit | Hannah & Falco

    22.11.2019, Degginger, 19 Uhr

    Das Beobachten der Außenwelt, der Lebensrealitäten anderer oder letztlich auch der der eigenen Gefühlswelt – für Hannah & Falco die wohl wichtigsten Mittel, um Songs zu schreiben.

    >> weiterlesen

    Im Proberaum mit | LVNG

    Im Proberaum mit | LVNG

    Die Jungs und Mädels von LVNG (sprich: „Living“) streifen nämlich musikalisch genauso gerne durch pulsierende Großstädte wie durch die Landschaft der neuesten Trends internationaler Popmusik und die Veröffentlichungen weltweiter Senkrechtstarter wie Mura Masa, Honne oder LANY.

    >> weiterlesen

    Im Proberaum mit | The Air We Breathe

    Im Proberaum mit | The Air We Breathe

    Melancholie ist dabei so etwas wie der Grundstein für den gefühlvollen Alternative-/Pop-Sound der vier Musiker. Aus den unterschiedlichsten Ecken der Musikgenres kommend, trafen sie sich, um gemeinsam an ehrlicher, melodiöser Musik zu feilen.

    >> weiterlesen

    Im Proberaum mit | The Sonic Brewery

    Im Proberaum mit | The Sonic Brewery

    Kraftvolle Vocals, röhrende Harp-Sounds und prägnante Riffs, gepaart mit einem knurrenden Bass, treibenden Rhythmen mit genau der richtigen Mischung aus Retro-Flair und zeitgemäßem Songwriting, schaffen eine einzigartige musikalische Kulisse, die sich irgendwo zwischen Woodstock und heute verorten lässt: The Sonic Brewery wecken Erinnerungen an Legenden des Rock and Roll wie The Doors oder Led Zeppelin, aber auch an aktuelle Bands wie Rival Sons.

    >> weiterlesen

    © Regensburger Stadtzeitung