CD-Kritik | Heinz Rudolf Kunze – Der Wahrheit die Ehre

CD-Kritik | Heinz Rudolf Kunze – Der Wahrheit die Ehre

Die RSZ präsentiert allmonatlich die neuesten CDs bekannter lokaler und internationaler Künstler. Wer neuen Input in Sachen aktueller Musik benötigt, ist hier genau richtig.
Im März: La Roux – Supervision, Heinz Rudolf Kunze – Der Wahrheit die Ehre, Justin Bieber – Changes, Kadavar – For the Dead Travel Fast, Anti-Flag – 20/20 Vision, Sinan-G – Gangstas Paradise


Heinz Rudolf Kunze – Der Wahrheit die Ehre

Heinz Rudolf Kunze wird nicht umsonst als „Professor Deutschrock“ bezeichnet. Schließlich steht er seit mehreren Jahrzehnten für seine ganz eigene intellektuelle und leicht spießige Art von Songwriting. Seine besten Momente hatte er aber – subjektive Meinung – in gerade diesen Songs, die emotionale Themen behandeln oder eine gewisse humorvolle Leichtigkeit versprühen. Nicht umsonst sind „Dein ist mein ganzes Herz“ oder „Finden Sie Marble“ seine bekanntesten Hits. Von dieser Sorte findet sich auf dem neuen Album „Der Wahrheit die Ehre“ leider nicht mehr viel. Allenfalls „Ein sorgloses Leben“ schlägt in eine ähnliche Kerbe und wirkt auch durch das einfache „Drauflosrocken“ noch am zugänglichsten, „Nimm mit mir vorlieb“ ist zumindest noch ein recht passables Liebeslied. Stattdessen geht es auf dem Großteil des Werkes relativ belehrend zu, etwa in „Mit welchem Recht“, das schon arg moralinsauer daherkommt, oder direkt im Opener „Der Prediger“. Laut Eigenaussage ist „Der Wahrheit die Ehre“ Kunzes politischstes Album seit langem. Kann man gut finden oder nicht. Zumindest aber orientiert es sich wieder Richtung Rock und verzichtet fast komplett auf schlagereske Momente, vor denen man sich bei HRK ja nie ganz sicher fühlen kann.


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