CD-Kritik | Iggy Pop, Max Romeo, Giovanni Zarrella

CD-Kritik | Iggy Pop, Max Romeo, Giovanni Zarrella

Die RSZ präsentiert allmonatlich die neuesten CDs bekannter lokaler und internationaler Künstler. Wer neuen Input in Sachen aktueller Musik benötigt, ist hier genau richtig.
Für August/September mit: Giovanni Zarrella – La Vita e bella; Max Romeo – Words From The Brave; Iggy Pop – Zombie Birdhouse (Re-Release).


Giovanni Zarrella – La Vita e bella

Fröhliches Schlagerraten mit Reality-TV Personalie Giovanni Zarella: Auf seinem neuen Werk hat sich der Musteritaliener ein bahnbrechendes Konzept überlegt: Deutsche Klassiker auf Italienisch! Die Idee ist ja eigentlich ganz schön, die Umsetzung wirkt aber doch – so ehrlich muss man schon mal sein – einigermaßen lieblos. Tatsächlich weniger durch Zarrellas Gesang, der zwar etwas glatt, aber nicht uncharmant daherkommt, sondern vielmehr durch die fleischlose und uninspirierte Produktion. Täuscht das oder liegt da tatsächlich unter fast jedem Lied derselbe Beat? Wessen Musikgeschmack sich in der Schnittmenge von Eros Ramazotti, Matthias Reim und RTL-Castingshows befindet, dürfte an „La Vita e bella“ aber dennoch seine Freude haben.


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Max Romeo – Words From The Brave

Für viele Menschen ist Reggae oftmals nur Bob Marley, Marihuana und entspanntes Strandfeeling auf Jamaika. Dabei ist Reggae so viel mehr: Max Romeo zum Beispiel wäre auch eine authentische Version des „puren“ Reggae. Fast von Anfang an dabei, eine bewegte Lebensgeschichte vom Rude Boy zum Rastafari und Klassiker wie „War Inna Babylon“, „One Step Forward“ und vor allem „Chase The Devil“, die zu den prägenden Titeln des Genres zählen: Seit 50 Jahren ist der Großmeister des Reggae (mit kleineren Unterbrechungen) aktiv und wird einfach nicht müde. Auf seiner neuen Platte „Words From The Brave“ erfindet Max Romeo den Reggae zwar nicht neu, aber das muss er aber auch gar nicht, denn sein Beitrag zu diesem Genre ist auch so unermesslich. Festzuhalten bleibt auf „Words from the brave“ dennoch Romeos tief in sich ruhende Musikalität und seine Fähigkeit, seinen Worten Tiefgang und Bedeutung zu verleihen.


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Iggy Pop – Zombie Birdhouse (Re-Release)

Zombie Birdhouse galt lange als „verlorenes Album“. Das ist es jetzt dank Re-Release in veröffentlichungstechnischer Hinsicht nicht mehr, in musikalischer und künstlerischer Hinsicht dafür nach wie vor. 1982 erschienen, also nachdem Iggy Pop bereits solo mit Hits wie „Lust for Life“ bekannt geworden war, ist „Zombie Birdhouse“ selbst für seine Verhältnisse ein bizarres Werk. Eine klare künstlerische Linie ist nicht erkennbar, höchstens die einer maximalen fiebrigen Verwirrtheit. Nüchtern war bei der Produktion vermutlich niemand zu 100 Prozent. Irgendwo zwischen New Wave („The Villagers“), Experimental („Watching The News“, „Street Crazies“) und schiefem Gesang (überall) lässt sich Iggy voodoartig durch das Album treiben, das passenderweise auf Haiti entstanden ist. Das Werk überfordert, irritiert und fügt sich vielleicht gerade deswegen auf erstaunliche Weise in das Gesamtkunstwerk Iggy Pop ein. Ist allerdings wirklich eher etwas für Fans.


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