Meldung | Kraftwerksbetreiber schädigen Oberpfälzer Fluss

Meldung | Kraftwerksbetreiber schädigen Oberpfälzer Fluss

Zustand Pfreimd am 24. Juli.

Pressemitteilung des BUND Naturschutz vom 06.08.2024. Der Text wurde von der Regensburger Stadtzeitung nicht verändert.

Umweltfrevel in der Oberpfalz: Geschützter Fluss durch Sanierungsarbeiten an Talsperre schwer geschädigt

- Anzeige -
An der Kainzmühlsperre im Oberpfälzer Wald ist bei Sanierungsarbeiten so viel Wasser abgelassen worden, dass damit auch gewaltige Schlammmassen in die Pfreimd gespült wurden. Der ökologisch wertvolle und europäisch geschützte Fluss ist massiv geschädigt. BN klärt mit Landratsamt Umstände und Verantwortlichkeiten und fordert umgehende Sanierungsmaßnahmen. Kraftwerksbetreiber versucht Schäden herunterzuspielen.

Die ökologische Sanierung der schwer geschädigten Pfreimd unterhalb der Kainzmühlsperre im Landkreis Neustadt a. d. Waldnaab lassen weiterhin auf sich warten. Ab März 2024 wurde das Wasser am Grund der Talsperre für Sanierungsarbeiten abgelassen, Unmengen Schlamm wurden in die Pfreimd gespült. Betroffen ist der Flussabschnitt zwischen der Kainzmühlsperre und dem Trausnitzer Stausee auf ca. neun Kilometer Länge. „Die Kraftwerksbetreiber spielen den Vorfall weiterhin herunter. Das Landratsamt ist gefordert, einen wirklichen Beitrag zur Aufklärung zu leisten“, erklärt der BN-Landesbeauftragte Martin Geilhufe.

Der französische Kraftwerksbetreiber Engie war in einer Pressemitteilung davon ausgegangen, dass „das Freispülen des Flusslaufes durch regelmäßige natürliche Hochwasser“ erfolgt. „Nach dem vergangenen starken Hochwassern Anfang Juni hat sich die Situation leider keineswegs gebessert. Der Fluss ist immer noch stark geschädigt. Die Pfreimd wurde in eine stinkende, braune Kloake verwandelt. Das gesamte Flussbett ist unter Wasser und an den Ufern zum Teil meterdick mit Schlamm bedeckt, teilweise hat sich der Schlamm an den Ufern abgelagert. Laichplätze von Fischen sind zerstört, nahezu alle Gewässerlebewesen haben keine Lebensgrundlage mehr“, so Geilhufe.

Das Landratsamt hatte vor dem Durchführen der Sanierungsarbeiten Schutzvorkehrungen vorgeschrieben, es gab eine so genannte ökologische Baubegleitung. Was diese genau beinhaltete hat der BN beim Landratsamt angefragt – bislang gibt es aber noch keine Antwort. Laut BN wäre es beispielsweise nötig und möglich gewesen, den Schlamm schon in der Talsperre auszubaggern oder abzusaugen

Der BN fordert, dass der natürliche Zustand schnellstmöglich wiederhergestellt wird. Dazu muss es zunächst ein umfassendes Schadgutachten geben, bevor gemeinsam mit den betroffenen Fischern und den Naturschützern eine Strategie zur Beseitigung der Schäden erarbeitet wird.

Das Pfreimdtal war ein herausragendes Naturparadies und ist als NATURA2000- und FFH-Gebiet streng geschützt. Es gilt ein Verschlechterungsverbot. Zu seiner hohen Wertigkeit trägt bei, dass es im betreffenden Abschnitt keine Straßen und keine größeren Bebauungen gibt und der Goldsteig, als ein deutschlandweit bekannter Qualitäts-Wanderweg hindurchführt.

Magazin weitere Artikel

Richtfest beim Kneitinger Keller

Richtfest beim Kneitinger Keller

„Der Kneitinger Keller wird wieder ein lebendiger Teil Regensburgs“, so Leonhard Resch, Geschäftsführer der Brauerei Kneitinger, in seiner Richtfest-Rede für den neuen Kneitinger Keller.

>> weiterlesen

Mehr Klartext wagen! | Regensburg nach der Wahl: Schafft Freudenstein die bürgerliche Wende?

Mehr Klartext wagen! | Regensburg nach der Wahl: Schafft Freudenstein die bürgerliche Wende?

Um Regensburg aus den Fesseln des Niedergangs zu befreien ist sie angetreten: Dr. Astrid Freudenstein, CSU.

>> weiterlesen

Aus bayerischen Polizeiberichten | Nordostafrikaner attackiert Eritreer mit der Faust am Regensburger Hauptbahnhof

Aus bayerischen Polizeiberichten | Nordostafrikaner attackiert Eritreer mit der Faust am Regensburger Hauptbahnhof

Am Samstagmorgen hat am Hauptbahnhof Regensburg ein bisher unbekannter Täter einen 29-jährigen Eritreer mit der Faust attackiert und leicht verletzt.

>> weiterlesen

Profile & Parolen | Nils Kreutinger

Profile & Parolen | Nils Kreutinger

Ab 16. März 2026 taucht ein neues Gesicht in Lansing – dem beschaulichen Dorf aus der BR-Familienserie „Dahoam is Dahoam“ – auf. Charly Bauer, gespielt von Nils Kreutinger, will sehr zum Leidwesen seines Bruders Philipp (gespielt von Philipp Schneider) in der Nähe der Familie einen Neuanfang starten. Philipp befürchtet, dass sein Bruder in Lansing nur Ärger machen wird …

>> weiterlesen

In & Out | Was war los im Februar?

In & Out | Was war los im Februar?

Der Regensburger Fasching liegt hinter uns – falls man den bisweilen eher unfreiwillig komischen Kommunalwahlkampf nicht als seine Verlängerung begreift.

>> weiterlesen

Aus bayerischen Polizeiberichten | Super-Recognizer erkennt gesuchten tunesischen Dieb am Regensburger Bahnhof

Aus bayerischen Polizeiberichten | Super-Recognizer erkennt gesuchten tunesischen Dieb am Regensburger Bahnhof

Am Samstag hat ein Super-Recognizer der Bundespolizeiinspektion Waldmünchen einen Mann erkannt, der wegen Diebstahls gesucht wurde.

>> weiterlesen

Aus bayerischen Polizeiberichten | Passau: Fahndung nach flüchtigem Syrer

Aus bayerischen Polizeiberichten | Passau: Fahndung nach flüchtigem Syrer

Vergangenen Freitag flüchtete eine männliche Person nach einer richterlichen Vorführung. Die Fahndungsmaßnahmen dauern an.

>> weiterlesen

Aus bayerischen Polizeiberichten | Aktionstag zur Bekämpfung von Hasspostings

Aus bayerischen Polizeiberichten | Aktionstag zur Bekämpfung von Hasspostings

Im Rahmen des bundesweiten Aktionstags zur Bekämpfung von Hasspostings hat die Kriminalpolizei Regensburg am 25. Februar 2026 gezielte Ermittlungen gegen zwei Männer im Alter von 36 und 48 Jahren durchgeführt.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Drogenhotspot Maxstraße – geht Regensburg das Problem endlich an?

Nachgefragt | Drogenhotspot Maxstraße – geht Regensburg das Problem endlich an?

Die Maximilianstraße in Regensburg – ein Drogenhotspot selbst an helllichtem Tag. Auch die MZ hat sich des Themas inzwischen angenommen.

>> weiterlesen

© Regensburger Stadtzeitung