Mit dem Rad 2000 Kilometer bis nach Istanbul

Mit dem Rad 2000 Kilometer bis nach Istanbul

- Anzeige -

Der 22-jährige Regensburger Max Reischl hat eine außergewöhnliche Radtour hinter sich. In 16 Tagen legte er rund 3500 Kilometer quer durch Südosteuropa zurück - von Bayern bis in die türkische Metropole Istanbul. 
Gestartet ist Reischl am 19. März um Mitternacht in Regensburg. Schon am ersten Tag wurde die Fahrt zur Herausforderung: Am Morgen geriet er in einen Schneesturm. Am Abend lagen schließlich rund 20 Zentimeter Schnee, weshalb er seine ursprüngliche Planung ändern musste. Statt der geplanten 400 Kilometer Richtung Wien schaffte er etwa 300 Kilometer und fuhr den restlichen Weg mit dem Zug. 
Die extremen Wetterbedingungen begleiteten ihn auch am zweiten Tag. In Österreich, auf dem Weg Richtung Ungarn, kämpfte er mit starken Windböen und Schneeverwehungen. „Der Wind war so stark, dass ich aufpassen musste, nicht von der Straße gedrückt zu werden", erzählt Reischl. In Serbien traf er außerdem immer wieder auf Straßenhunde - ein bekanntes Phänomen für Radfahrer in der Region. Mit der Zeit entwickelte er eine Strategie: Erst anhalten, das Fahrrad zwischen sich und den Hund stellen, dann ruhig weitergehen bis sich die Tiere wieder beruhigt haben.
Die Reise führte ihn schließlich über Bulgarien bis nach Istanbul. Besonders anstrengend sei dort der Verkehr gewesen, berichtet Reischl weiter: „In Istanbul gibt es kaum Radwege und sehr viel Autoverkehr. Außerdem ist die Stadt extrem hügelig." Allein die letzten 170 Kilometer in der Türkei verliefen über lange, stark befahrene Straßen. 
Nach einigen Tagen Aufenthalt in Istanbul setzte er seine Tour fort und fuhr durch das türkische Hinterland weiter nach Griechenland. Dort begegnete er kleinen Dörfern ohne stabile Infrastruktur und verbrachte erstmals eine Nacht im Zelt - begleitet von Hundegebell in der Dunkelheit. 
In Griechenland führte seine Route unter anderem zum Olymp und durch die Bergregionen rund um Meteora. Teilweise legte er dort täglich etwa 160 Kilometer und bis zu 3000 Höhenmeter zurück und musste auf einer Passstraße sein Fahrrad sogar durch tiefen Schnee schieben.

1000026205

Im Hintergrund zu sehen: Die Meteora Klöster. (© privat)


Von Igoumenitsa gings mit der Fähre nach Bari in Italien. Auch dort warteten neue Schwierigkeiten: Viele Landstraßen waren voller Schlaglöcher, was das Fahren deutlich verlangsamte. 
Seine längste Etappe absolvierte Reischl schließlich in Italien: 437 Kilometer in rund 20 Stunden reiner Fahrzeit. Nach insgesamt 26 Stunden Aktivität beendete er die Tour in Rimini, da seine Knie zu schmerzen begannen. 

- Anzeige -
Während der gesamten Reise war er allein unterwegs, saß pro Tag etwa zehn bis fünfzehn Stunden im Sattel, mit rund zehn Kilogramm Gepäck. Übernachtet hat er meist in günstigen Hostels oder organisierte über die Plattform „Warmshowers", bei der Radfahrer bei anderen Radfahrern übernachten können, einen Schlafplatz.

1000026672

In Italien: Punta Aderci, ein kleines Naturschutzgebiet nahe Vasto. (© privat)

Die Reise diente auch als Vorbereitung für sein nächstes Ziel: Anfang April möchte Reischl beim sogenannten „Unknown Race" starten - einem rund 1000 Kilometer langen Ultracycling-Rennen, bei dem die Teilnehmer ihre Route selbst planen und ohne Unterstützung unterwegs sind. 
Die Tour war für ihn auch eine Art Test unter realen Bedingungen. Geplant in Zukunft ist eine deutlich größere Herausforderung: eine etwa 30.000 Kilometer lange Tour einmal rund um Europa. Die Fahrt nach Istanbul sollte zeigen, wie gut er mit schwierigen Situationen wie Kälte, Wetter, Schlafmangel oder Navigation allein klarkomme. Die große Europa-Tour möchte er später im Sommer und deutlich optimierter umsetzen. Geplantes Startdatum ist der 01. Juni.

Bild ganz oben: Am Ziel seiner Reise: Max Reischl in Istanbul. (© privat)

  • gepostet am: Sonntag, 15. März 2026

Magazin weitere Artikel

Bundesweiter Warntag: Sirenen-Probealarm am 10. September

Bundesweiter Warntag: Sirenen-Probealarm am 10. September

Eine Minute lang schrillt es bundesweit durch die Straßen: Am Donnerstag, 10. September, testen Bund, Länder und Kommunen ihre Warnsysteme beim jährlichen Warntag. Was dahintersteckt, worauf ihr achten solltet – und warum manche Menschen vorher ein kurzes Gespräch brauchen.

>> weiterlesen

Aus bayerischen Polizeiberichten | Regensburg: Schlägerei im Diskothekenviertel – Zeugen gesucht

Aus bayerischen Polizeiberichten | Regensburg: Schlägerei im Diskothekenviertel – Zeugen gesucht

Schlägerei im Diskothekenviertel: 23-Jähriger Tunesier verletzt, Täter auf der Flucht.

>> weiterlesen

Brandanschlag in München: Aiwanger fordert mehr Sicherheit für Bayerns Wirtschaft

Brandanschlag in München: Aiwanger fordert mehr Sicherheit für Bayerns Wirtschaft

Brandsätze auf Baustelle in München – Aiwanger warnt vor wachsender Gefahr für Bayerns Wirtschaft.

>> weiterlesen

Spätsommer in Regensburg:  Was ist im September geboten?

Spätsommer in Regensburg: Was ist im September geboten?

Live-Musik im Alumneum-Innenhof, offene Türen bei historischen Bauwerken, Wein und Streetfood in Stadtamhof, Kunst zum Anfassen in der Altstadt und ein Staffellauf quer durch den Landkreis: Der September hat einiges zu bieten. Wir zeigen, wo ihr in den kommenden Wochen hin müsst.


>> weiterlesen

Ein Kommentar: Der Baum, der zu viel wollte

Ein Kommentar: Der Baum, der zu viel wollte

Ein Baum, der einfach nicht sterben will, obwohl das Gutachten es ihm nahelegt: Warum der Fall des Stadtamhofer Feldahorns mehr über Regensburgs Prioritäten verrät, als der Stadt lieb ist.

>> weiterlesen

Aus bayerischen Polizeiberichten | Regensburg: Super-Recogniser erkennt nordmazedonischen Tatverdächtigen einer Diebstahlserie

Aus bayerischen Polizeiberichten | Regensburg: Super-Recogniser erkennt nordmazedonischen Tatverdächtigen einer Diebstahlserie

Blick fürs Detail: Super-Recogniser überführt jugendlichen nordmazedonischen Serientäter.

>> weiterlesen

Familienbetrieb Hahn als „ausgezeichnetes Festzelt“ zertifiziert

Familienbetrieb Hahn als „ausgezeichnetes Festzelt“ zertifiziert

„Unsere Speisekarte bietet bodenständige und typische Schmankerl, die allesamt aus besten regionalen Zutaten bereitet werden“, darauf ist nicht nur Festwirt Michael Hahn mit seinem Team stolz.

>> weiterlesen

Feldahorn in Stadtamhof: Ein 100 Jahre alter Baum wird zum Symbol für Regensburgs Zielkonflikt zwischen Wohnraum und Stadtgrün

Feldahorn in Stadtamhof: Ein 100 Jahre alter Baum wird zum Symbol für Regensburgs Zielkonflikt zwischen Wohnraum und Stadtgrün

Fledermäuse, Schatten, Kühlung: Für Anwohner Richard Schottenloher ist der alte Feldahorn in Stadtamhof unersetzlich. Die Stadt sieht sich zwischen Wohnungsnot und Klimaschutz gefangen.

>> weiterlesen

© Regensburger Stadtzeitung