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Bayerisches Bruttoinlandsprodukt wächst im ersten Halbjahr – Aiwanger fordert Aussetzung der CO2-Steuer
München: Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognose für Deutschland spürbar angehoben: Für 2026 rechnen sie nun mit einem Plus von 1,3 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt – im Frühjahr waren es noch 0,6 Prozent. Auch die OECD korrigierte ihre Prognose zuletzt nach oben und erwartet für Deutschland ein Wachstum von 1,1 Prozent.
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger begrüßt die Entwicklung, mahnt aber zur Vorsicht: Gute Prognosen habe es in der Vergangenheit oft gegeben, am Ende sei es jedoch häufig anders gekommen. Entscheidend sei nicht das Papier, sondern was tatsächlich bei Wachstum, Aufträgen und Arbeitsplätzen ankomme. Der Minister fordert daher rasche Entlastungen bei den Kosten, insbesondere eine Aussetzung der CO2-Steuer, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Der Bundesregierung fehle dafür allerdings die politische Kraft, so Aiwanger.
Trotz hoher Energiepreise, Bürokratie und geopolitischer Unsicherheiten hätten sich die Unternehmen durchgebissen, so der Minister weiter. Anziehende Exporte und mehr Industrieaufträge seien positive Signale – der Aufschwung sei jedoch kein Selbstläufer, da neue Energiepreisschocks oder geopolitische Verwerfungen die Prognosen schnell wieder eintrüben könnten.
Auch Bayern profitiert von der Erholung: Im ersten Halbjahr 2026 wuchs die bayerische Wirtschaft um 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr – leicht über dem Bundesdurchschnitt von 0,9 Prozent. Nach einem Rückgang um 1,3 Prozent im Jahr 2024 hatte sich die Wirtschaft im Freistaat bereits 2025 mit einem Plus von 0,5 Prozent leicht erholt.
Aiwanger fordert bessere Standortbedingungen, um diesen Trend zu verstetigen: sinkende Energiepreise und Steuern, weniger Bürokratie sowie mehr Investitionen in Zukunftsbranchen. Bayerns eigene Investitionspolitik könne dem Bund dabei als Vorbild dienen.

