Symbolbild: Pixabay
Man muss sich das kurz vorstellen: Ein Kind kommt nach einem aufregenden Abend nach Hause, schüttet seine Beute auf den Küchentisch, beißt in einen Schokoriegel und stößt auf Metall. Dass das Kind in Nürnberg unverletzt blieb, ist reines Glück. Wer Nadeln in Süßigkeiten steckt und sie an Kinder verteilt, riskiert schwere Verletzungen. Dafür gibt es kein anderes Wort als niederträchtig.
Wer so etwas tut, darüber lässt sich nur spekulieren. Vielleicht waren es Jugendliche, die das für einen gelungenen Streich hielten und keine Sekunde darüber nachgedacht haben, was eine Nadel im Mund eines Kindes anrichten kann. Dumm und verantwortungslos wäre das, aber immerhin ohne böse Absicht. Die andere Möglichkeit ist weitaus beunruhigender: dass jemand ganz genau wusste, was er tut, und bewusst darauf gesetzt hat, ein Kind zu verletzen. Welche Variante zutrifft, müssen die Ermittlungen zeigen. Am Ergebnis ändert es wenig: Ein Kind hätte ernsthaft zu Schaden kommen können.
Gerade deshalb lohnt es sich, einen kühlen Kopf zu bewahren. Solche Fälle sind selten, und genau deshalb schaffen sie es in die Nachrichten. Der allergrößte Teil der Nachbarn, die an Halloween die Tür öffnen, freut sich über die verkleideten Kinder und meint es gut. Es wäre falsch, aus einem kranken Einzeltäter den Schluss zu ziehen, dass hinter jeder Haustür Gefahr lauert, und den Kindern einen Brauch zu verderben, auf den sie sich das ganze Jahr freuen.
Was dieser Fall aber zeigt: Ein bisschen Umsicht schadet nicht. Kleine Kinder sollten nicht allein von Tür zu Tür ziehen. Die Ausbeute gehört vor dem Naschen einmal kurz auf den Tisch und in die Hände von Erwachsenen. Was offen, beschädigt oder selbst eingewickelt ist, kommt weg. Das dauert fünf Minuten und nimmt dem Abend nichts von seinem Zauber.
Und die Nachbarschaft kann mithelfen. Wer am Samstagabend im Nürnberger Westen etwas Ungewöhnliches beobachtet hat, sollte das der Polizei melden. Denn wer so etwas einmal tut, tut es womöglich wieder, an Halloween, an St. Martin oder an Nikolaus.
Hier geht es zum Polizeibericht: https://www.regensburger-stadtzeitung.de/index.php/aus-bayerischen-polizeiberichten-nadeln-in-halloween-suessigkeiten/
Kommentar von (sg)


1 Gedanken zu „Ein Schokoriegel, eine Nadel – und das Vertrauen ist weg“