Symbolbild: KI
Sachsen Anhalt pulverisiert „Brandmauer“
Der Wahlabend von vergangenem Sonntag, an dem die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen Anhalt einen triumphalen Sieg einfuhr, während die dort seit Jahrzehnten herrschende, vollkommen ´ausgemerkelte´ CDU vom Wähler regelrecht filetiert wurde, bot Stoff für ganz großes Kino. Der Plot schwankte dabei in atemberaubend harten Brüchen ständig zwischen so unterschiedlichen Genres wie Thriller, Melodram und Realsatire hin und her.
Thriller, weil fast bis zum Schluss nicht wirklich klar war, ob es für die AfD zur absoluten Mehrheit reicht und ob das BSW als mögliches Zünglein an der Waage den Sprung in den neuen Landtag schafft. Vollkommen fassungslose Protagonisten der sog. „Altparteien“ lieferten sich derweilen einen Überbietungswettkampf darin, den Untergang mindestens Deutschlands – wenn nicht gar des gesamten Abendlandes – herbeizubeschwören, sollte tatsächlich der AfD der Griff nach der Macht gelingen.
Melodram, weil der so tollpatschig gestrauchelte, tragische Held Sven Schulze ausgerechnet in der Stunde seiner größten Niederlage beeindruckende Größe zeigte.
So gratulierte er als einziger (!) aus dem riesigen Fundus der Verlierer dem Sieger zu seinem Erfolg. Jener wiederum, Ulrich Siegmund, gab mit seiner attraktiven Gattin das neue Glamourpaar des Ostens und strahlte mit den Scheinwerfern der aus aller Welt angereisten Fernsehstationen um die Wette.
Und Realsatire, weil den Sprachrohren der vom Wähler total abgewatschten Altparteien absolut nichts anderes einfiel, als wie gewohnt im Sabber ihrer inhaltsleeren, abgedroschenen und platten Phrasen zu baden. In den inzwischen nur noch peinlichen Talkformaten, beispielsweise dem einer Caren Miosga, überboten sie sich gegenseitig in vollkommen sinnbefreiter Worthülsen-Jonglage und dem teils zum Wegschmeißen komischen Umdeuten ihres politischen Totalversagens. Und fast schon Slapstick: das nahezu surreal anmutende Festkrallen an den Trümmern der gerade über ihren Köpfen zusammengestürzten Brandmauer.
Aber besonders komisch: Wie sich Linke, Grüne und CDU im Schutt besagten Bauwerks gegenseitig an die Gurgel gingen und angifteten, wer von ihnen denn nun der einzig wahre Demokratiehüter und der Mittigste von der Mitte sei. Die staunenden Zuschauer an den Bildschirmen daheim gelangten so zu einer Erkenntnis, die von Sachsen Anhalt aus nun vermutlich wie ein Flächenbrand durch die gesamte Republik fegen wird:
Diese Kaste des realitätsentrückten, politischen Leerguts hat endgültig fertig. Es wird in den Altparteien höchste Zeit für harte Schnitte und einen inhaltlichen und personellen Neubeginn. (pk)

