Symbolbild: Adobe Firefly
Mitarbeiter des Landratsamts bei Waffenkontrolle getötet / Großeinsatz der Polizei dauerte rund zwölf Stunden
Berngau, Lkr. Neumarkt i. d. OPf.: Bei einem Einsatz in Berngau sind am Donnerstag, 08.10.2026, zwei Mitarbeiter des Landratsamtes Neumarkt tödlich verletzt worden. Ein 60-jähriger Deutscher wurde in den frühen Morgenstunden des 09.10.2026 festgenommen. Er steht im Verdacht, auf die beiden Personen geschossen zu haben.
Notruf und Großeinsatz
Gegen 14 Uhr gingen bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberpfalz und der Integrierten Leitstelle mehrere Mitteilungen über schussähnliche Geräusche im Bereich Berngau ein. Ein Großaufgebot an Polizeikräften rückte zum Ereignisort in der Kirchenstraße aus. Die Bevölkerung wurde zunächst gebeten, die Häuser nicht zu verlassen. Später wurde sie aufgefordert, den Bereich um das betroffene Wohnhaus zu meiden und die Absperrungen zu beachten.
Vor einem Wohnhaus stellten die Einsatzkräfte eine auf dem Boden liegende Person fest. Der Mann war bereits tot. Das Gebäude wurde umstellt und der Bereich weiträumig abgesperrt. Zur Unterstützung wurden Spezialkräfte angefordert, außerdem war ein Polizeihubschrauber im Einsatz. Spezialisten für Einsatzkommunikation hielten telefonischen Kontakt zu dem Mann im Gebäude.
Tatverdächtiger meldet sich telefonisch
Der Tatverdächtige meldete sich telefonisch bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberpfalz. In den folgenden Gesprächen gab er an, sich in seiner Wohnung im Gebäude aufzuhalten und im Besitz von Schusswaffen zu sein. Er erklärte außerdem, geschossen zu haben und nicht widerstandslos aufgeben zu wollen. Nach den damaligen Erkenntnissen hielt er sich allein im Haus auf.
Zweite Leiche im Gebäude
Bei Sicherungsmaßnahmen im Gebäude sichteten Spezialkräfte eine weitere Leiche und brachten sie aus dem Haus. Die Auffindesituation spricht dafür, dass die Frau bereits bei den zu Einsatzbeginn gemeldeten Schussabgaben tödlich verletzt wurde.
Opfer waren zur Waffenkontrolle vor Ort
Bei den Getöteten handelt es sich um einen 45-jährigen Mitarbeiter und eine 54-jährige Mitarbeiterin des Landratsamtes Neumarkt. Beide waren bei dem Tatverdächtigen, um eine Waffenkontrolle im Rahmen des legalen Waffenbesitzes durchzuführen. Im weiteren Verlauf kam es zu den Schüssen.
Zugriff in der Nacht
Gegen 02:20 Uhr am 09.10.2026 drangen Polizeikräfte schlagartig in das Gebäude ein. Im Zuge der Festnahme durch Spezialkräfte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) wurden mehrere Schüsse auf den 60-jährigen Deutschen abgegeben. Er erlitt schwere Verletzungen und wurde unter polizeilicher Bewachung in ein Krankenhaus gebracht.
Ermittlungen
Der genaue Ablauf der Geschehnisse sowie das Motiv sind weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg führt unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth umfangreiche Spurensicherungsmaßnahmen am Einsatzort durch. Der Schusswaffengebrauch der Polizeibeamten wird, wie in solchen Fällen üblich, vom Bayerischen Landeskriminalamt geprüft.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth wird der Tatverdächtige nach seiner medizinischen Versorgung dem Ermittlungsrichter vorgeführt.
Quelle: Polizeipräsidium Oberpfalz (Pressestelle), der Text wurde von der Regensburger Stadtzeitung leicht verändert.

