Hubert Aiwanger (links) mit RSZ-Herausgeber Peter Kittel
Mit dem Tod von Hubert Aiwanger verliert Bayern nicht nur eine seiner profiliertesten Persönlichkeiten, sondern auch eine mächtige, unverwechselbare Stimme des gesunden Menschenverstandes.
Aiwanger erschuf gleichsam seine eigene Marke. Er verkörperte all das, was in einer politischen Welt der nichtssagenden Phrasen, stromlinienförmigen Meinungsvariabilität, galoppierenden Realitätsentrücktheit und grundsätzlichen Beliebigkeit äußerst selten geworden ist: Er zeigte stets klare Kante und sprach offen, konkret und schnörkellos all das laut aus, was die tatsächliche Lebenswirklichkeit der Bevölkerungsmehrheit ausmachte. Und er war dabei immer ehrlich und direkt. Ungeeignet für rotweinschwenkende, intellektuelle Salonzirkel abgehobener Welterklärer. Denn er wusste, was die Menschen wirklich bewegt. Dafür wurde er gefeiert. An den Stammtischen, in den Wirtshäusern und Bierzelten, aber auch bei seinen regelmäßigen Besuchen in Großunternehmen, Forstbetrieben, Jagd- und Bauernverbänden und Start-ups. Er heuchelte nie Interesse, er hatte es einfach. An den Menschen, ihren Problemen, ihren teils absurden Kämpfen gegen die Bürokratie. Er war dabei stets ein verlässlicher Bündnispartner für all jene, die etwas bewegen, das Land voranbringen wollten. Und er war das erklärte Feindbild der Nichtstuer, Sozialschmarotzer und einer hasserfüllten linken Journaille. Für all jene bot er eine große Projektionsfläche, um ihren Frust und ihre substanzlose Überheblichkeit an ihm abzuarbeiten.
Unvergessen dabei die widerliche Hetzkampagne in der sog. „Flugblattaffäre“. Die von besagten Kreisen mit fanatischem Beschuldigungseifer eilig zusammengekratzten Vorwürfe fielen zwar in sich zusammen wie ein Kartenhaus, die Verletzungen aber blieben.
Sein Tod reißt eine enorme Lücke auch in die bürgerlich-konservative Gestaltungsachse Bayerns.
Als verlässlicher, berechenbarer Mehrheitsgarant sicherte er angesichts einer mehr und mehr schwächelnden CSU dem Freistaat Bayern seine besondere Stabilität und Stärke.
Schwer vorstellbar, dass Aiwangers Freie Wähler in absehbarer Zeit eine ähnlich charismatische Person finden, die ihren großen Anführer und Richtungsweiser auch nur ansatzweise ersetzen könnte.
Hubert Aiwanger war auch privat immer authentisch. Als treuer Kamerad und Freund ebenso wie als verlässlicher Partner und fürsorglich-liebender Vater.
Bayern fühlt in diesen bedrückenden Stunden mit Hubert Aiwangers Lebensgefährtin Tanja Schweiger und seinen beiden Söhnen Laurenz und Adrian.
(pk)

