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Regensburg hat sich zu einem der führenden Innovations- und Gründungszentren in Bayern entwickelt.
Wie das Pressegespräch des gesundheitsthematischen Arbeitskreises in der TechBase Regensburg verdeutlichte, greifen hier Forschung, Technologie und Wirtschaft eng ineinander. Doch während lokale Start-ups wie brainjo mit zukunftsfähigen digitalen Lösungen internationale Maßstäbe setzen, stehen Gründer vor immensen regulatorischen und politischen Hürden.
Die Basis für diesen Erfolg bilden etablierte Institutionen vor Ort:
-TechBase Regensburg: Als zentrales Innovations- und Gründerzentrum der Stadt bietet die TechBase auf großer Fläche Platz für rund 80 Mieter, Start-ups sowie Technologie-Cluster wie Mobility & Logistics und Artificial Intelligence Regensburg (AIR).
-BioPark Regensburg: Seit 1999 treibt der BioPark die Zukunftsfelder Biotechnologie, Medizintechnik und Gesundheitswirtschaft voran. Mit Programmen wie BioPark Jump wurden bereits zahlreiche frühphasige Gründungsvorhaben erfolgreich begleitet.
Von der Hochschule in die Praxis: Das Beispiel brainjo.
Ein Paradebeispiel für diesen erfolgreichen Technologietransfer ist das in der TechBase angesiedelte Start-up brainjo. Entstanden aus Forschungsvorhaben der Ostbayerischen Technischen Hochschulen Amberg-Weiden und Regensburg, entwickelt das Unternehmen digitale Therapeutika in Virtual Reality (VR).
Nach erfolgreichen Anwendungen im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung – unter anderem bei Großkonzernen wie Siemens, Continental und Krones – arbeitet brainjo aktuell an einer Digitalen Gesundheitsanwendung (DiGA) für Kinder mit ADHS. Das Projekt, das in enger Zusammenarbeit mit namhaften Universitäten und dem Partner MEDICE entwickelt wird, hat die DiGA-Eignung bereits bestätigt bekommen; die Zulassung als Kassenleistung wird für 2028 angestrebt. Nach rund einer Million Euro an Fördermitteln sicherte sich das Unternehmen im April 2026 eine erfolgreiche Finanzierung über zwei Millionen Euro.
Politischer Handlungsbedarf: Prävention und Roll-out im Schulbereich.
Dass exzellente Innovationen aus der Region nicht nur im Klinik- und Therapiebereich gefragt sind, zeigt auch ein aktuelles Projekt aus der OTH Regensburg. Prof. Dr. Joachim Grifka (Leiter der Forschungsstelle Orthopädie und Ergonomie der OTH Regensburg und stellvertretender GPA-Vorsitzender) hat hierzu ein wissenschaftlich evaluiertes Unterrichtsmaterial für ein praxisnahes Rückenschulprogramm für Grundschulen (3. Klasse) vorgelegt, das zuvor bereits in sechs Schulklassen erfolgreich getestet wurde.
Um solche wertvollen Präventionsprojekte flächendeckend auszurollen, braucht es jedoch die Zusammenarbeit mit der Politik. Das Programm berührt gleichermaßen die Ressorts des Kultus- und des Gesundheitsministeriums, erfordert für die Umsetzung jedoch gezielte finanzielle Unterstützung durch das Wirtschaftsministerium. Hier bietet sich im Raum Regensburg und im Landkreis Regensburg – unter Einbindung von Landrätin Tanja Schweiger – eine ideale Chance, ein solches zukunftsweisendes Modellprojekt direkt vor Ort zu starten.
Das Zusammenspiel aus hochmoderner Forschung, starken regionalen Clustern und der Initiative von Experten wie Prof. Dr. Joachim Grifka verdeutlicht einmal mehr: Regensburg hat das Zeug dazu, als Innovationsschmiede für Gesundheit und Prävention bundesweit eine Vorreiterrolle einzunehmen.
(sg)

