Live: Iron Maiden

Live: Iron Maiden

13.06. Waldbühne Berlin.

Auch diesen Monat gibt’s wieder einen Live-Bericht von Auswärts. Diesmal aus der Landeshauptstadt Berlin. Besser gesagt von der legendären Waldbühne, auf der die größte und genialste Metal-Band der Welt zu Gast war. Die Rede ist natürlich von Iron Maiden! Ihre „Legacy Of The Beast“-Tour, kam mit kräftig Bums, Feuerwerk und Hits für die Ewigkeit.

Das fast ausverkaufte Konzert begann mit Churchills berühmter Kriegsrede, dann joggten die Herren zum Anfang des Luftkampf-Dramas „Aces High“ auf die mit Tarnnetzen verhangene Bühne. Ein Spitfire-Bomber hing über der Band und Sänger Bruce fegte umher! Es folgen die Songs „Where Eagles Dare“ und „2 Minutes To Midnight“, dann hält Bruce Dickinson eine kleine Ansprache, die einzige an diesem Abend. Er erklärt, dass die Band mit ihrem Konzert Geschichten erzählen will, dass die Show durch ihre Bilder und die Musik wie eine imaginäre Reise funktionieren soll.
Er drückt sich gewählt aus, er redet von Freiheit und fragt, was dieses Wort überhaupt bedeutet. Beizeiten sei es nötig, für die Freiheit zu kämpfen, sagt er, womöglich sogar für sie zu sterben. Passend zur Ansprache spielt die Band „The Clansman“, ein Lied über einen schottischen Widerstandskämpfer.

Zeitlose Metal-Klassiker
Es zeigte sich malwieder, dass Iron Maiden druchaus in der Lage sind das Zeitgeschehen gekonnt auf den Punkt bringen. So mal Dickinson als Hobby-Pilot, Romanautor, Bierbrauer und Motivationstrainer ein lebender Beweis dafür ist, dass Heavy Metal auch ohne Scheuklappen funktioniert. Mit viel Spaß an der Schauspielerei bildete er den Mittelpunkt der opulenten Show, die laut Dickinson wirken soll wie „eine Oper mit Rasierklingen“. Der Frontmann hantierte mit einem Flammenwerfer zu „Flight of Icarus“, machte bei „Fear of the Dark“ mit Vogelmaske und Gaslaterne einen auf Nachtwächter und duellierte sich im Schwertkampf mit dem besagten bestialischen Band-Maskottchen Eddie zu „The Trooper“, ob Eddie wusste das ihm ein trainierter Fecht-Sportler gegenübersteht sei mal dahingestellt.

Neben Bruce überzeugten die drei Gitarristen und Chef-Bassist Steve Harris wie eh und je. Sie nahmen sich die Solo-Einsätze ab wie Sprinter den Stab beim Staffellauf und genauso agil bewegten sie sich auch. Was der völlig wahnsinnige Nico am Schlagzeug machte, ist sowieso eine Marke für sich. Ebenso imposant war auch das immer wechselnde Bühnenbild, welches sich nach und nach in eine Art „Kirche“ verwandelte, geschmückt mit Eddie-typischen Bannern und dessen riesigem Kopf, der immer zum Song „Iron Maiden“ hinter den Drums emporsteigt. Bis zum letzten Song „Run to the Hills“ sind die Musiker voller Energie. Dann verabschieden sie sich, und wie nach jeder Show ertönt im Anschluss „Always Look on the Bright Side of Life“. Was zugleich ein schönes Schlusswort ist. (mw)

  • gepostet am: Donnerstag, 21. Juni 2018

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