Albert Kellner seit 25 Jahren bei Kneitinger

Albert Kellner seit 25 Jahren bei Kneitinger

Bildunterschrift: Dr. Rudolf Dobmeier (li.), Vorsitzender des Stiftungsrates der Hans- und Sofie-Kneitinger-Stiftung, (li.) und Kneitinger-Geschäftsführer Martin Sperger (re.) überreichen Albert Kellner die Ehrenurkunde der Industrie- und Handelskammer für 25-jährige Betriebszugehörigkeit.

 

„Es war fast wie bei einer Papstwahl“, erinnert sich Albert Kellner an seine Berufung als Braumeister der Brauerei Kneitinger unter dem kritischen Blick des Stiftungsrates vor 25 Jahren. Aus 110 Bewerbern waren 15 in die engere Wahl gekommen. Der damals 30-jährige schaffte es in die Runde der letzten Drei, um schließlich als neuer Braumeister bestätigt zu werden. In dieser Woche wurde er für das Vierteljahrhundert bei der 1861 in der heutigen Form gegründeten Brauerei mit Wurzeln im 16. Jahrhundert ausgezeichnet.

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Das Interesse von Albert Kellner am Bier wurde schon in der frühen Jugend geweckt. Dann nämlich, als der heute 55-jährige Braumeister der Brauerei Kneitinger in seinem Heimatort Murnau bei der Brauerei Karg einen Kamin rauchen sah. Mit der Mittleren Reife in der Tasche marschierte er schnurstracks in das zum Kamin gehörige Gebäude, bekundete seine Lust anzupacken und überzeugte den Inhaber Franz Schubert, der seit 35 Jahren keinen Lehrling gehabt hatte, ihn in die hohe Kunst des Bierbrauens einzuweihen. Dass dieses forsch begonnene Erfolgsprojekt bis heute nicht an Strahlkraft eingebüßt hat, wissen zumindest alle Freunde des „Kneitinger Edelpils“ und des „Kneitinger Bock“. Für diese und weitere Biere aus der Kreuzgasse zeichnet der gebürtige Oberbayer seit 25 Jahren verantwortlich.

Dr. Rudolf Dobmeier, Vorsitzender des Stiftungsrates der Hans- und Sofie-Kneitinger-Stiftung, und Brauerei-Geschäftsführer Martin Sperger überreichten Albert Kellner zum Jubiläum eine Ehrenurkunde der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, eine Ehrennadel sowie einen „Leberkas“-Gutschein, passend zu einer der mannigfaltigen kulinarischen Vorlieben des Jubilars. Dabei war der Weg, der den beliebten Vertreter seiner Zunft von Murnau parallel zur und nach der Lehre über die Fachoberschule zum Abitur und schließlich zum Studium nach Weihenstephan führte, mindestens so spannend wie die letztendliche „Berufung“ nach Regensburg. Nach dem Studienerfolg, den auch der Physikprofessor trotz unterschiedlicher Ansichten zur Relativitätstheorie nicht verhindern konnte, heuerte Albert Kellner zuerst bei einer Wirtshausbrauerei in Herrsching am Ammersee an und dann bei der Brauerei Schweiger in Marktschwaben.

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„110 Bewerber wollten den Job, der in einer Fachzeitschrift ausgeschrieben war“, erinnert sich „der Kellner Albert“, wie ihn die Regensburgerinnen und Regensburg wertschätzend nennen. Vier Mal sei er von Oberbayern in das ihm dank Freundschaftsbanden nach Zeitlarn nicht unbekannte Regensburg gefahren. „Vielleicht hat es geholfen, dass meine erste Tochter Sofie heißt“, schmunzelt Kellner. Schließlich trat er als zweiter Mann und späterer Nachfolger bei Braumeister Hans-Georg Hartmann an. Dass Albert Kellner „sein“ Kneitinger Bier zelebriert und lebt, bestätigen die Regensburgerinnen und Regensburger aller Altersgruppen „mit den Füßen“, also in den Wirtshäusern, in den Getränkemärkten und auf den zahlreichen Festen, die unter dem Zeichen des gehörnten Wappentieres der Brauerei stehen. Manchmal greift der begeisterte Golfer und Mountainbiker dann zum Mikrophon und intoniert „Let it be“ von den Beatles, ein Stück weit Zeichen seiner liberalen und liebenswerten Lebenseinstellung.

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