Tage Alter Musik Regensburg

Tage Alter Musik Regensburg

29.05.–01.06.2020, Regensburg

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Zum 36. Mal präsentieren die Tage Alter Musik Regensburg am Pfingstwochenende vom 29. Mai bis 1. Juni 2020 in der Weltkulturerbe-Stadt Regensburg Musik vom Mittelalter bis zur Klassik an historischen Stätten.

Eröffnet wird das Festival von dem aus zahlreichen renommierten Vokalisten und Instrumentalisten international besetzten Ensemble La Chimera (Leitung: Eduardo Egüez). Die Zuhörer erwartet in der Dreieinigkeitskirche eine prachtvolle, klangopulente Aufführung der Florentiner Intermedien (1589) zur Komödie „La Pellegrina“ anlässlich der Hochzeit von Ferdinando I. de’ Medici und Christine von Lothringen.

Im anschließenden Nachtkonzert in der Schottenkirche präsentiert die Schola Gregoriana Pragensis unter ihrem Gründer und Leiter David Eben zusammen mit der Sopranistin und Harfenistin Barbora Kabátková ein buntes musikalisches Mosaik zur Zeit der Herrschaft Karls IV. (1316–1378). Die Musik dieser kulturellen Blütezeit in den böhmischen Ländern reicht vom einstimmigen Kirchengesang über weltliche Musik bis zu frühen mehrstimmigen Gesängen (G. d. Machaut).

Einer der bedeutendsten Kirchenkomponisten der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts war Johannes de Lymburgia. Von ihm erklingen in der Samstagsmatinee in der Schottenkirche unter dem Motto „Gaude, felix Padua“ Motetten, Hymnen, Laude und Messesätze von dem in Basel beheimateten jungen Mittelalter-Ensemble Le Miroir de Musique unter der Leitung von Baptiste Romain.

Am Samstagnachmittag um 14 Uhr gibt es im klassizistischen Neuhaussaal ein großes Beethoven-Konzert mit der Kölner Akademie unter ihrem Gründer und Leiter Michael Willens und dem renommierten niederländischen Hammerflügel-Spezialisten Ronald Brautigam. Auf dem Programm stehen Beethovens Klavierkonzerte Nr. 3 und Nr. 5. sowie die „Prometheus-Ouvertüre“.

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In der Minoritenkirche begibt sich um 16 Uhr das britische Ensemble In Echo (zwei Violinen, Posaune, Viola da gamba, Orgel, Cembalo) mit seinem Leiter und weltweit hochgeschätzten Zinkenisten Gawain Glenton auf eine musikalische Zeitreise kreuz und quer durch den Nord- und Ostseeraum des 16. und 17. Jahrhunderts.

Im Samstagabendkonzert stehen in der Dreieinigkeitskirche zwei Geburtstagskantaten (BWV 213 und BWV 214) und eine Huldigungskantate (BWV 215) von J. S. Bach auf dem Konzertprogramm, das mit dem ungewöhnlich anmutenden Titel „Vorfreude auf das Weihnachtsoratorium“ überschrieben ist. Die weltlichen Kantaten (von 1733) verwertete Bach ausgiebig in den Kantaten seines später zusammengestellten Weihnachtsoratoriums (1734). Das exquisite Londoner Vokal- und Instrumentalensemble Solomon’s Knot gastiert zum dritten Mal in Regensburg. Man darf sehr gespannt sein auf die Interpretation Bach’scher Kantatenmusik durch die britischen Musiker.

Auch das anschließende Nachtkonzert in der Minoritenkirche ist ausschließlich einem Komponisten gewidmet. Das mit dem englischen „Gramophone Award 2018“ dekorierte amerikanische Vokalensemble Blue Heron unter der Leitung seines Gründers Scott Metcalfe stellt bei seinem Deutschlanddebut Madrigalkompositionen Cipriano de Rores aus seinem 1542 in Venedig veröffentlichten Madrigalbuch I madrigali a cinque voci vor.

Als „Concerto delle Dame“ schrieb eine „Frauenband“ Ende des 16. Jahrhunderts am Hof von Ferrara Kulturgeschichte, denn das virtuose Repertoire war von höchster Güte. In der Matinee im Reichssaal am Sonntagvormittag heißen die virtuosen Sängerinnen Dagmar Saskova, Barbara Kusa und Claire Lefilliâtre. Zusammen mit den Instrumentalisten des Ensembles Il Festino werden sie alle Feinheiten und Nuancen dieser erlesenen Musik von Luzzasco Luzzaschi  bestens zur Geltung bringen.

Ein Solo-Rezital mit der Barockgeigerin Leila Schayegh steht am Sonntagnachmittag um 14 Uhr in der Alten Kapelle auf dem Programm. Sie spielt auf einer Guarneri-Geige von 1675 Werke für Solovioline von Johann Paul Westhoff, Heinrich Ignaz Franz von Biber, Johann Georg Pisendel und Johann S. Bach.

In der Basilika St. Emmeram spielt um 16 Uhr das französische Barockorchester L’Achéron unter der Leitung von François Joubert-Caillet drei Ouvertüren von Johann Bernhard Bach (ein Cousin zweiten Grades von J. S. Bach) die in G-Dur, E-Moll und D-Dur sowie – quasi im direkten Vergleich dazu – J. S. Bachs berühmte C-Dur Ouvertüre BWV 1066; dabei wird dem Hörer die hohe Qualität der Kompositionen des weniger bekannten Bach-Sprosses nicht verborgen bleiben.

Alle Komponisten und deren Werke des 20-Uhr-Konzerts in der Dreieinigkeitskirche leisteten einen wichtigen Beitrag zur Entstehung der klassischen Sinfonie. Das Programm des italienischen Originalklangorchesters Concerto de’ Cavalieri unter seinem Leiter Marcello Di Lisa beinhaltet Instrumentalwerke von J. W. Stamitz (Orchestertrio c-Moll), I. Holzbauer (Sinfonie A-Dur), G. Ch. Wagenseil (Sinfonie D-Dur), G. M. Monn (Cembalokonzert g-Moll), G. B. Sammartini (Sinfonie G-Dur) und C. Ph. E. Bach (Sinfonie G-Dur).

Die achtstimmige, doppelchörige, stark von der venezianischen Mehrchörigkeit beeinflusste Missa „Tulerunt Dominum meum“ von Hieronymus Praetorius (1560–1629) steht neben Motetten seiner Zeitgenossen im Zentrum des A-capella-Nachtkonzerts in der Schottenkirche mit dem jungen 16-köpfigen englischen Vokalensemble Siglo de Oro. Schon heute zählt das 2014 von Patrick Allies gegründete Ensemble zur ersten Liga hochkarätiger britischer Vokalensembles.

Die Matinee am Montagvormittag im historischen Reichssaal bestreiten die Sopranistin Dorothee Mields und das Hathor Consort (Leitung: Romina Lischka) aus Belgien. „Mit Freundschaft, Musik und Poesie gegen die Grauen des Dreißigjährigen Kriegs“ lautet der Titel ihres Konzertprogramms. Es erklingen Solokantaten, Lieder und Instrumentalmusik des 17. Jahrhunderts, die Leid und Not dieser Zeit thematisieren.

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Gesänge der italienischen Renaissance und des osmanischen Hofes finden sich in einem Manuskript des 17. Jahrhunderts. In dieser Zusammenstellung europäischer und osmanischer Musiken wechselt der Autor von einer Sprache und von einer Musik in die andere. Zusammen mit dem italienischen Tenor Marco Beasley macht das Ensemble Constantinople unter seinem Gründer und Leiter Kiya Tabassian diese Sammlung wieder zugänglich. Am Montag erklingen um 14 Uhr in der Minoritenkirche Werke u. a. von Ali Ufki, Barbara Strozzi, Giulio Caccini, Claudio Monteverdi, Sultan Korkut, Pietro Paolo Borrono.

Dietrich Buxtehude machte die „Abendmusiken“ in der Lübecker Marienkirche berühmt. Das französische Barockensemble La Rêveuse mit der Sopranistin Maïlys de Villoutreys präsentiert am Montagnachmittag um 16 Uhr in der Regensburger Neupfarrkirche eine Lübecker Abendmusik mit Kantaten und Instrumentalmusik von Dietrich Buxtehude, Johann Adam Reincken und Johann Philipp Förtsch.

Den glanzvollen Abschluss der 36. Tage Alter Musik bestreiten am Montagabend um 18.30 Uhr in der Dreieinigkeitskirche Chor und Orchester der Capella Cracoviensis und namhafte Solisten. Auf dem Programm steht Händels Oratorium „Samson“, eines seiner packendsten Oratorien überhaupt. Die Aufführung liegt in Händen von Jan Tomasz Adamus, der seit 2008 Direktor und musikalischer Leiter der Capella Cracoviensis ist.

Wie gewohnt findet im Rahmen des Festivals auch 2020 im historischen Salzstadel an der Steinernen Brücke vom 30. Mai bis 1. Juni wieder eine große internationale Verkaufsausstellung von Nachbauten historischer Instrumente, von Tonträgern, Büchern und Noten statt. Über 60 Anbieter aus ganz Europa werden die Ausstellung beschicken und sie somit zur größten ihrer Art in Deutschland machen. Der Eintritt ist frei.

In Zusammenhang mit dem Konzert von Blue Heron organisiert das Institut für Musikwissenschaft der Universität Regensburg unter der Leitung von Prof. Dr. Katelijne Schiltz am 28. und 29. Mai eine wissenschaftliche Tagung zum Thema „Cipriano de Rore and the invention of the Venetian madrigal“ (Tagungsort: Haus der Begegnung, Hinter der Grieb 8). Auch hier ist der Eintritt ist frei.

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Um Anmeldung bis zum 15. Mai 2020 wird gebeten (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Die Tage Alter Musik gehen in die Verlängerung! Am Dienstag, dem 2. Juni gibt es zum neunten Mal eine Zusammenarbeit der Tage Alter Musik Regensburg mit der Regensburger Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik (HfKM) in Form eines Kurstages. Die Gambistin Florence Bolton und der Lautenist Benjamin Perrot, künstlerische Leiter des französischen Barockensembles La Rêveuse, werden dabei mit Studentinnen und Studenten der HfKM an vorbereiteten Stücken aufführungspraktische Fragen klären. Der Kurstag endet mit einem Konzert um 19.30 Uhr im Konzertsaal der HfKM (Eintritt frei). Zuhörer sind in den Räumen der HfKM zu Kurs und Konzert in Regensburg-Stadtamhof herzlich willkommen. Anmeldungen und nähere Informationen unter www.hfkm-regensburg.de

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