Lascaux – Die Bilderwelt der Eiszeit

Lascaux – Die Bilderwelt der Eiszeit

17.04.–08.09.2019, Kleine Olympiahalle, München, 10–17 Uhr (montags geschlossen)

Es geschah am 12. September 1940 in der Nähe von Montignac im französischen Département Dordogne. Vier Jugendliche ließen sich im Spiel in ein unscheinbares Erdloch hinab – und entdeckten eine menschheitsgeschichtliche Sensation: die besterhaltenen prähistorischen Malereien Europas. Auf einer Länge von rund 250 Metern erstrecken sich im Höhlengang von Lascaux mehr als 2.000 zum Teil monumentale Tierbilder und rätselhafte Zeichen – eine atemberaubende Bilderflut, die den Betrachter zurückführt in die Urzeiten der Menschheit und die den modernen Menschen staunen lässt über die Schönheit dieser frühen Kunstwerke. Neueste Untersuchungen gehen davon aus, dass sie 20.000 Jahre alt sind.

Unerreichbar für die Öffentlichkeit

Seit 1979 zählt die Höhle von Lascaux zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Originalhöhle darf seit 1963 nicht mehr von der Öffentlichkeit betreten werden, um die kostbaren Bilderschätze vor der Zerstörung durch Mikroorganismen zu schützen. Doch eine aufwändige, detailgetreue Rekonstruktion macht die einzigartige Bilderwelt nun trotzdem erlebbar: Ab Mittwoch, 17. April 2019 kommt „Lascaux – Die Bilderwelt der Eiszeit“ nach München in die Kleine Olympiahalle (bis Sommer 2019). Der Vorverkauf hat begonnen.

Aufwändige Höhlenrekonstruktion

Die Ausstellung „Lascaux – Die Bilderwelt der Eiszeit“ lädt Kinder und Erwachsene dazu ein, einzutauchen in eine längst versunkene Welt der Urzeit. Der Clou: Ein Teil der Höhle wurde dank aufwändiger 3D-Laser-Scans originalgetreu nachgebildet, sodass die Besucherinnen und Besucher ein nahezu authentisches Höhlenerlebnis erwartet. Der geheimnisvolle Höhlenstollen wird nur sparsam beleuchtet, als wäre man mit Taschenlampen auf einer Höhlentour. Die Abbildungen der Höhlenkunst haben Kunstschaffende des Ateliers Faksimile aus Périgord (Atelier des fac-similés du Périgord) angefertigt, allesamt Absolventen der „Académie des Beaux Arts“. Für die Gestaltung nutzten sie authentische Farben und natürliche Materialien, die einst auch die Eiszeitkünstler verwendeten. Auf dem Weg durch die Höhle begegnet man einer steinzeitlichen Familie, wie sie zur Entstehungszeit von Lascaux gelebt haben mag.  Videofilme und interaktive Medienstationen erklären in weiteren Stationen der Ausstellung, wie die Menschen im Paläolithikum gelebt haben und wie ihre Kunstwerke entstanden.

  • Skulptur eines Höhlenmenschen.

    Skulptur eines Höhlenmenschen.

    © Elisabeth Daynes

  • Die Lascaux-Ausstellung: Black Cow.

    Die Lascaux-Ausstellung: Black Cow.

    © Baudier SPL

  • Die Lascaux-Ausstellung: Crossed Bison.

    Die Lascaux-Ausstellung: Crossed Bison.

    © Baudier SPL

  • Black Cow.

    Black Cow.

    © MCC CNP

  • Crossed Bison.

    Crossed Bison.

    © MCC CNP

  • Shaft Scene.

    Shaft Scene.

    © Dennis Nidos

  • Übertragung der Höhlenmalerei mit Pauspapier.

    Übertragung der Höhlenmalerei mit Pauspapier.

    © Alain Roussot

  • Originalgetreue Nachbildung der Höhle mittels 3D-Laser-Scan.

    Originalgetreue Nachbildung der Höhle mittels 3D-Laser-Scan.

    © MCC

     

    Auerochsen, Bisons, Hirsche, Pferde – und ein Mensch

    Die Bilderwelt von Lascaux zeigt Tiere wie Auerochsen, Bisons, Hirsche, Kühe und Pferde – und sogar eine menschliche Figur: ein Mann mit Vogelkopf, der von einem verletzten Bison angegriffen wird. Solche Menschendarstellungen sind in der prähistorischen Zeit eine Rarität. Die Tierabbildungen sind von atemberaubender Qualität, dazwischen mischen sich in einer rätselhaften Anordnung geheimnisvolle geometrische Zeichen. Je nach Untergrund sind die Darstellungen in die Höhlenwand geritzt oder gemalt in gelben, roten, braunen und schwarzen Farbtönen. Die größte Tierfigur in der „Halle der Stiere“ misst 5,20 Meter an Höhe! Viele Darstellungen in der Höhle muten erstaunlich modern an. Picasso soll, als er diese Bilderwelt zu Gesicht bekam, gesagt haben: „Wir haben nichts entdeckt!“

    Die Michelangelos und Picassos der Eiszeit

    Früh prägte sich für Lascaux der Begriff „Sixtinische Kapelle der Höhenmalerei“ aus. Tatsächlich hat die Höhle vieles mit Michelangelos Meisterwerk gemeinsam: die erhabene Größe, die schiere Monumentalität, die magische Spiritualität und eine atemberaubende Kunstfertigkeit der Bilder. Nur in einem unterscheidet sich die Höhlenwelt von Michelangelos Kapelle: Lascaux ist das Werk vieler Künstler, die über Generationen hinweg diese faszinierende Bilderwelt entstehen ließen. Was waren das für Menschen, wie lebten sie, wie sah ihr Alltag aus und woran glaubten sie? Auch diesen Fragen geht die Ausstellung „Lascaux – Die Bilderwelt der Eiszeit“ nach.

     

    Chronologie

    • Vor 20.000 Jahren: Der Mensch schrieb seine Erinnerungen ein in den Felsen von Lascaux.
    • 1940: Marcel Ravidat, Simon Coencas, Georges Agniel und Jacques Marsal entdecken die Höhle. Das Werk von Lascaux tritt ins Licht der Geschichte.
    • 1963: Bedroht durch den immensen Publikumszuspruch schließt Kulturminister André Malraux die Höhle, um ihre Kunstschätze zu retten.
    • 1979: Lascaux wird zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt.
    • 1983: Die Generalversammlung der Dordogne legt ein ambitioniertes Programm zur Rekonstruktion von Lascaux auf. Mit „Lascaux 2“ entsteht eine großformatige Replik vom „Saal der Stiere“ und des axialen Seitengangs.
    • 2012: Mit „Lascaux 3“ entsteht eine internationale Wanderausstellung, die auch die übrigen Teile der Höhle rekonstruiert. Nach Stationen in Südafrika, Süd-Korea und den USA ist sie nun erstmals in Deutschland zu sehen.

     

    Der Produzent

    Realisiert und produziert durch den Generalrat der Dordogne. In Zusammenarbeit mit dem französischen Ministerium für Kultur und Kommunikation, dem Regionalrat von Neu-Aquitanien und der Europäischen Union. Die Welttournee wird durchgeführt von SPL „Lascaux, exposition internationale“ mit Olivier Retout (PhD) als CEO.

    Siebter Ausstellungssommer im Olympiapark

    Im magischen „siebten Jahr“ des Ausstellungssommers im Olympiapark präsentiert SC Exhibitions mit „Lascaux – Die Bilderwelt der Eiszeit“ ein magisch aufgeladenes Thema voller Mystik und mit dem Zauber von Rätsel und Abenteuer. Wie gewohnt gestaltet SC Exhibitions ein unterhaltsames, wissenschaftlich profundes Ausstellungserlebnis für die ganze Familie.

    Tickets

    089/30005500, 089/30005511 (für Gruppen), www.eventim.de, www.muenchenticket.de und an allen bekannten VVK-Stellen

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