Götterdämmerung II – Die letzten Monarchen

Götterdämmerung II – Die letzten Monarchen

23.06.2021–16.01.2022, Haus der Bayerischen Geschichte

Bildunterschrift: Gestaltungseinblick in Abteilung 1 der Bayerischen Landesausstellung 2021, „Götterdämmerung II – Die letzten Monarchen“.

 

In seinem Museum am Donaumarkt in Regensburg veranstaltet das Haus der Bayerischen Geschichte zusammen mit der Stadt Regensburg vom 23. Juni 2021 bis 16. Januar 2022 die Bayerische Landesausstellung 2021 „Götterdämmerung II – Die letzten Monarchen“. Inhaltlich und zeitlich schließt die Landesausstellung an die erfolgreiche Schau „Götterdämmerung: König Ludwig II.“ aus dem Jahr 2011 an. Damals war Herrenchiemsee der Ausstellungsort, jetzt wird die Welterbestadt Regensburg Gastgeber sein.

Schicksal, Lebensgefühl und Krise

Die Ausstellung zeigt die Lebenswege der letzten Monarchen vor und während der Revolution 1918. Kaiserin Elisabeth von Österreich, der bayerische König Ludwig III., Kaiser Wilhelm II. und das russische Zarenpaar – sie alle kämpften um ihren Platz in einer sich rasant verändernden Welt. Am Ende entschieden Weltkrieg und Revolution über ihr Schicksal.

6a 054 Totenmaske Ludwig IITotenmaske König Ludwig II. von Bayern, Künstler unbekannt, Bronzeguss, nach 14. Juni 1886, Sammlung Sepp Schleicher.
© Sepp Schleicher (Foto: Foto Hailer / Neumarkt/Opf.)

Regieren, repräsentieren, resignieren?

In acht Abteilungen präsentiert die Landesausstellung edle, aber auch ungewöhnliche Schaustücke, die von Gegensätzen und Umbrüchen jener Zeit um 1900 berichten. Die britische Monarchin Queen Victoria etwa schenkte ihrem Sohn Alfred einen prächtigen goldenen Admiralsstab, der vielleicht auch als Trostpflaster diente, weil er seine Karriere bei der britischen Marine zugunsten des Herzoghauses Sachsen-Coburg und Gotha aufgeben musste. Sozusagen ein Stich ins Herz der Monarchie wurde 1898 in Genf verübt. Das Opfer war Kaiserin Elisabeth. Eine unscheinbare Feile war die Tatwaffe, die wir in der Ausstellung zeigen können. Und auch wenn die Frauen selbstbewusster wurden, so schlug doch Prinzessin Therese, Tochter des bayerischen Prinzregenten Luitpold, als Naturwissenschaftlerin und Forscherin einen absolut ungewöhnlichen Lebensweg ein. Von ihrer zweiten Südamerikareise 1898 brachte sie unter anderem ein lebendiges Gürteltier mit. Dieses ungewöhnliche Haustier reist sorgfältig präpariert aus der Zoologischen Staatssammlung zur Landesausstellung nach Regensburg.

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Diese und viele weitere Objekte lassen die Besucherinnen und Besucher einen Blick in die Lebenswelt des Hochadels um 1900 werfen. Am Ende des Ersten Weltkriegs war die Monarchie aus der Zeit gefallen. Die Monarchen verschwinden von der Bildfläche. Noch ein letztes Mal trat die Monarchie in Bayern beim Begräbnis des letzten Königs Ludwig III. und seiner Frau aus dem Schatten. Durch eine neuartige Toninstallation können sich Besucherinnen und Besucher in den symbolstarken Akt hineinversetzen: Fin de siecle, Ende eines Zeitalters. Für die Ausstellungsgestaltung zeichnet die Duncan McCauley GmbH und Co.KG, Berlin, zusammen mit Tina Raccah Grafik verantwortlich.

6b 187 Gemalde Kaiserin ElisabethPortrait Kaiserin Elisabeth von Österreich, Eberhardt Riegele (1889–1960) nach Franz Xaver Winterhalter (1805–1873), 1923 (1864), Öl auf Leinwand, Fürst Thurn und Taxis Kunstsammlung, StE 499.
© Haus der Bayerischen Geschichte (Foto: Philipp Mansmann)

Regensburg und die Donau

Die Donau verbindet zwei Monarchien, die in unserer Geschichte eine große Rolle spielen: Bayern und Österreich-Ungarn. Kaiserin Elisabeth aus dem Haus der Herzöge in Bayern fährt auf der Donau zur Hochzeit nach Wien. Später wird ihre Schwester Helene (1835–1890) ins Haus Thurn und Taxis in Regensburg einheiraten und dort nach dem Tod ihres Mannes (1867) die Geschäfte erfolgreich führen. Zwei typische Frauenschicksale für die Zeit. Die Bayerische Landesausstellung wird von 23. Juni 2021 bis 16. Januar 2022 im Museum in Regensburg präsentiert. Zusätzlich gibt es mit Schloss Thurn und Taxis einen originalen Schauplatz der Zeit zu besichtigen.

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© Regensburger Stadtzeitung