CinEScultura 2019

CinEScultura 2019

26.04.–09.05.2019, Regensburg

Heuer findet zum bereits 12. Mal das spanische Film- und Kulturfestival cinEScultura in Regensburg statt. Die diesjährigen Gastländer sind Chile und die autonome Region Madrid. In guter und geschätzter cinEScultura-Tradition ist auch das diesjährige Festivalprogramm wieder eine vielfältige, abwechslungsreiche und spannende Kette aus Kurz- und Langfilmen, Filmgesprächen mit drei Regisseuren aus Chile und Filmschaffenden aus Madrid, zwei deutschlandweit einmaligen Konzerten – Indi-Rock mit Josele Santiago und Flamenco-Jazz mit Jorge Pardo –, Ausstellungen, die Geschichte(n) lebendig werden lassen sowie dem Autor und langjährigen FAZ-Europa-Korrespondenten und profunden Spanienkenner Paul Ingendaay.

Das Programm:
Ungewöhnliche Liebesgeschichten | Gesellschaftliche Kontroversen | 19 Goyas und ein Kurzfilmpreis

Rechtzeitig zum Wochenende geht es am Freitag, den 26. April mit dem Filmprogramm rund um den Länderschwerpunkt Madrid los. Das erste Maiwochenende steht im Zeichen der chilenischen Filmkunst. Zu Gast in Regensburg: Gonzalo Justiniano am Freitag, dem 3. Mai um 20.45 Uhr und der deutsch-chilenische Regisseur Nahuel López, am Donnerstag, 2. Mai um 20:45 für El viaje.

Die Höhepunkte

10.04., Eröffnung der Plakatausstellung „turEScultura I: Die ersten spanischen Tourismus-Plakate“

Stadtbücherei, 19.30 Uhr (Eintritt frei)

6a TourismusplakatFür die cinEScultura-Fans, die es kaum erwarten können, startet bereits am 10. April in der Stadtbücherei Regensburg die Ausstellung „turEScultura I: die ersten spanischen Tourismus- Plakate aus dem 20. Jahrhundert“.

Während heute in der Werbebranche auf vermeintlich innovative Konzepte wie Kultur- oder Ökotourismus gesetzt wird, wurden diese in Spanien schon lange effektiv eingesetzt. Das spanische Tourismus-Institut Turespaña hat die Vintage Exemplare gesammelt, die seit Anfang des 20. Jahrhunderts von staatlichen Trägern veröffentlicht wurden. Diese Sammlung wird nun exklusiv in der Stadtbücherei Regensburg ausgestellt.

Eine aufregende Auswahl, die die Entwicklung Spaniens zu einem der heute beliebtesten Urlaubsziele zeigt und zugleich ein Plädoyer für den Wert von nachhaltigem Tourismus und interkulturellen Begegnungen.

Bei der Eröffnung der Ausstellung wird die Leiterin des spanischen Fremdenverkehrsamtes in München, Ana Rodriguez Valer, anwesend sein.

© Javier Mariscal

24.04., Eröffnungsparty

Ostentor, 20.15 Uhr (Eintritt frei)

Einen kleinen Vorgeschmack auf das Festival bietet die Vorstellung dreier Kurzfilme aus dem diesjährigen Programm, mit denen der Abend eröffnet wird. Das Kurzfilmprogramm 2019 umfasst drei Sektionen: Den cinEScultura-Kurzfilmpreis, die Hommage an Madrid und die Retrospektive von Iván Sáinz de Pardo. Im Anschluss wird der „Auch Musik e. V.“ ein Mikrokonzert geben.

Für eine lockere Stimmung sorgt die Band Fronteras Dispersas. Sie beschreiben ihren Stil als „ein bunter Mix aus Rock, Pop, Jazz und Trova Musik, immer mit einer ordentlichen Dosis lateinamerikanischen Temperaments.“ Einen bunten Mix aus Party Beat bietet später DJ Mr. Mojo.

Von institutioneller Seite werden Bürgermeister Jürgen Huber erwartet, diplomatische Vertreter der Gastländer Madrid und Chile und ganz besonders erfreulich: Samuel Castro, Leiter der Madrid Film Commission Foundation.

25.04., Konzert: Josele Santiago und David Krahe

Degginger, 20.30 Uhr

Eine unverwechselbare Stimme und stets in Begleitung einer stimmvollen Gitarre – das sind die Markenzeichen von Solo-Musiker Josele Santiago. Bekannt wurde er als Bandleader von „Los Enemigos“, eine der wohl wichtigsten Rockbands Spaniens. Seit 15 Jahren tritt Santiago zudem ebenfalls als erfolgreicher Solokünstler auf. Der nunmehr ruhige, lyrische Charakter seiner veröffentlichten Soloalben verschaffte ihm bereits zahlreiche Auszeichnungen. Sein erstes Soloalbum „Transilvania“ (2017) wurde von renommierten spanischen Musik- und Kulturzeitschriften wie Babelia (El País), El Periódico, Ruta 66 und Sonic Wave zum besten spanischen Album des Jahres ausgezeichnet.

6b Josele Santiago Alex Rademakers
© Alex Rademakers

26.04., Filmtipp 1: „Carmen y Lola“ von Arantxa Echevarría (Spanien)

Leerer Beutel, 20.45 Uhr

Die siebzehnjährige Carmen steht kurz vor einer arrangierten Hochzeit, als sie der unkonventionellen Lola begegnet. Diese träumt davon, auf die Universität zu gehen, sprayt Graffitis und liebt Frauen. „Carmen y Lola“ handelt von der ersten großen Liebe – nichts Außergewöhnliches, könnte man meinen, wären die beiden Hauptcharaktere und ihre Darstellerinnen nicht jung, weiblich und Roma. Aufgrund seiner Thematik sorgte der Film bereits vor der Erstausstrahlung für Aufruhr.

28.04., Filmtipp 2: „Sin fin“ von José und César Estéban Alenda (Spanien)

Leerer Beutel, 11 Uhr

Javier schlägt seiner Freundin María eine Reise in die Vergangenheit vor bis zu dem Tag, an dem sie sich kennenlernten. Er hofft, auf diese Weise den fast erloschenen Funken der Liebe wieder erglühen zu lassen und María zu der fröhlichen und vergnügten Frau zu machen, die sie einmal war. Ihre gemeinsame Reise lässt viele mit der Zeit vergessene Erinnerungen aufleben und sie entdecken das, was sie einst vereinte. Romantisches Drama mit Nervenkitzel.

30.04., Konzert: Jorge Pardo und Kin García Trio

Leerer Beutel, 20.30 Uhr

Der renommierte Flötist Jorge Pardo und das Kin Garcia Trio geben im Rahmen von cinEScultura ihr einziges Konzert in Deutschland. Jorge Pardo gilt als einer der einflussreichsten spanischen Musiker des Flamenco Jazz der Gegenwart und spielte bereits mit Legenden wie Paco de Lucia, Camarón de la Isla und Chick Korea. 2013 wurde Jorge Pardo für seine CD „Huellas“ von der Académie du Jazz in Paris als bester europäischer Jazzmusiker ausgezeichnet. Auch in Spanien erhielt er 2015 den vom spanischen Kultusministerium jährlich vergebenen Musikpreis. Für cinEScultura tritt er in Begleitung von Kin García am Kontrabass, Jacobo de Miguel am Klavier und Noli Torres am Schlagzeug auf.

6c Jorge Pardo Foto Naranjo
© Naranjo

01.05., Filmtipp 3: „Violeta se fue a los cielos“ von Andrés Wood (Chile)

Leerer Beutel, 20.45 Uhr

„Violeta se fue a los cielos“ erzählt die Geschichte der chilenischen Sängerin, Liedermacherin und Künstlerin Violeta Parra. Der Film basiert auf der gleichnamigen Biografie, die ihr Sohn Ángel Parra verfasst hat. Er nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise durch Violetas Leben. Wir begleiten sie auf ihren Reisen durch die ländlichen Gegenden Chiles, nehmen teil an ihren Hoffnungen, Ängsten und feurigen Liebschaften. So entsteht nach und nach das Portrait einer Frau, deren größte Leidenschaft die Folklore Chiles ist.

02.05.–04.05., Chilenische Filmgespräche: Nahuel López über „El viaje“

Leeren Beutel, jew. 20.45 Uhr

Der deutsch-chilenische Regisseur Nahuel López spricht am Donnerstag, 2. Mai um 20:45 Uhr über seinen Film „El viaje“. Gonzalo Justiniano, Regisseur des chilenischen Films „Cabros de mierda“, wird am Freitag, dem 3. Mai um 20.45 Uhr bei der Vorstellung seines Films anwesend sein. Am Samstag, dem 4. Mai wird Iván Sáinz-Pardo, mehrfach ausgezeichneter Kurzfilmregisseur aus Chile, ebenfalls für ein Kolloquium und für das Filmgespräch in Regensburg zu Gast sein.

05.05., Filmtipp 4:“ Y de pronto el amanecer“ von Silvio Caiozzi (Chile)

Leerer Beutel, 19 Uhr

Nach 45 Jahren kehrt der Schriftsteller Pancho Veloso in seine Heimat Chiloé, eine kleine Insel im Süden Chiles, zurück. Dort, wo die Zeit still zu stehen scheint, beginnt er mit einem neuen Roman. Während er versucht, alte Freunde, die große Liebe und seine Jugend in einer Geschichte einzufangen, streckt die Vergangenheit immer mehr ihre Finger nach der Gegenwart aus. Zauberhafte Bilder und liebevoll gezeichnete Charaktere machen diesen Film so besonders.

09.05., Autorenlesung: Paul Ingendaay liest aus „Königspark“

Buchhandlung Dombrowsky, 20 Uhr

Einen attraktiven Schlusspunkt des diesjährigen cinEScultura-Programms stellt die Lesung von Paul Ingendaay dar. Er wird in der Buchhandlung Dombrowsky aus seinem neuen Roman „Königspark“ vorlesen. Ingendaay, 1961 in Köln geboren, lebte als Schriftsteller und Journalist lange in Madrid. 1997 erhielt er den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik, 2006 wurde er für sein Debüt „Warum du mich verlassen hast“ mit dem aspekte-Literaturpreis ausgezeichnet. Sein Roman „Königspark“ erzählt die Geschichte von Nuria, einer unerschrockenen Kampfsportlerin, die im Königspark einer ungewöhnlichen Arbeit nachgeht. Königspark, so nennt Nuria den Madrider Stadtteil Casa de Campo, in dem sich zu jeder Tageszeit Frauen an den Straßenrändern drängen und den Autofahrern ihre Tarife zurufen.

23.05., Eröffnung der Fotoausstellung „turEScultura II: Zwischen Licht und Schatten – Augenblicke von Jana Cerná“

Stadtbücherei Regensburg, (Eintritt frei)

Die Fotografin Jana Cerná nimmt mit beeindruckenden Schwarz-Weiß-Aufnahmen die Besucher mit auf ihre Reisen durch die spanischsprachige Welt. Private visuelle Erzählungen aus dem täglichen Leben. Dinge und Menschen rufen dem Betrachter Geheimnisse zu, man trifftauf das Bekannte und das Ähnliche, aber auch auf das absolut Andere und das bislang verborgen Gebliebene. Die Fotos zeigen das Leben zwischen Licht und Schatten, zwischen Freude und Traurigkeit. Bei der Eröffnung der Ausstellung wird die Fotografin Jana Cerná anwesend sein. Im Anschluss gibt es Tapas und Wein.

Sonstiges: Spanische Filmgespräche

Die Filmschaffenden Raúl Arévalo, Aranxa Echevarría sowie José und César Estéban Alena sind angefragt und werden wahrscheinlich ihre Filme persönlich bei cinEScultura vorstellen.

Sonstiges: Der cinEScultura-Kurzfilmpreis

Der cinEScultura-Kurzfilmpreis, heißbegehrt und bereits zum 7. Mal in Kooperation mit der Internationalen Kurzfilmwoche Regensburg verliehen, zeigt in drei Sektionen zwölf ästhetisch anspruchsvolle Werke, die in besonderer Weise die spanische oder lateinamerikanische (Film-)Kultur widerspiegeln. Ein weiteres Kriterium ist, dass sich alle Kurzfilme, die in dieser Sektion laufen, für Schulen und andere Bildungseinrichtungen hervorragend eignen. In diesem Wettbewerb sind alle Genres erlaubt. Abwechslung und Spannung sind garantiert.

Das Festival

Das spanische Film- und Kulturfestival cinEScultura gestaltet seit 2008 mit einem vielfältigen Programm das kulturelle Leben rund um die Region Regensburg und ist im deutschsprachigen Raum einzigartig. CinEScultura steht für Austausch, Integration, Pluralität und die Werte der Demokratie. Das Film- und Kulturfestival bietet mannigfaltige Möglichkeiten, sich mit aktuellen Themen und künstlerischen Positionen auseinanderzusetzen insbesondere auch durch die direkte Begegnung mit den Künstlern. CinEScultura legt großen Wert darauf, das soziopolitische Geschehen in den spanischsprachigen Ländern ins Licht zu rücken und darüber mit dem deutschen Publikum einen bereichernden Dialog zu führen.

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