Die Zeit drängt

Die Zeit drängt

Um die konstant anwachsenden Regensburger Verkehrsprobleme zumindestens zu begrenzen, wäre Schnelligkeit das Gebot der Stunde. Bereits die Planung geeigneter Maßnahmen und Projekte scheint ein Engpass zu sein.
Die CSU Stadtratsfraktion hatte sich mit einigen Experten zu einer verkehrspolitischen Klausur zurückgezogen und informierte am 20.10. über das Ergebnis ihrer Überlegungen. Regensburg prosperiert, bis 2030 wird ein Mindestzuwachs von 12000 Einwohnern und 13000 Arbeitsplätzen prognostiziert. Jedoch bereits heute ist das Verkehrsaufkommen kaum zu bewältigen.

Die Fraktion hatte sich vor allem Gedanken um den innerstädtischen Verkehrsfluss gemacht, wohl wissend dass großräumige Maßnahmen wie z.B. der 6-spurige Ausbau der A3 ebenfalls Teil des komplexen Gesamtsystems sind.
Insbesondere die Förderung des Radfahrens und ein höchst attraktiver öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) seien der Schlüssel, den Anteil (derzeit 51%) des motorisierten Individualverkehrs zu senken, "ohne diesen zu schikanieren", so Fraktionsvorsitzender Hermann Vanino.

Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)
Allerdings sei dazu ein schlüssiges Gesamtkonzept nötig, kosmetische Einzelkorrekturen brächten keine dauerhafte Lösung. Vom RVV wünsche man sich einen "großen Wurf". Was derzeit gemacht werde (z.B. Einführung des E-Tickets, bessere Infotafeln etc.) sei zwar positiv, würde aber nur auf den in anderen Städten längst üblichen Standard aufschließen, führte Christian Schlegl, Sprecher des Planungsausschusses, aus. Städte wie Linz mit ähnlicher Einwohnerzahl hätte bis zu 4 mal so viel ÖPNV-Fahrgäste im Jahr, was schon mal das Potential aufzeige.
Eine Stadtbahn wäre der richtige Ansatz, diese dürfe dann auch nicht an der Stadtgrenze enden, sondern müsse den Landkreis einbeziehen. Auch müsse man über Tangentialverbindungen nachdenken, derzeit wird der Busverkehr sternförmig über den Bahnhof geführt.
Letztendlich wären zu viele angekündigte Projekte wieder verschoben oder eingestellt worden, wie beispielsweise die Neugestaltung des zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB), der Ausbau der Galgenbergbrücke für die Busse oder die Gespräche mit der Unesco zur Westtrasse. Auch z.B. bei den Bahnhaltepunkten sei viel versäumt oder gar aufgegeben worden.

Radverkehr
In der Steigerung des Radverkehrs als selbstverständliches Transportmittel sieht die CSU-Fraktion einen gewaltigen Hebel und hat dementsprechend viele Vorschläge dazu. Um das Fahrradfahren attraktiv zu machen, seien  Radparkhäuser, Radschnellwege, Radbrücken - auch über Hauptverkehrsadern - und ähnliches nötig.
Die Maßnahme, die Altstadt generell für den Radverkehr freizugeben hätte man mit Rücksicht auf immer noch vorgebrachte Beschwerden von Bürgern lieber etwas moderater gehandhabt, beispielsweise seien ausgewiesene Strecken zur Querung der Altstadt ausreichend gewesen.

Motorisierter Individualverkehr (MIV)
Auch hierfür hat die Fraktion Vorschläge: Zusätzliche Parkmöglichkeiten ("Quartiersgaragen"), Umgestaltung der Ostengasse bis zur Keplerstraße als Wohnverkehrsstraßen und Umbau/Umgestaltung von Verkehrsschwerpunkten. Unverständlich wäre u.a., dass die Planung der Parallelbrücken über die Donau stocke.
Der MIV sollte zwar anteilig zurückgehen, generell aber nicht so gegängelt werden, dass die Bürger nur zähneknirschend andere Beförderungsmöglichkeiten nutzen oder der Altstadt überhaupt den Rücken kehren.

Abschließend führt Christian Schlegl aus, dass die Stadt  in einer hervorragenden finanziellen Lage sei, um Investitionen in den Verkehr finanzieren zu können. Allerdings sei die Planung ein Flaschenhals, der die Dinge oft zeitlich gravierend verzögere. Dies müssten Profis machen, plakativ ausgedrückt: "für die Planung braucht man Planer".

  • gepostet am: Montag, 24. Oktober 2016

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