Die Stromautobahn durch die Oberpfalz nimmt Gestalt an

Die Stromautobahn durch die Oberpfalz nimmt Gestalt an

400 Kilometer Erdkabel führen von Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt bis nach Landshut. 200 km davon werden in  Bayern liegen, die Route führt durch die gesamte Oberpfalz.

Die Diskussion über die großen Nord-Süd-Stromleitungen werden seit Jahren intensiv geführt - seit das Ende der Kernenergie beschlossene Sache ist, und seit die Windparks im Norden der Republik und in der Nord- und Ostsee Strom liefern können, der im Süden Deutschlands dringend gebraucht wird.

Eine dieser Leitungen - genauer gesagt ein Teilstück namens Südost-Link - wird von Sachsen Anhalt bis Landshut führen, genau durch die Oberpfalz. Nachdem nun kürzlich die möglichen Trassenverläufe veröffentlicht worden waren, lud Bundestagsabgeordnete Dr. Astrid Freudenstein rund 20 Kommunalpolitiker zur Informationsrunde mit den verantwortlichen Institutionen, dies sind insbesondere die Bundesnetzagentur und der Stromnetzbetreiber Tennet.

Konsens war, dass durch eine transparente Vorgehensweise und offene Informationspolitik den möglichen Sorgen in der Region Rechnung getragen werden müsse, so Peter Franke, Vizepräsident der Bundesnetzagentur. Da Siedlungsgebiete grundsätzlich umgangen würden, seien vor allem die Landwirte besorgt um Wärmeeinflüsse der unterirdischen Leitungen auf den Ackerboden, die laut Andreas Herath von Tennet allerdings kaum merkbar seien.

Die Trassen der in 1,5 bis 2 m tief verlegten Leitungen, insgesamt 4 Stück in Kanalrohrgröße, werden während er Bauzeit 35 m, danach 15 m breit und eigentlich nicht mehr zu erkennen sein. Die endgültigen Verläufe stehen noch nicht fest, geprüft wird beispielsweise auch, diese teilweise entlang vorhandener Verkehrsschneisen anzuordnen, beispielsweise Autobahnen außerhalb von Städten. Ein willkommener Nebeneffekt ist, dass man, wenn sowieso schon gegraben wird, Glasfaserleitungen für schnellen Internetanschluss in der Fläche mit integrieren kann.

Die Kosten werden mit 4 bis 5 Milliarden prognostiziert. Eine im ersten Anschein hohe Summe, die allerdings schnell ihren Schrecken verliert, wenn man bedenkt, dass auf einen Durchschnittshaushalt lediglich Mehrkosten von 5 bis 6 Euro pro Jahr entfallen. Dies ist weniger als die rund 8 - 10 Euro, die ohne den Südost-Link durch Regulierungsmaßnahmen anfallen würden.

MdB Dr. Astrid Freudenstein bemerkte, dass die Diskussion sowohl in der breiten Öffentlichkeit wie auch in der Kommunalpolitik außerodentlich ruhig und unaufgeregt stattfinde. Auch wenn sich keiner drum reisse, dass die Trasse durch sein Gebiet verlaufe, sei diese Erdverlegungsvariante sicher keine Katastrophe und würde deutlich weniger in die Landschaft eingreifen als riesige Freileitungsmasten.

2017 wird es ernst mit der Planung der derzeit noch rund 20 verschiedenen Trassen in der Oberpfalz. Ab 2022 rollen dann für rund 4 Jahre die Bagger.

Erklärung:
Wenn Strom über große Entfernungen transportiert wird, geht ein Teil der Energie verloren, wird z.B. in den Leitungen in Wärme umgewandelt. Strom in Kraftwerksgeneratoren wird immer als Wechselstrom erzeugt (50 mal in der Sekunde Wechsel von Plus und Minus), über 3 Leitungen (sind an den Überlandmasten gut zu erkennen) mit möglichst hoher Spannung (dies verringert die Energieverluste) transportiert und mittels Transformatoren (die mögen nur Wechselstrom) bis zur Steckdose wieder auf normale Spannungen gebracht.
Gleichstrom finden wir z.B. in einer Autobatterie oder in einer Taschenlampenbatterie. Alle elektronischen Schaltungen benötigen Gleichstrom, der durch Netzteile aus Wechselstrom gebildet wird.
Bei großen Entfernungen macht es trotz des hohen technischen Aufwands Sinn, den Hochspannungswechselstrom in Hochspannungsgleichstrom umzuwandeln und zu übertragen und am Zielort daraus wieder Wechselspannung zu erzeugen.
Die Verluste sind geringer, insbesondere die für Wechselspannung typische, scheinbare "Blindleistung" entfällt völlig.
Und diese sogenannte HGÜ (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung) lässt sich auch gut unterirdisch verlegen.

(v.li.) Dr. Martin Elsberger (Leiter der Taskforce Netzausbau), Andreas Herath (Tennet), MdB Dr. Astrid Freudenstein, Peter Franke (Vizepräsident der Bundesnetzagentur)

 

 

  • gepostet am: Dienstag, 18. Oktober 2016

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