Die neue Moschee - Ein Platz für politische Hetzer oder für friedliche Gläubige ?

Die neue Moschee - Ein Platz für politische Hetzer oder für friedliche Gläubige ?

Am Hohen Kreuz soll ein Zentrum für Muslime entstehen - doch die CSU-Stadträtin Bernadette Dechant befürchtet eine Ghettoisierung.

Ein Kulturzentrum mit 600 Quadratmetern Fläche auf zwei Stockwerken. Mit Gebetsraum, Wohnung und Parkplätzen. Das ist die neue Moschee, die die Ditib-Gemeinde an der Maxhüttenstraße errichten will. Doch um den 2,5-Millionen-Euro-Bau gibt es mächtig Wirbel. Bemängelt werden die fehlende Transparenz bei der Erteilung der Baugenehmigung, die mögliche islam-radikale Gesinnung des Bauherrn und die Förderung des Entstehens von Parallelwelten im Regensburger Stadtosten. Der Vorstand der Gemeinde indes versteht die Aufregung um das Gebetshaus überhaupt nicht: „Wir wollen doch nur beten“, beteuert Mustafa Miran (55).

Der Regensburger Stadtteil Hohes Kreuz. Seit Jahrzehnten das Viertel der Flüchtlinge und Aussiedler. In der Grundschule gibt es Klassen mit 100 Prozent Migrationshintergrund. Der Ausländer-Anteil liegt bei 46 Prozent, in der gesamten Stadt sind es 14 Prozent.
Der Stadtteil ist zum Teil auch geprägt von einem Frauenbild, das keineswegs dem unserer Gesellschaft entspricht: Denn die meist verschleierten Musliminnen sind zwar auch im Islam theoretisch gleichberechtigt. Die Praxis sieht jedoch anders aus: In manchen muslimischen Staaten herrscht Kopftuchzwang, in Saudi-Arabien dürfen Frauen noch immer nicht Auto fahren. Frauen dürfen nicht ohne Erlaubnis reisen oder arbeiten. Im Iran wurden erst unlängst 35 Frauen verhaftet – weil sie ein Fußballspiel besuchen wollten.
Der Koran erlaubt Männern bis zu vier Ehefrauen, den Frauen aber nur einen Ehemann – und den dürfen sie oft genug nicht selbst aussuchen. Ein Mann erbt stets mehr als eine Frau, im Koran heißt es sogar,  dass Männer Frauen, von denen sie „Widerspenstigkeit“ befürchten, tadeln, verbannen und schlagen dürfen. Nicht wenige Regensburger fürchten, dass gerade der Stadtosten zum Mittelpunkt des Islams in der Ratisbona wird – wenn er es nicht längst schon ist:
Denn es stehen dort bereits sieben Moscheen. Jetzt kommt die achte: Die Räumlichkeiten der Merkez-Moschee an der Lindnergasse sind zu klein geworden, deshalb benötigte die Ditib-Gemeinde eine neue Bleibe.

Dechant: Muslime gehören zu Deutschland

Sie bekam die Baugenehmigung für ein 2341 Quadratmeter großes Grundstück am Hohen Kreuz. Das stört Bernadette Dechant. Die CSU-Stadträtin ist nicht gegen die Moschee als solche, auch nicht gegen das 21 Meter hohe Minarett. Sie findet es „unfair“, wenn die Regensburger AfD mit einem verzerrten Bild, das das Minarett genauso hoch zeigt wie die Domtürme, Stimmung gegen den Turm machen will.
Die 57-Jährige: „Ich würde nicht sagen, der Islam gehört zu Deutschland, aber Muslime tun es. Viele sind bei uns angekommen und Teil unserer Gesellschaft. Warum sollen sie nicht ein Gebetszentrum bekommen, in dem sie ihre Religion frei ausüben können. Warum sollen sich unsere Bürger in den Hinterhöfen verstecken müssen? Jeder soll seinen Glauben frei leben dürfen.“

Parallelwelten durch Zentralisierung im Stadtosten?

Was die Stadträtin stört, ist der Standort der Moschee. Sie erkennt eine Zentralisierung islamischer Gebetshäuser im Stadtosten und eine Ghettoisierung: „Das hat doch mit Integration nichts mehr zu tun.“ Wäre die Moschee in Prüfening, Sallern oder Kumpfmühl geplant, wäre sie für den Bau. „So aber schaffen wir Parallelwelten wie in Köln oder Berlin-Kreuzberg. Die brauchen wir nicht, sondern ein gedeihliches Miteinander.“
Schon jetzt gebe es am Hohen Kreuz Straßenzüge, die fest in der Hand von Menschen aus anderen Kulturkreisen seien – die Liebigstraße etwa in bulgarischer. Dechant: „Wenn Sie mit der Linie 10 vom Dachauplatz in den Stadtosten fahren, hören Sie oft kein einziges Wort in deutscher Sprache.“
Zudem werde die Al-Rahmann-Moschee – eine der sieben bereits am Hohen Kreuz bestehenden – vom Verfassungsschutz beobachtet, weil in ihr immer wieder Salafisten auftreten sollen. Hassprediger, die weltliche Werte und westliche Demokratien ablehnen und die zum Teil  den sogenannten „Islamischen Staat“ unterstützen. Eine der sieben Regensburger Moscheen könnte also bereits Anlaufstelle für Radikalisierung und Islam-Terror sein! „Und jetzt soll also noch die achte Moschee in einem Stadtteil entstehen?“, fragt die CSU-Frau. „Wir sollten viel lieber etwas für die Integration tun.“
Seit Jahrzehnten setzten sich Bürger für eine Aufwertung des Viertels durch Wohnungsbau ein, für eine „vitale“ soziale Mischung der Bevölkerung: junge Familien, Leistungsträger aus dem Mittelstand, Jung und Alt sollen sich am Hohen Kreuz ansiedeln.
Stattdessen laufe der Stadtteil Gefahr, mit sozialen Einrichtungen überfrachtet und zum Hotspot der Sozialarbeiter zu werden. Schon jetzt habe das Hohe Kreuz genügend Brennpunkte: Bordelle und Prostituierten-Wohnungen, die Ballung von Spielhallen, mehrere Flüchtlingsunterkünfte auf engem Raum, den Schwerlastverkehr, der durch die geballte Gewerbe- und Industrieansiedlung verursacht werde. Hinzu komme die Nähe zur zentralen Aufnahmeeinrichtung und dem Transitzentrum.

Kritikpunkt: Mangelnde Transparenz bei der Vergabe

Dechant wirft der Stadt auch mangelnde Transparenz beim Genehmigungsprocedere vor: „Die Leute hier verstehen nicht, dass eine Parkgarage an der Osterhofener Straße zweimal dem Gestaltungsbeirat vorgelegt werden muss, und die 50 Meter davon entfernte Moschee wird einfach so durchgewinkt.“
Auch der Bau eines Bienenhauses sei verweigert, die Moschee hingegen rasch genehmigt worden - und das laut der Stadträtin mit einem Vorgehen, das „von der Verwaltung und der Bürgermeisterin sehr unfein, nahezu manipulativ“ gewesen sei: „Dem Planungsausschuss wurde die Beschlussvorlage 20. Juni 2017 zur Kenntnisnahme vorgelegt, sozusagen in einem Wust von Aufführungen kaschiert, ähnlich wie bei der Ansiedlung von Gemeinschaftsunterkünften. Muss ich als Stadträtin einen Moscheebau mit Minarett erkennen, wenn in den Sitzungsunterlagen der Tagesordnungspunkt: ‚Neubau Kulturzentrum mit Gebetsraum, Wohnung und Stellplätzen‘ aufgeführt ist?“ Es habe auch keinerlei Dialog mit Bürgern stattgefunden, was Dechant sehr bedauere.
Ein Punkt, an dem eingehakt werden darf: Die Bürger am Hohen Kreuz sind verunsichert, sie wissen nicht was kommt, lehnen die Moschee eher ab (siehe Umfrage auf Seite 13). Ängste werden durch Aufklärung beseitigt – sofern sie unberechtigt sind. Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer kontert: „Transparenz ist nicht erforderlich.“ Die islamische Gemeinde habe Baurecht, „da ist keine öffentliche Beteiligung geplant.“
Das sei schon richtig, weiß Bernadette Dechant. „Doch die Stadt ist sich offenbar nicht der Dimension bewusst, die mit der Moschee verbunden ist.“ Die Bürger in ihrem Stadtteil hätten schlichtweg Angst vor dem, was da kommen könnte.

Wer steckt hinter der Moschee?

Dechant macht aber auch noch etwas anderes Sorge: Gebaut wird die Moschee von dem Regensburger Ableger des Ditib e.V., der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion. Der Verein untersteht der Leitung und der Kontrolle des staatlichen türkischen Religionspräsidiums. Und das, so befürchtet die CSU-Politikerin, könnte das Glaubenszentrum an der Maxhüttenstraße für politische Zwecke missbrauchen.
Sie sagt: „Man darf die Türken, die bei uns leben, nicht kriminalisieren. Teilweise sind sie seit Jahrzehnten bei uns, zum Teil deutsche Staatsbürger, Kollegen am Arbeitsplatz, Sportkameraden, Mitschüler. Als Elternbeirätin habe ich mich immer für Chancengleichheit eingesetzt, egal um welche Nationalität oder Religion es sich handelt. Doch wenn es um den Versuch der politischen Einflussnahme aus Ankara in Deutschland geht, muss man da schon etwas genauer hinschauen.“
Im Internet kursieren Videos, auf denen Ditib-Gemeinden dem türkischen Militär nach dessen Einmarsch in den Kurdengebieten in Nordsyrien Erfolg wünschen. Auch deutsche Moscheen sollen beteiligt gewesen sein. Aus Ankara kamen eindeutige Aufforderungen, für einen Sieg des „ruhmreichen türkischen Militärs“ zu beten.

„Keine Staatsreligion Erdogans am Hohen Kreuz“

Dass die Ditib voll hinter dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan steht, wurde nach dem Putschversuch im Sommer 2016 deutlich. Erdogan sah in seinem früheren Mitstreiter Fethullah Gülen den Verantwortlichen für die gescheiterte Revolte. Er erklärte dessen Gruppierung zur Terror-Vereinigung.
Die Imame der Ditib (alle türkische Staatsbeamte) erhielten daraufhin die schriftliche Order des türkischen Religionspräsidiums, Gülen-Sympathisanten in Deutschland auszuspionieren. Diese Order sollen sie befolgt haben.
„Das bedeutet, die Ditib-Gemeinschaften beschränken sich nicht nur auf die Religion“, ist Dechant überzeugt. „Sie machen Politik im Sinne der Türkei und ihres Staatspräsidenten. Wir wollen aber keine Staatsreligion Erdogans am Hohen Kreuz.“
Die widerspreche unserem Grundgesetz, nach dem die Würde des Menschen unantastbar ist. „Das gilt für Erdogan nicht für die Jesiden, nicht für Kurden und auch nicht für die Christen.“

Regensburger Ditib-Vorstand: Wollen keine Politik

„Wir wollen doch gar keine Politik bei uns“, sagt Mustafa Miran, Vorstand der Ditib-Gemeinde in der Stadt. Seine drei Kinder haben die deutsche Staatsbürgerschaft, der 55-Jährige ist Arbeiter, zahlt seit Jahrzehnten brav seine Steuern. Natürlich weiß er, dass es in anderen Städten aus Moscheen – auch aus denen der Ditib – politische Betätigungen gab. „Aber das sind nicht wir. Alles, was wir wollen, ist beten.“
Bei rund 300 Mitgliedern gebe es unterschiedliche politische Sichtweisen – und die sollen eben alle draußen bleiben. „Wir haben auch nichts mit der Al-Rahmann-Moschee zu tun, Radikalismus lehnen wir ab.“ Miran fürchtet, dass um seine Gemeinde eine Politdiskussion entstehe, die unangebracht sei: „Niemand muss vor uns Angst haben.“
Rund 20 Jahre sei die Moschee in der Innenstadt ansässig gewesen, in der Lederergasse, dann am Haidplatz, schließlich in der Lindnergasse. „Wir waren immer friedlich und werden es weiter sein.“ Doch der jetzige Platz ist zu klein. „Wir haben dort nicht genügend Räume, können nichts für die Jungen machen, wir können nichts für die Frauen machen. Das wird in der neuen Moschee besser. Und dass dort so viele Menschen aus anderen Ländern leben, ist doch nicht unsere Schuld.“
Der CSU-Vorgänger auf dem OB-Sessel habe das Bestreben nach einem Ortswechsel unterstützt. „Das war schon unter Schaidinger klar, dass wir etwas Neues bekommen.“

Schon in einem Jahr soll alles stehen

Doch Bernadette Dechant und ihre Kollegen aus der CSU-Stadtratsfraktion sprechen sich gegen den Bau aus: „Die CSU lehnt den Moscheebau durch die vom Verfassungsschutz beobachtete und vom türkischen Staat finanzierte Trägerorganisation DITIB ab“, heißt es in einer Pressemitteilung.
Die amtierende Rathauschefin Gertraud Maltz-Schwarzfischer hingegen ignoriert alle Bedenken. Sie sieht keine Hindernisse für den Bau. In der deutsch-türkischen Zeitschrift Regensburg Haber schreibt sie fast schon gleichgültig: „Die Frage, wie DITIB verfassungsrechtlich und politisch einzuordnen sei, ist in Deutschland Sache der Landes- und Bundesbehörden und hat mit dem Moscheebau rein gar nichts zu tun.“
Mit dem soll übrigens noch heuer begonnen werden, im März 2019 soll das Gebetszentrum fertig sein. Dechant glaubt, dass die Rathaus-Regenbogenmehrheit einen Rechtsruck in der Bevölkerung geradezu provoziert. „Bei der letzten Wahl hatten wir am Hohen Kreuz 18 Prozent AfD. Ich fürchte, dass dieser Prozentsatz noch steigen könnte.“ (ssm/hk)

  • gepostet am: Mittwoch, 04. April 2018

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Akkurat und flink, wie es die wenigsten einem Mann im hohen Achtziger zutrauen, erledigte Richard Eckert sein Handwerk. Gelernt hatte er es im Böhmerwald, nach dem Krieg haben ihn die Russen und die Tschechen vertrieben. Mit 18 Jahren kam er 1946 nach Regensburg. Eine alte Ledertasche und ein Schusterhammer waren seine ganze Habe. Schnell fand er Arbeit in seinem Handwerk und bald schon machte er sich selbstständig. Erst hatten er und seine um fünf Jahre jüngere Frau eine kleine Werkstatt am Judenstein, dann ging es 1957 ans Eck zur Silbernen-Fisch-Gasse.

Seine Spezialität: Pfennigabsätze, die er am hohen Damenschuh für 3,50 Euro ausgebessert hat. Dazwischen ab und zu ein Schluck aus dem Krügerl mit dem Weltenburger, das stets im Eck beim Ofen stand, damit es nicht zu kalt war beim Trinken. Ihre Lieblingsarbeit: Geldsackerl! An der alten Adler-Schusternähmaschine hat sie die aus Lederresten zusammengenäht. „Da tun S‘ jeden Tag einen Euro rein, und wieviel ham S‘ dann nach einem Jahr? 365 Euro, genau. Da können S‘ dann in Urlaub fahren“, hat sie dem Stadtzeitungsmann erklärt, als der vor Jahren eine Geschichte über die lieben Schusterleut‘ von der Ortnergasse schreiben durfte. Die waren immer zusammen, am 10. Juni wären sie 68 Jahre miteinander verheiratet gewesen, vor drei Jahren war die Eiserne Hochzeit. „So lang haben wir es miteinander ausgehalten“, scherzte Anna-Maria-Eckert damals. Dabei gingen sie doch so liebevoll miteinander um: Fast ehrfurchtsvoll nannte sie ihn „Herr Eckert“, wenn sie von ihm sprach, für ihn war sie die „Mutti“. „Keine Nacht möchte ich woanders einschlafen als neben ihr“, sagte Richard Eckert zur Stadtzeitung – was für eine Liebeserklärung!  Jeden Morgen zog sie ihm das Hemd an. „Ich glaube, ich könnte es mir gar nicht zuknöpfen“, verriet er.

Zwei Kinder gingen aus der Ehe hervor, auf beide war der Schustermeister stolz. Die Tochter war im Pfarrbüro in Emmeram, sie ist auch schon seit ein paar Jahren in Rente. Der Sohn ist Personal- und Verwaltungsreferent bei der Stadt geworden, der Vater bewunderte das Büro im Alten Rathaus: „Da hat er Möbel drin aus dem Museum. Ja, so schee scho.“ Fünf Enkel gibt es, darunter ein Ingenieur und eine Frau Doktor der Physik. Anfang März kam Urenkel Valentin zur Welt.

Letztes Jahr sperrten die Eckerts ihren Laden zu. „Der Mutti geht es nicht so gut“, hatte der Meister erklärt. „Sie hat sich den Oberschenkel gebrochen, muss sich erholen.“ Zum Schluss war es auch ihm zu viel, am 31. Dezember 2017 war Feierabend.

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