Richtfest der neuen Synagoge in Regensburg

Richtfest der neuen Synagoge in Regensburg

Fast 80 Jahre nach der Zerstörung ihres alten Gebetshauses, durch die Nationalsozialisten, erhält Deutschlands älteste, jüdische Glaubensgemeinschaft nun eine neue Synagoge. Mit dem Richtfest ist schon mal ein wichtiger Schritt getan, um den Wunsch der Gläubigen zu erfüllen. Die Gemeindemitglieder, Förderer, Geldgeber und Freunde feierten Ende Oktober nun die Fertigstellung des Rohbaus. Die Kosten für den gesamten Bau werden sich auf gut fünf Millionen Euro belaufen. Ilse Danziger, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Regensburg, verkündete stolz dass die Arbeiten perfekt im Zeitplan liegen und bisher ohne Komplikationen verliefen. Staatssekretär bei den Ministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Florian Pronold erwähnte bei seiner Ansprache: „Uns ist es wichtig nicht nur in Beton sondern in das Zusammenleben von Menschen zu investieren“. Des Weiteren machte Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer klar, dass die Stadt Regensburg für Offenheit und Vielfalt steht. „Jüdische Kultur und deren soziale Arbeit ist ein wichtiger Teil der Stadtgesellschaft.“ Die Errichtung einer neuen Synagoge soll ein Zeichen gegen Hass setzen und Toleranz sowie Zusammenhalt näher ins Zentrum rücken. Ehrengast der Veranstaltung, Dr. Josef Schuster, Vorsitzender vom Zentralrat der Juden Deutschland, freute sich, dass es nun bald wieder ein klassisches Gebetshaus für die Gläubigen gibt. „Die Gemeinde erfreut sich immer mehr Zuwachs und kehrt nun bald auch architektonisch ins Stadtbild zurück“. Besonders lobt er die Spendenbereitschaft der Regensburger Bürger durch den Förderverein. Für Architekt Volker Staab ist der Bau ebenfalls etwas Aufregendes, nicht nur weil es sein erstes Synagogenprojekt sei, auch die Bauleute leisten eine hervorragenden Einsatz und jeder arbeitet eifrig bei der Sache. Eine Eröffnung ist für Februar 2019 geplant - 500 Jahre nach der Zerstörung der ersten Synagoge am Neupfarrplatz. Bis dahin müssen sich die rund 1000 Mitglieder noch etwas gedulden, um in ihrem neuen Gebetsräumen zusammen den jüdischen Glauben zu leben.

  • gepostet am: Donnerstag, 26. Oktober 2017

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