„Lebenserlaubnis“ – Theaterprojekt mit jungen Flüchtlingen

„Lebenserlaubnis“ – Theaterprojekt mit jungen Flüchtlingen

Di, 15. und Mi, 16.03., Leerer Beutel, 19 Uhr/18.30 Uhr

An der Städtischen Berufsschule II laufen derzeit die Proben für ein außergewöhnliches Theaterprojekt. Seit Februar 2011 werden dort berufsschulpflichtige Asylbewerber und Flüchtlinge unterrichtet, die nun unter der Anleitung von Diplomschauspieler und Choreograph Georg Sosani ein Stück über das Schicksal junger Flüchtlinge von der Kriegsflucht bis zu der Suche nach Glück im neuen Heimatland einüben.

Die elf jungen Schauspieler sind männlich und zumeist unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Ländern wie Afghanistan, dem Iran, Syrien und dem Irak und doch haben sie vieles gemeinsam: Sie alle haben Krieg und Terror erlebt. Sie hatten den unbeschreiblichen Mut, allein ins Ungewisse aufzubrechen. Sie mussten ihre Heimat und Familie tausende Kilometer hinter sich zurücklassen. Und sie bekamen eine zweite Chance im fremden Deutschland.

Sosani möchte mit „Lebenserlaubnis“ den Zuschauern diese spannende, oft gefährliche, aber auch von Hoffnung geprägte Reise der Flüchtlinge – vom Krieg in der Heimat bis zum Ausländeramt in Deutschland – näherbringen. „Das Stück soll die Leute zum Nachdenken anregen und dazu motivieren, sich in an der Flüchtlingshilfe und -integration zu beteiligen“, erklärt er.

Bei dem Projekt hatten die Schüler die Möglichkeit, persönliche Erlebnisse aus der eigenen Heimat mit einzubauen und sie durch die Schauspielerei zu verarbeiten. Das Stück sei dadurch sehr lebensnah. Außerdem stärke es das Zugehörigkeitsgefühl und Selbstbewusstsein der Jugendlichen. Der 17-jährige Omar erzählt, dass die Gruppe während der Proben eng zusammengewachsen sei und er viele neue Freunde gewonnen habe. Teilgenommen habe er aber in erster Linie aus einem anderen Grund: „Ich möchte den Leuten klarmachen, was in unseren Herkunftsländern passiert.“

Der Titel des Stücks betont die ernstzunehmende Lage der Flüchtlinge. Er lehnt an das Wort Aufenthaltserlaubnis an und macht deutlich, dass die Verweigerung dieser Erlaubnis, also eine Abschiebung, sogar den Tod bedeuten kann.

Die Vorstellungen finden am 15. März 2016 um 19 Uhr und am 16. März 2016 um 18.30 Uhr im Leeren Beutel statt. Einlass ist jeweils 30 Minuten vor Beginn der Aufführung.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

  • gepostet am: Freitag, 11. März 2016

Kultour weitere Artikel

Die Zauberflöte für jung & alt

Die Zauberflöte für jung & alt

Die Zauberflöte ist die berühmteste, die populärste, und die meist aufgeführte deutsche Oper. Die märchenhafte Handlung sowie die wunderbaren, eingängigen Melodien verzaubern jung und alt. Ohne zu übertreiben kann man sagen:  Die Zauberflöte ist bei Kindern die beliebteste Oper...

>> weiterlesen

Finanzspritze für ein neues Leben

Finanzspritze für ein neues Leben

Manchmal klingelt im Büro des Vereins „Mütter in Not“ das Telefon und die Anruferin will einfach nur reden, sich die Last von der Seele schaffen. Dann reichen ein offenes Ohr, ein paar Telefonnummern, ein aufbauendes Wort. In den meisten Fällen braucht es allerdings auch finanziellen...

>> weiterlesen

Workshop für Erwachsene „Sehnsucht nach Meer“

Workshop für Erwachsene „Sehnsucht nach Meer“

Die Werke in der neuen Schausammlung im Kunstforum Ostdeutsche Galerie zeigen unter anderem, wo sich Künstlerinnen und Künstler inspirieren ließen: Es finden sich einige (neo-) impressionistische, expressionistische und abstrakte Eindrücke von der Insel Hiddensee, Stettin (poln. Szczecin)...

>> weiterlesen

Theater-Premiere „Pünktchen und Anton“

Theater-Premiere „Pünktchen und Anton“

Ein Klassiker der Kinderbuchliteratur – bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen beliebt: „Pünktchen und Anton“. Seit 1931 ist der Stoff von Erich Kästner auf der Bühne zu erleben, 1953 und 1999 wurde die Geschichte fürs Kino verfilmt, auch als Kinderoper und Musical ist die...

>> weiterlesen

Höflinger Schlosskonzerte: Musikalischer Anekdotennachmittag

In seinen beliebten „ musikalischen Anekdotenveranstaltungen" stellt Rupert Schöttle zwei Talente zur Schau. Einerseits als launiger Erzähler musikalischer Schnurren und Anekdoten, die er im Laufe seines Lebens mit den großen Orchestern gesammelt und teilweise auch selbst erlebt hat, zum...

>> weiterlesen

Höflinger Schlosskonzerte: Liederabend

Constantin Walderdorff am Bassbariton und Stefano Bembi, Klavier, werden zusammen ausgewählte Lieder von Gustav Mahler (Kindertotenlieder), Tommy Ballestrem (Ovid, Metamorphosen - Uraufführung),  Richard Strauss  und Francesco Paolo Tosti, im Schloss Höfling zum Besten geben.

>> weiterlesen

Uraufführung „Ein großer Aufbrauch“

Uraufführung „Ein großer Aufbrauch“

Guter Stoff!, stellten Kritiker fest, als Magnus Vattrodt 2016 für den Fernsehfilm „Ein großer Aufbruch“ mit dem Deutschen Fernsehpreis für das beste Drehbuchausgezeichnet wurde. Mit dem Szenarium des Films ist ihm emotionale Hochspannung, packende Dramatik und beste Fernsehunterhaltung...

>> weiterlesen

Vermessung des Donauraums – Ausstellung in Pilsen der Partnerstadt von Regensburg

Vermessung des Donauraums – Ausstellung in Pilsen der Partnerstadt von Regensburg

„ ... wer Angst hat, der eigenen Vergangenheit ins Gesicht zu sehen, wird zwangsläufig das fürchten, was kommt.“ – Mit dieser Überzeugung Václav Havels konfrontiert die tschechische Künstlerin Magdalena Jetelová die Betrachter ihrer Installation aus Spiegelfolie. Fotografien der...

>> weiterlesen

Richtfest der neuen Synagoge in Regensburg

Richtfest der neuen Synagoge in Regensburg

Fast 80 Jahre nach der Zerstörung ihres alten Gebetshauses, durch die Nationalsozialisten, erhält Deutschlands älteste, jüdische Glaubensgemeinschaft nun eine neue Synagoge. Mit dem Richtfest ist schon mal ein wichtiger Schritt getan, um den Wunsch der Gläubigen zu erfüllen.

>> weiterlesen

© Regensburger Stadtzeitung