Invisible Outer Space. Beeindruckende Videoskulpturen von Jakub Nepraš

Invisible Outer Space. Beeindruckende Videoskulpturen von Jakub Nepraš

23.11.2017 bis 25.02.2018. Kunstforum Ostdeutsche Galerie

Licht und changierende Bildstrukturen machen die faszinierenden Animationen und Videoskulpturen von Jakub Nepraš aus. Durch Projektionen verwandeln sich die ästhetischen Objekte in pulsierende Gebilde umhüllt von einer Geräuschkulisse. Der Medienkünstler und Bildhauer Jakub Nepraš avancierte in den letzten zehn Jahren zu einem der international bekanntesten tschechischen Künstler. Die Ausstellung „Invisible Outer Space“ im Kunstforum Ostdeutsche Galerie zeigt eine Auswahl aus seinem Schaffen von 2007 bis heute, sowie einige frühere und aktuelle Zeichnungen.

Ausgehend von wissenschaftlichen Texten, philosophischen Überlegungen sowie eigenen Erfahrungen greift Jakub Nepraš bestimmte Formen oder Prozesse in der Natur auf. In seiner künstlerischen Verarbeitung erhebt er sie zu Metaphern für Phänomene wie Erinnerung, Kommunikation, Evolution oder Adaption. So gelingt es ihm, komplexe Zusammenhänge und Querverbindungen in der Welt zu veranschaulichen. Er bedient sich dabei moderner visueller Technologie. Die Basis bilden Animationen – digitale Collagen aus einzelnen Videosequenzen, die Nepraš jede für sich selber aufnimmt. Neben Plexiglas, verschiedenen Gegenständen, Metall und Glas verwendet er zunehmend immer mehr Naturmaterialien wie Holz, Stein oder auch Pflanzensamen. Dieses Verschmelzen von moderner Technik mit Naturelementen entspricht der idealen Vorstellung von einem Neben und Miteinander von Natur und der Zivilisation, welche sein komplettes Schaffen darstellt. Der tschechische Künstler sagt dazu: „Ich nutze gezielt die Schlagkraft der aktuellen Medien. Durch das intensive Erlebnis möchte ich den Betrachter sensibilisieren, zum Nachdenken motivieren und dazu anregen sich selbst und seine Umwelt etwas bewusster wahrzunehmen“.
Für den Vorstandsvorsitzenden des Kunstforums Ostdeutsche Galerie Regensburg, Dr. Wolfgang Schörnig, war es für das Kunsthaus ein bewusster Sprung in die Moderne. „Es ist uns ebenso ein Anliegen den Austausch mit der Kunst-Szene im europäischen Osten zu pflegen", so die Direktorin Dr. Agnes Tieze. Die Initiatorin der Ausstellung ist PhDr. Gabriela Kašková. Sie sah eines von Nepraš Werke im Rahmen des „Signal Festivals“ in Prag und war daraufhin so begeistert, dass diese Kooperation zustande kam. Bei dem Kunstwerk handelte es sich um „The Moth“ eine aus Holzgestellen und Plexiglas gefertigte Nachbildung einer Motto, die an einem Bogen unterhalb der Karlsbrücke ausgestellt war.
Nepraš Stil aus Materialen und Medien spielt in vielen Ausstellungsstücken mit der menschlichen Wahrnehmung, indem er Bilder nur kurz aufblinken lässt und so Botschaften unterschwellig vermittelt. Er möchte in Zukunft auch mit der neuen Videotechnik „Virtual Reality“ experimentieren. In dieser sieht man durch eine holographische Brille die Bilder noch authentischer als bei der 3D-Technik. „Kunst ist nichts exklusives und sollte jedem zugänglich sein, dafür sind die neuen Medien und Techniken eine ideale Hilfe“, betonte der Künstler.

Jakub Nepraš (*1981 Prag) avancierte in den letzten zehn Jahren zu einem der international bekanntesten tschechischen Künstler. Mit 29 Jahren war er schon im künstlerischen Team des tschechischen Pavillons bei der EXPO 2010 in Shanghai. Seit 2009 präsentiert er sich regelmäßig bei Einzelausstellungen in Belgien, Deutschland, Portugal, Tschechien und der Schweiz. Im KOG waren bereits 2007 zwei Werke von Nepraš zu sehen, als das Museum die Präsentation des Essl Award, eines international renommierten Kunstpreises für junge Künstler, zeigte.

  • gepostet am: Donnerstag, 23. November 2017

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