Fotografie-Projekt im Kunstforum: Gymnasiastinnen auf den Spuren Detlef Orlopps

Fotografie-Projekt im Kunstforum: Gymnasiastinnen auf den Spuren Detlef Orlopps

In Zeiten von Selfies und immerwährender Selbstdarstellung muten die Porträts von Detlef Orlopp auf den ersten Blick streng und distanziert an: das pure Gesicht, keine Emotion, kein Hinweis auf Eitelkeiten, nichts Gekünsteltes. Ein Hoch und Nieder von Mund, Nase und Wangen – in der Darstellung nicht unähnlich den Landschaften, Orlopps Hauptthema. Zu bestaunen sind die Werke des Künstlers momentan in der Sonderausstellung „Detlef Orlopp. Nur die Nähe – auch die Ferne. Fotografien“ im Kunstforum Ostdeutsche Galerie.

Trotzdem scheuten fünf Achtklässlerinnen aus dem Gymnasium Lappersdorf den Vergleich mit Orlopp nicht: Im Wahlfach „Selfies+mehr“ ließen sie sich von Orlopps Œuvre inspirieren und fertigten eigene Porträt-Fotografien an. Am Donnerstag, 12. Mai, wurde die kleine Neben-Ausstellung mit den Werken der Schülerinnen im Kunstforum Ostdeutsche Galerie eröffnet.

Ohne fotografische Vorerfahrung, handyverwöhnt und in schnelllebigen Zeiten wagten sie sich an das Projekt heran. Für junge Menschen ist Orlopps Werk möglicherweise schwer zu entziffern, wirkt es doch eher wie eine meditative Anleitung zur Rückbesinnung auf die Urgewalten: Licht und Schatten, Wasser und Luft, Stein und Erde sind seine Motive. Hauptsächlich wird er von denen geschätzt, die das Leben schon geformt hat.

Auf den ausgestellten Porträts sind die Schülerinnen Anna Eckert, Lara Bösl, Nikola Dinauer, Eva Kolbeck und Johanna Winklmann abgebildet. Sie haben sich – teils staunend, aber offen für Experimente – unter Anleitung von Carola Grüninger-Schmitz M.A. in die Nähe von Orlopps Werk begeben, sich aber auch durch eigene Interpretationen davon entfernt.

Darum sind viele Fotos, die im Wahlfach „Selfies+mehr“ entstanden sind, ein Gegenpol zu Orlopp und doch von seinen Werken inspiriert: Licht, Struktur und die schwarzweißen Portraits sind die grundlegenden „Tools“ von Orlopp, mit denen experimentiert wurde. Diese wurden durch eigene Ideen wie Neonlicht, Tüll oder Holzplatten erweitert, und so entstanden Fotos voller Emotion und Leuchtkraft.

Durch die Unterstützung des Kunstforums, der Freunde und Förderer des Kunstforums Ostdeutsche Galerie e.V., des Gymnasiums Lappersdorf und des Fördervereins des Gymnasiums Lappersdorf konnte dieses Projekt verwirklicht werden. Die hochwertigen Abzüge sind der finanziellen Unterstützung und der professionellen Überarbeitung und Entwicklung durch das Fotostudio Wolfram Schmidt zu verdanken. Eine Auswahl von zehn Fotografien kann man bis zum Ende der Ausstellung am Sonntag, 5. Juni, im KOG betrachten.

  • gepostet am: Dienstag, 17. Mai 2016

Kultour weitere Artikel

AFRIKA - DER SÜDEN

AFRIKA - DER SÜDEN

Eine packend erzählte Reise durch den Süden Afrikas voller Emotionen, präsentiert in brillanter 3D Projektion...

Sonntag, 7.1.18 | 17 Uhr, Antoniushaus | REGENSBURG

Dem Fotografen und Filmemacher Stephan Schulz ist etwas aussergewöhnliches gelungen: Die Über- und...

>> weiterlesen

ABENTEUER ANDEN

ABENTEUER ANDEN

Wie ist es, den kompletten Kontinent Südamerika  der Länge nach entlang der Anden auf abenteuerlichen Wegen der Länge nach zu bereisen?

Sonntag, 29.10.17 | 17 Uhr
Antoniushaus | REGENSBURG

Sie gelten als das Rückgrat des südamerikanischen Subkontinents und...

>> weiterlesen

1. Kulturherbst

1. Kulturherbst

Vom 20.10. bis zum 03.11.2017 findet erstmalig der Kulturherbst mit 7 Shows statt. Mit Veranstaltungen aus den Bereichen Konzert und Comedy, bietet er den Zuschauern abwechslungsreiche Unterhaltung. Die Eventhall Airport ist für alle Shows komplett bestuhlt.

>> weiterlesen

Trachtenkollektion Kneitinger

Trachtenkollektion Kneitinger

Pünktlich zum Beginn der Regensburger Herbstdult (25.08. – 10.09.17), und auf die Vorbereitung der Kneitinger Bockbier-Saison (Start am Do., 05.10.17), haben die Regensburger Firmen „Wirkes Dirndl & Tracht“ und die Brauerei Kneitinger sich zu einer wertvollen Zusammenarbeit gefunden.

>> weiterlesen

Von Kamerun ins Kino

Von Kamerun ins Kino

Den beschwerlichen Migrationsweg von Kamerun nach Deutschland zeichnet der Dokumentarfilm "ALS PAUL ÜBER DAS MEER KAM" nach, dessen Protagonist Paul Nkamani am 03.09. persönlich zu Gast in der FilmGalerie im Leeren Beutel sein wird, zusammen mit dem Regisseur des Films Jakob Preuss.

>> weiterlesen

"Süddeutsche Zeitung" weiter im Sinkflug

Das einstige Flaggschiff des deutschen Journalismus verliert immer mehr an Glaubwürdigkeit, Auflage und Qualität. Stattdessen gibt es allen Anschein nach seltsame Verbindungen zu abstrusen Gruppierungen von Erdogan bis zu Linksradikalen und gerade in Regensburg eine vor Fehlern strotzende...

>> weiterlesen

Anklage da!

Anklage da!

Der OB soll bei zwei Ausschreibungen gemauschelt, den Bundestagspräsidenten getäuscht und nicht nur bei der Nibelungenkaserne Bauunternehmer Volker Tretzel bevorzugt haben/Auch Roter-Brach-Weg im Visier/Vorwurf: Dafür gab es rund eine halbe Million Spenden und Rabatte von 118.000 Euro/Jahn...

>> weiterlesen

35. REGENSBURGER STUMMFILMWOCHE

35. REGENSBURGER STUMMFILMWOCHE

10.08.: KAMPF UMS MATTERHORN, das Debüt von Luis Trenker. Er verfilmte die dramatischen Ereignisse um die Erstbesteigung 1865, die die Menschen bis heute bewegen. Gestaltet wird von den Gebrüdern Teichmann & Leo Hurt (Live-Elektronik & Zither). Mit der Stumm lmkarte gibt´s...

>> weiterlesen

“artist in residence 2017”

“artist in residence 2017”

Für 2017 hat die Jury (Mitglieder des KunstvereinGRAZ) die Künstlerin Lee Jeong-Eun aus Südkorea ausgewählt. Sie wird eine raumgreifende Installation und eine Aktion auf der Donau machen.
Ein besonders wichtiges Medium in ihrer Arbeit ist das Buch – das Buch in der uralten...

>> weiterlesen

© Regensburger Stadtzeitung