Das neue Ausstellungsjahr 2018 im Kunstforum Ostdeutsche Galerie

Das neue Ausstellungsjahr 2018 im Kunstforum Ostdeutsche Galerie

Für das Jahr 2017 verzeichnet das Kunstforum einen positiven Haushalt. Die Renovierungen liefen einwandfrei und ca. 40.000 interessierte Besucher konnten vermerkt werden. „Ohne Sponsoren würde es jedoch nicht gehen“, so Maximilian Obermeier aus der Vorstandschaft. In diesem Zuge lobte er die Partnerschaft mit allen Geldgebern und Kunstförderern. Es sei allen ein Anliegen die Leute für Kunst zu begeistern und Regensburg als Kulturstadt zu fördern. Andreas Komes (Pressesprecher BMW) fasst es mit den Worten „Kultur ist ein Standort-Vorteil“ zusammen.

Das kommende Jahr bringt daher wieder jede Menge beeindruckende Ausstellungen. Die faszinierenden Videoskulpturen des tschechischen Medienkünstlers Jakub Nepraš, die seit Ende November die Museumsräume mit ihrem bunten Licht- und Schattenspiel füllen, werden über die geplante Laufzeit hinaus bis zum 25.03.2018 zu sehen sein. Das Licht als ein wesentliches Motiv und stilistisches Mittel der Kunst steht im Mittelpunkt  der Ausstellung „Vom Feuermüller bis zur Leuchtstoffröhre“, die am 21.01.2018 eröffnet. Die Präsentation vereint einhundert z.T. bisher nicht gezeigte „Glanzlichter der Grafischen Sammlung“, darunter Zeichnungen und Drucke von Daniel Chodowiecki, Ida Kerkovius, Adolf Hölzel oder Katharina Sieverding.

Mit dem Lovis-Corinth-Preis 2018 bringt das KOG den renommierten Konzeptkünstler Roman Ondak nach Regensburg. Seine Objekte sind tiefgründig und zugänglich zugleich. Den thematischen Schwerpunkt der Präsentation bilden zwei Hauptwerke der letzten Jahre. Die Preisverleihung findet anlässlich der Vernissage am 18.05.2018 statt.

Eine Wiederentdeckung verheißt die letzte Ausstellung des Jahres. Scharf und voller Wucht sind die Zeichnungen von Paul Holz, dessen Schaffen durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten jäh beendet wurde und in Vergessenheit geriet. Unter dem Titel „Dichtende Zeichnungen. Die virtuose Kunst des Paul Holz“ ist die Ausstellung ab dem 05.10 2018 zu sehen. „Es freut uns, unseren Besucherinnen und Besuchern auch 2018 ein vielfältiges und anspruchsvolles Programm bieten zu können“, kommentiert Direktorin Dr. Agnes Tieze. „Parallel zu der seit Herbst 2017 neu zusammengestellten Schausammlung „Woher kommen wir, wohin gehen wir?“, holen wir verborgene Schätze aus der umfassenden Grafischen Sammlung des Hauses ans Licht und behalten zugleich das aktuelle Kunstgeschehen im Auge.“ 

Die einzelnen Sonderausstellungen im Überblick:

Vom Feuermüller bis zur Leuchtstoffröhre
Laufzeit: 21.01 bis 22.04 2018
Das Verständnis davon, was Licht eigentlich sei, wandelte sich in der Menschheitsgeschichte immer wieder. Während das physikalische Phänomen unveränderlich bleibt, zeigen gerade die Künstler, dass die Geschichte des Lichts eigentlich die Geschichte der menschlichen Wahrnehmung und des Umgangs damit ist.
Licht – im physikalischen wie im metaphorischen Sinn – bildet den Leitfaden der Präsentation, die den Betrachter quer durch die Kunst- und Weltgeschichte führt. In drei Abschnitten sind Zeichnungen, Drucke, Fotografien und Künstlerbücher mehrerer Jahrhunderte und Stilrichtungen zu sehen, die Licht als Ausdruck von Erleuchtung, als Katalysator für Farbe oder als Grundvoraussetzung von Form vorstellen.

Lovis-Corinth-Preis 2018. Roman Ondak
Laufzeit: 19.05 bis 09.09 2018
Als Mittelpunkt der eigens für das Kunstforum Ostdeutsche Galerie konzipierten Ausstellung hat Roman Ondak zwei Hauptwerke der letzten Jahre vorgesehen. Flankiert werden diese von kleineren, bislang nicht gezeigten Arbeiten, die in den kommenden Monaten entstehen.
Den großen Ausstellungssaal wird Ondak mit seiner Arbeit Signature (2014) bespielen. Wie so oft nimmt Ondak ein Fundstück aus seiner unmittelbaren Umgebung zum Ausgangspunkt seiner Installation. Eine Schreibmaschine der Firma Remington hat er in fünfzig Teile zerlegt und auf ein anderes, ebenfalls gefundenes Objekt platziert.
Als Pendant zu Signature begreift Roman Ondak das Werk Observations, dessen ersten Teil er 2012 auf der documenta 13 präsentierte. In Regensburg wird die Arbeit erstmals vollständig und ergänzt durch ihren zweiten Teil gezeigt. Observations geht auf ein Fotobuch zurück, das der Künstler 1995 entdeckte und seither für seine Zwecke zerlegt und neue kombiniert.


Die virtuose Kunst des Paul Holz
Laufzeit: 05.10 2018 bis 13.01 2019
Obwohl Holz aus einfachsten ländlichen Verhältnissen kam, zunächst sein Auskommen als Volksschullehrer hatte und als Künstler Autodidakt war, machte er sich schon bald einen Namen bei den Künstlergrößen aus seinem schlesischen Umfeld. Oskar Moll berief ihn als Zeichenlehrer an die Kunstakademie Breslau, doch mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 verlor Holz diese Anstellung aufgrund seiner unbeirrt freien und unangepassten Kunst. Er war ein Meister der Federzeichnung, schuf bevorzugt Bauern- und Zirkusszenen und ließ sich durch Romane von Fjodor Dostojewski und Knut Hamsun zu hunderten an Zeichnungen inspirieren. 

Das Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg verwahrt mehr als 50 Zeichnungen aus dem Nachlass des Künstlers. Anlässlich von Holz' 80. Todestag würdigt das KOG 2018 Paul Holz und seine konsequent eigenwillige Position innerhalb der Kunst der Moderne.





  • gepostet am: Dienstag, 12. Dezember 2017

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